Das ungeliebte Kleinschwimmbecken im Schulzentrum Aspe

Dieter Asbrock

  • 2
Nicht auf der Höhe der Zeit: Die Kleinschwimmhalle Aspe ist aufgrund vieler Mängel seit Jahren geschlossen. Wollte man sie wieder nutzen, müsste sie für viel Geld runderneuert werden. Für den Schulsport bräuchte man sie nicht, zumal sie ohnehin viel zu klein ist. - © Stefan Backe
Nicht auf der Höhe der Zeit: Die Kleinschwimmhalle Aspe ist aufgrund vieler Mängel seit Jahren geschlossen. Wollte man sie wieder nutzen, müsste sie für viel Geld runderneuert werden. Für den Schulsport bräuchte man sie nicht, zumal sie ohnehin viel zu klein ist. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen/Werl-Aspe. Nur kurz ist in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses über das Kleinschwimmbecken im Schulzentrum Aspe gesprochen worden. Als Ausschussvorsitzender Frank Sommerfeld (SPD) aus dem Arbeitskreis Aspe berichtete, stellte er auch die Gretchenfrage zur Schwimmhalle: Abriss oder Sanierung?

Ronald Achtsnick, Fachbereichsleiter Hochbau, konstatierte zum Zustand des kleinen Bades kurz und knapp: „Sohle, Betonwanne, Stützen und Decke könnten bleiben – der Rest müsste neu." Was Andreas Wolf, Konrektor der Realschule, zu dem ebenso knappen wie eindeutigen Statement veranlasste: „Das Ding muss man abbrechen, da lohnt keine Investition."

Tatsächlich haben sich Real- und Gesamtschule im Geiste schon längst von der seit Jahren geschlossenen Schwimmhalle verabschiedet. Das Beckenmaß von gerade 10 mal 15 Metern lässt keinen brauchbaren Sportunterricht zu, Startblöcke oder einen Sprungturm gibt es nicht. Das Schulschwimmen findet schon seit Jahren im Lohfeld statt und hat sich etabliert.

„Man müsste hier wirklich alles rausreißen und erneuern", sagte Achtsnick im Gespräch mit der LZ. Der Sanitärbereich und das gesamte Wasserleitungssystem müssten erneuert werden, die Scheiben sind blind, die Halle aus den 70er Jahren ist praktisch nicht gedämmt, so dass auch eine energetische Sanierung nötig wäre. Die Kosten dürften erheblich sein.

Noch ist die Schwimmhalle Bestandteil der Planungen für den Ausbau des Schulzentrums. In Variante 1 werden drei neue Baukörper zwischen Aula und Schwimmhalle gesetzt, in Variante 2 werden Schwimmhalle und das so genannte Zehner-Haus abgerissen und vier neue Baukörper errichtet.

Von den reinen Baukosten her erscheint Variante 2 teurer. Das dürfte aber eine Milchmädchenrechnung sein: „Würde man die Schwimmhalle sanieren, um sie wieder zu nutzen, müsste man außer den Kosten dafür auch bedenken, dass man auf Jahre laufende Betriebs- und Personalkosten hat", so Achtsnick. Hinzu komme, dass man in absehbarer Zeit auch das Zehner-Haus ersetzen müsse – auch das müsse in die Gesamtbetrachtung einbezogen werden.

Nun soll eine möglichst genaue Kostenschätzung für beide Varianten samt Folgekosten erstellt werden, damit Verwaltung und Politik wissen, mit welcher Variante sie langfristig besser fahren. Und das soll bald geschehen, denn bis zu den Sommerferien möchten Achtsnick und seine Kollegin Gudrun Wandke vom Fachdienst Schule und Sport den Beschluss unter Dach und Fach haben, mit dem sie an die praktische Umsetzung gehen können.

Die Entscheidung soll im Mai fallen

Geht es nach dem Willen des Arbeitskreises Schulzentrum Aspe, so werden im Frühling Nägel mit Köpfen gemacht. Das Planungsbüro „h4a" hatte dort seine Ideen für den Umbau des Schulzentrums vorgestellt. Dem Ausschuss für Bildung und Kultur erstattete dessen Vorsitzender Frank Sommerfeld (SPD) jetzt Bericht darüber.

Das Zentrum von oben: Zwischen Aula und Sporthalle sollen die Realschul-Neubauten entstehen. Fraglich ist, ob die Schwimmhalle (rechts neben der Sporthalle) und das Haus für die zehnte Jahrgangsstufe stehen bleiben oder die große Lösung kommt. - © www.aspereal.de
Das Zentrum von oben: Zwischen Aula und Sporthalle sollen die Realschul-Neubauten entstehen. Fraglich ist, ob die Schwimmhalle (rechts neben der Sporthalle) und das Haus für die zehnte Jahrgangsstufe stehen bleiben oder die große Lösung kommt. (© www.aspereal.de)

Demnach gehen die Planer von zwei wirklich getrennten Schulen, der Gesamtschule und der Realschule, mit eigenen Schulgebäuden aus. So soll für die Gesamtschule das sogenannte Langhaus im Bestand umgebaut werden. Kernpunkte dabei sind die Bündelung der einzelnen Jahrgänge zu Klassenverbänden, die Vergrößerung der Bibliothek, die Schaffung von Foren und Freizonen sowie die Verbesserung des Tageslichteinfalls im gesamten Gebäude. „Kostenschätzungen für den Umbau der Gesamtschule konnten die Planer während der Sitzung noch nicht nennen", schreibt Sommerfeld in einer Pressemitteilung.

Die Planungen für die Realschule sehen zwei Varianten des Neubaus vor. Eine Variante beinhaltet den Neubau von drei Baukörpern, den sogenannten Lernhäusern. Bei diesem Vorschlag würden die Schwimmhalle und der vorhandene Pavillon für die zehnten Klassen erhalten bleiben. In der zweiten Variante wird für den Klassenpavillon ein zusätzlicher Baukörper erstellt. Hierfür müssten allerdings der bisherige Pavillon und die Schwimmhalle weichen.

Beide Varianten kommen ohne den Einsatz von Containern als Klassenraumersatz aus.„Ein Vorteil der Variante II wäre die Umsetzung des pädagogischen Konzepts der Jahrgangsstufenhäuser, das heißt, jede Jahrgangsstufe hätte ihr eigenes Lernhaus. Alle Lernhäuser und Fachräume wären durch eine breite Magistrale miteinander verbunden und wären einfach erreichbar", schreibt Sommerfeld.

Um möglichst früh in die politische Beratung einsteigen zu können, sollen die Planer bis Mai endgültige Kostenschätzungen vorlegen. Am 18. Mai soll es eine Sondersitzung des Arbeitskreises geben, am 24. Mai sollen die Fachausschüsse Bau- und Verkehr, Stadtplanung, sowie Bildung und Kultur abschließend über die Planungen beraten.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare
2 Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.