Spätestens mit Beginn des Sommers machen sich nur noch wenige Menschen Gedanken über Energiekosten. Dabei lohnt es sich auch in der warmen Jahreszeit, auf den Verbrauch von Wasser, Gas und Strom zu achten. Sechs Tipps, wie das gehen kann:
Heizung in Sommerbetrieb versetzen
Während tagsüber die Sonne knallt, wird es hierzulande in Sommernächten oft kühl. Bei geöffneten Fenstern in der Nacht sinkt die Raumtemperatur auch schon mal unter die als optimal geltende Schlaftemperatur von 17 Grad Celsius. Dann kann es passieren, dass die Heizung automatisch angeht.
Im Sommerbetrieb stellt das Heizsystem immer noch warmes Wasser bereit, aber die Heizung muss nicht weiterlaufen, um Räume zu beheizen. Das spart Energie. Der Sommermodus lässt sich oft anhand eines passenden Symbols erkennen, im Zweifel hilft die Bedienungsanleitung weiter. Bei älteren Anlagen wird die Heizung manuell über einen Hebel oder über einen Drehschalter umgestellt.
Wichtig dabei: Selbst wenn die Heizung nicht in Betrieb ist, sollten die Thermostatventile an den Heizkörpern geöffnet bleiben. Andernfalls könnten die Ventile verklemmen und müssten schlimmstenfalls zu Beginn der Heizsaison erneuert werden.
Lauwarm duschen
Heiße Sommertage sind ideal, um sich an niedrigere Temperaturen beim Duschen zu gewöhnen. Ganz kalt muss das Wasser gar nicht sein, sonst braucht der Körper viel Energie, um sich nach dem Duschen wieder aufzuwärmen und schwitzt umso mehr. Eine Wassertemperatur von etwa 35 Grad ist beim Duschen meist ausreichend, gerade an heißen Sommertagen darf das Wasser ruhig auch kühler sein. Bei elektronischen Durchlauferhitzern lohnt es sich, die tatsächlich benötigte Wassertemperatur einzurichten. Denn ist die zu heiß eingestellt, muss Kaltwasser beigemischt werden, um die Wunschtemperatur zu erreichen. Das verbraucht unnötige Energie.
Sparduschkopf und Durchflussbegrenzer
Wer im Sommer nur schnell unter die Dusche springt, steht im Winter womöglich umso länger unter dem warmen Regen. Darum ist jetzt die beste Zeit, einen Sparduschkopf oder Durchflussbegrenzer zu installieren – laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online eine der effektivsten Sparmaßnahmen, die zu Hause umgesetzt werden können. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest gibt es einige gute Modelle auf dem Markt, die etwa halb so viel Wasser verbrauchen wie herkömmliche Duschköpfe und mit Preisen um die 20 bis 30 Euro auch erschwinglich sind. Eines der sparsamsten Modelle ist den Testern zufolge der Grohe Vitalio Start 100 für rund 21 Euro. Preistipp im Test: Der Sparduschkopf Brogrund von Ikea für 16 Euro.
Noch günstiger geht es mit einem Durchflussbegrenzer oder Perlstrahler. Sie teilen den Wasserstrahl am Hahn oder mischen dem Wasser Luft bei. Die Aufsätze kosten wenige Euro und werden direkt auf die Öffnung des Wasserhahns geschraubt. Dadurch lassen sich laut co2online je nach Haushaltsgröße und Wassererwärmung jährlich bis zu 100 Euro sparen.
Strom sparen beim Kühlschrank
Eine besondere Bedeutung kommt im Sommer dem Kühlschrank zu. Er sollte nach Möglichkeit nicht direkt neben dem Backofen und geschützt gegen Sonneneinstrahlung stehen. Denn je kühler die Umgebung, desto leichter die Arbeit. Das spart Strom.
Vielleicht ist es auch Zeit, sich nach einem neuen Kühlgerät umzusehen? Kühlschränke, die zehn Jahre und älter sind, verbrauchen laut Angaben von co2online pro Jahr bis zu 250 Kilowattstunden und erzeugen 100 Kilogramm CO2 mehr als neue sparsamere Kühlschränke. Berechnungen des Ökoinstituts zufolge gleicht der geringere Stromverbrauch eines neuen A+++-Kühlschranks im Vergleich zu einem A+-Gerät aus dem Jahr 2000 oder einem Modell der Effizienzklasse B den Ressourcenverbrauch durch Herstellung, Lieferung und Entsorgung nach wenigen Jahren wieder aus. Wichtig ist dabei, dass der alte Kühlschrank fachgerecht entsorgt und nicht etwa als Zweitgerät verwendet wird.
Sommerpause für den Trockner
Auf den Wäschetrockner lässt sich in der warmen Jahreszeit gut verzichten. Das spart Strom. Am schnellsten trocknet Wäsche draußen, im Sonnenlicht verschwinden auch manche Flecken wie von selbst. Bei geöffneten Fenstern kann frisch gewaschene Kleidung im Sommer auch gut in der Wohnung trocknen. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft sinken, sollte für nasse Wäsche wieder der Trockner zum Einsatz kommen, um Schimmelbildung in der Wohnung zu vermeiden.
Geräte ausschalten im Urlaub
Wer im Sommer für mehrere Tage oder sogar Wochen am Stück verreist ist, kann auch anderen elektrischen Geräten zu Hause eine Urlaubspause gönnen. Die Verbraucherzentralen raten, bei Router, Stereoanlage oder Fernseher wirklich den Stecker zu ziehen, anstatt sie im Standby-Modus weiterlaufen zu lassen. Eine bevorstehende Urlaubsreise kann auch ein guter Anlass sein, um den Kühlschrank vollständig zu leeren und zu säubern. Genauso sollte der Gefrierschrank regelmäßig abgetaut werden, denn ohne Eisschicht kann er effizienter kühlen und verbraucht weniger Strom. Wichtig ist, bei ausgeschalteten Kühlgeräten die Türen offen stehen zu lassen, damit keine unangenehmen Gerüche oder Schimmel entstehen.