Erfolgreiche Bücher werden oft für Leinwand oder Streaming-Portal adaptiert: „Twilight“, „Die Tribute von Panem“ oder auch „Harry Potter“ sind Beispiele dafür. Im besten Fall sind am Ende nicht nur Leseratten, sondern auch Serienjunkies und Cineasten gleichermaßen begeistert. Doch wenn dasselbe literarische Meisterwerk sowohl als Serie als auch als Film adaptiert wird, entbrennt oft eine hitzige Debatte darüber, was die besser Umsetzung ist.
Percy Jackson als Serie versöhnt Fans nach schlechter Filmadaption
Auf Disney+ ist am 20. Dezember „Percy Jackson: Die Serie“ gestartet. Fans waren gespannt, ob sie nun endlich eine bessere Umsetzung der fünfbändigen Fantasy-Buchreihe des US-amerikanischen Autors Rick Riordan zu sehen bekommen als in den beiden Kinofilmen „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ (2010) sowie „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ (2013). Fans und Kritiker warfen den Filmen damals vor, sich zu weit von der Handlung der Bücher entfernt zu haben. Der Druck vor dem Serienstart war also hoch. Zumindest die Zuschauerzahlen sprechen aber bereits jetzt für einen Erfolg: Die ersten zwei Folgen wurden über die Feiertage insgesamt 13,3 Millionen Mal gesehen. Damit legte die Serie einen der fünf besten Serienstarts auf Disney+ im Jahr 2023 hin.
Es geht aber auch andersrum. Die „Herr der Ringe“-Trilogie von J.R.R. Tolkien hat sowohl filmische als auch serielle Interpretationen erfahren. Peter Jacksons epische Filmtrilogie prägte das Fantasy-Genre neu und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Im Gegensatz dazu erhielt die Serienadaption von Amazon „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ (2022) von Fans vernichtende Kritiken, weil sich die Serie zu viele Freiheiten von der Vorlage genommen haben soll. Bei Kritikern kam die Serie wesentlich besser an. Eine zweite Staffel ist trotz des gemischten Feedbacks bereits angekündigt.
Gute Geschichten lassen sich in beiden Medien erzählen
Dass beides ein Erfolg sein kann, zeigt Sherlock Holmes. Der geniale Detektiv von Sir Arthur Conan Doyle hat im Laufe der Jahre zahlreiche Adaptionen sowohl für das Fernsehen als auch für die Leinwand erlebt. In den Jahren 2009 und 2011 verkörperte Robert Downey Jr. den berühmten Detektiv in zwei Filmen, „Sherlock Holmes“ und „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“. Die BBC-Serie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. John Watson ist ebenfalls eine zeitgenössische Neuinterpretation. Zu Beginn der 2010er löste die Serie einen großen Fanhype um Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch aus. Beide Umsetzungen gelten als gelungen.
Die Beurteilung, ob die Serie oder der Film besser ist, hängt natürlich von individuellen Präferenzen ab. Einige schwören auf die Kürze und Intensität eines Films, während andere die Tiefe und Detailgenauigkeit einer Serie bevorzugen.