Lippische Landes-Zeitung: Nachrichten aus Lippe, OWL und der Welt

Minden

Edeka feiert erneutes Umsatzplus - und nächstes Jahr Geburtstag

Minden. Ein gutes Jahr im Rücken, ein großes vor der Brust: Edeka Minden-Hannover startet mit einem erneuten Umsatzplus in die Vorbereitungen für den 100. Geburtstag im kommenden Jahr. Im Mai 2020 kommt der gesamte Edeka-Tross zur Generalversammlung nach Minden, um bei der Gelegenheit auch gleich den Grundstein für die neue Zentrale zu legen.

Der 75-Millionen-Euro-Neubau wird am jetzigen Edeka-Standort entstehen, bestätigte Vorstandschef Mark Rosenkranz. Zuletzt hatte sich das Unternehmen noch offen für Alternativen gezeigt. Nach Gesprächen mit der Stadt sei aber schließlich die Entscheidung für die Wittelsbacherallee gefallen.

Der bereinigte Konzernaußenumsatz stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent. Im Geschäftsbericht taucht dagegen ein offizielles Plus von 7,3 Prozent auf 9,36 Milliarden Euro auf. Als Grund nennt Rosenkranz eine neue Struktur der Konzerntochter Mios, die jetzt unter dem Namen Edeka Food Service (EFS) als bundesweit tätiges Unternehmen mit den beiden Regionalgesellschaften Südwest und Nordbayern, Sachsen, Thüringen geführt wird. Der Mindener Anteil an dem Unternehmen liegt bei 40 Prozent.

Überschuss bei 117 Millionen Euro

Unter dem Strich lag der Überschuss bei Edeka Minden-Hannover mit 117 Millionen Euro gut neun Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt beschäftigt die größte Regionalgesellschaft mehr als 72.000 Mitarbeiter, davon allein im Kreis Minden-Lübbecke knapp 3.500.

Zur Bilanzpressekonferenz lädt Edeka traditionell in einen Markt ein. In diesem Jahr stellt der Vorstand im Café des Wez an der Ringstraße die Zahlen vor. Aus zwei Gründen: Zum einen legten die Wez-Märkte gemessen an der Fläche die dynamischste Entwicklung hin: Ein Umsatzplus von 6,1 Prozent liegt deutlich über den Werten der übrigen Vertriebsschienen.

Zum Vergleich: Insgesamt lag das Plus bei 3,6 Prozent. Noch wichtiger aber dürfte das Thema Nachhaltigkeit bei der Auswahl gewesen sein. „Müllvermeidung ist das Thema Nummer eins", sagt Rosenkranz. Bei einem Rundgang durch das Wez-Flaggschiff zeigt Geschäftsführer Karl Stefan Preuß, welche Möglichkeiten in seinen Supermärkten schon umgesetzt werden.

Laser statt Etikett auf Gemüse

Das fängt schon in der Gemüseabteilung an. Statt auf einem Etikett wird der Bio-Hinweis mit einem Laser direkt auf das Produkt aufgebracht. Nebenan kann der Salat in Mehrwegschalen abgepackt werden. Das gilt auch für den Einkauf an den Frischetheken – obwohl das Prozedere an der Stelle etwas komplizierter ist. Die eigene Box darf nämlich nicht ohne weiteres hinter den Tresen gereicht werden – aus hygienischen Gründen.

Die Lösung kommt als schlichtes Tablett, wie man es aus fast jeder Kantine kennt. Steht das mitgebrachte Schälchen darauf (und nicht direkt auf der Arbeitsfläche oder der Waage), dürfen Fleisch oder Käse direkt in der Mehrwegbox abgepackt werden. Ein nachhaltiger Einkauf ist aber auch für den Kunden komplizierter, er muss besser geplant sein. Der Trend ist trotzdem deutlich: „Die Anstrengungsbereitschaft der Kunden nimmt zu", sagt Mark Rosenkranz.

Märkte setzen immer mehr auf Ambiente

Doch Nachhaltigkeit ist nur ein Aspekt im Kampf um die Kunden. „Die Discounter entwickeln sich zum Supermarkt ohne Bedienung" – darauf müssen wir Antworten finden", sagt Rosenkranz – „und das klappt im Moment ganz gut." Dabei setzen die Märkte auch auf Ambiente. Im Café gibt es nicht nur Brötchen und Kaffee, sondern auch Pizza. Die Kunden kommen also nicht mehr nur zum Einkaufen und essen danach vielleicht noch schnell ein Brötchen, sie kommen zum Brunch und gehen danach vielleicht auch noch einkaufen.

Für das laufende Jahr wollen die Mindener Edekaner noch einmal viel Geld in die Hand nehmen, um für das Jubiläumsjahr 2020 schick zu sein. 100 Millionen Euro sollen allein in die Märkte fließen. Auch dabei geht es um Nachhaltigkeit: Türen vor den Kühlgeräten gehören etwa zum geplanten Ausbau, genauso wie energiesparende LED-Beleuchtung.

Information

Das Konzernjahr in Zahlen:

Konzernumsatz: 9,36 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,43 Mrd. Euro).

Operatives Ergebnis: 214 Millionen Euro (Vj.: 197 Mio. Euro).

Gewinn vor Steuern (EBT): 166 Mio. Euro (Vj.: 145 Mio. Euro).

Überschuss: 117 Mio. Euro (Vj.: 107 Mio. Euro).

Mitarbeiter im Verbund: 27.900 – einschließlich selbstständiger Einzelhändler: 72.189.

Davon Mitarbeiter im Mühlenkreis Minden-Lübbecke, inklusive selbstständigem Einzelhandel: 3.472.

Davon rund 2.000 in der Verwaltung am Standort Minden.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2026
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.