Bielefeld. Die Mordkommission "Walther" der Bielefelder Polizei konnte am Dienstag den Tatverdacht gegen den 53-jährigen Familienvater erhärten. Sie werfen ihm den versuchten Totschlag seiner 37-jährigen Ehefrau vor. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Bielefelder deshalb am Mittag einem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen.
Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass die schweren Verletzungen der Ehefrau durch Gewalteinwirkungen gegen den Kopf entstanden waren.
Wie berichtet, hatte der 53-Jährige am Montagmorgen gegen 3 Uhr einen Notruf abgesetzt. Notärztin, Rettungsdienst und Polizei fanden in der Wohnung dann die lebensgefährlich am Kopf verletzte Frau. Trotz wiederholter Not-OPs schwebt die Frau auch am Dienstag weiterhin in Lebensgefahr.
Seit Montagfrüh ermittelt die neunköpfige Mordkommission "Walther" gegen den Ehemann, der noch in der Nacht vorläufig festgenommen wurde. Welche Details der Ermittlungen den Tatverdacht gegen ihn erhärtet haben, wollte der ermittelnde Staatsanwalt Veit Walter nicht sagen. "Die vorliegenden Beweismittel haben den Haftrichter aber überzeugt." Er erließ Untersuchungshaft wegen versuchten
Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Laut Polizeisprecherin Hella Christoph mangelte es vor allem an anderen Tatverdächtigen. Dadurch, dass ein Sturzgeschehen - also ein Unfall - ausgeschlossen werden konnte und sonst niemand in der Wohnung war, der in Frage kommt, lief alles auf den 53-Jährigen hinaus.
Die Ermittler haben auch schon einen Verdacht zum möglichen Tatwerkzeug, sagte Walter, aber dafür gebe es noch keine 100-prozentige Sicherheit. Die Analyse der Beweismittel dauert an.
Zeugenvernehmungen habe es noch nicht gegeben, sagte Walter. Wie berichtet waren die Kinder der Familie, die im 2. Obergeschoss über einem Erotikmarkt an der Herforder Straße lebt, in der Tatnacht anwesend.
Der Tatverdächtige schweigt bisher zu den Vorwürfen.