Bad Salzuflen. In der Volkshochschule wird derzeit eifrig gewerkelt. Der Umbau der ehemaligen Aula zu Seminarräumen ist fast abgeschlossen. Zurzeit wird an der Gebäuderückseite ein zweiter Fluchtweg installiert. Die Räume im Anbau hingegen stehen leer und werden es auch bleiben: Dieser Trakt wird in absehbarer Zeit abgerissen.
VHS-Direktor Franz Meyer hatte vergangene Woche absichtlich in die neuen Seminarräume eingeladen, um das neue Semesterprogramm vorzustellen. Von der einstigen Aula ist wenig mehr als der Parkettboden geblieben. Dass an der Stelle des einen Seminarraumes mal die Bühne war, erkennt man nur an den nun ungewöhnlich hoch hängenden Heizkörpern. Meyer kann den Verlust der Aula angesichts des Zugewinns von sieben Räumen im Haus verschmerzen. Sollte die Aula in einer fernen Zukunft doch mal wieder gebraucht werden, seien alle Wände spurlos wieder zu demontieren.
Dass es dazu kommen wird, ist wohl unwahrscheinlich, war doch der große Saal eher selten genutzt worden. Für Meyer ist wichtiger, „dass endlich in das Hauptgebäude investiert wurde." Dadurch seien die Betriebskosten signifikant gesenkt worden. Der Investition war ein jahrelanger, vergeblicher Versuch von Rat und Verwaltung vorangegangen, den Gebäudekomplex zu verkaufen. „Niemand kauft so eine denkmalgeschützte Immobilie, zudem ist die Statik des Gebäudes nicht so ohne weiteres zu verändern und an andere Nutzungen anzupassen", so Meyer. Daher wurde vor gut einem Jahr beschlossen, 400.000 Euro in das Haupthaus zu investieren und Anbau samt Hausmeisterwohnung abzureißen – deren Sanierung hätte eine Million Euro gekostet.
Zum Abriss ist es dann erst einmal nicht gekommen. Durch die vielen Flüchtlinge, die nach Bad Salzuflen kamen, sah die Stadt sich gezwungen, den VHS-Anbau vorsichtshalber als Flüchtlingsunterkunft zu reservieren. Für Meyer hatte das den erfreulichen Nebeneffekt, dass die Investitionen in den Altbau um so zügiger erfolgen mussten, um die wegfallenden Räume auszugleichen. Entgegen den ursprünglichen Plänen hatte sich aber herausgestellt, dass das Selbstlernzentrum des Kreises (SLZ) nicht im Altbau untergebracht werden konnte. Dafür fanden sich in Gesprächen mit dem Staatsbad Räume im Kurgastzentrum. In denen lässt sich das SLZ jetzt häuslich nieder – am Freitag wurde die letzte Umzugskiste aus dem VHS-Anbau geschafft.
Franz Meyer ist insgesamt zufrieden. Geld ins Haus zu stecken und es zu modernisieren, sichere den Standort Bad Salzuflen. Die Stadt könne auf eine eigene VHS nicht verzichten, ist er überzeugt. Wann der Anbau abgerissen wird, ist noch nicht klar. Nachdem er nicht für Flüchtlinge benötigt wird, könne dies im kommenden Quartal, spätestens aber 2017 der Fall sein. Die Stadt will die freiwerdende Fläche für Wohnbebauung vermarkten.