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Bad Salzuflen

Kiliansfest lockt zahlreiche Besucher an

Bad Salzuflen-Schötmar. Der Mut der Veranstalter, an mehreren Stellschrauben des bewährten Konzepts zu drehen, hat sich ausgezahlt: Das Kiliansfest war ein großer Erfolg.

Zahlreiche Besucher sind nach Schötmar geströmt und haben aus der Kirmes ein Fest der Vielfalt gemacht.
„Ein großes Fest für alle Bürger" hatte Jochen Heidbreder, Vorsitzender des Bürgervereins, im Vorfeld versprochen. Dazu hatte sich dieser mit den Schötmaraner Schützen, dem Heimat- und Verschönerungsverein und dem Deutschen Kinderschutzbund zusammengetan.

Fotostrecke: Kiliansfest 2016

„Der Anteil der einheimischen Besucher geht immer weiter zurück", erklärte Michael Schüler, Medienkoordinator dieses Projektes. Die Idee: das bewährte Konzept um Zutaten ergänzen, um ein Fest zu erhalten, das allen Bürgern gleichermaßen gefällt.

Und so gab es am Freitagabend nicht nur Auftritte der Bad Salzufler Bands „Aged Blend" und „More or Less", sondern auch ein Platzkonzert des Spielmannszugs Altenbeken auf der Begabrücke, auf der die Schützen ihr Standquartier eingerichtet hatten.

Dominieren am Bahnhof sonst die wummernden Techno- und Hip-Hop-Beats des bei den Jugendlichen ungebrochen beliebten Autoscooters, stellte die Marschmusik, die am Samstagnachmittag an selber Stelle wiederholt wurde, einen deutlichen Kontrast dar – eine andere Form der Vielfalt.

Neben dem Flohmarkt des christlichen Büchervereins und der Aktion „Stadtradeln" auf dem Kirchplatz erfreute sich am Samstag mit den drei geführten Stadttouren (Infokasten) eine weitere Neuheit regen Zuspruchs. Musikalisch ging es abends gleich an zwei Stellen zur Sache.

An der Schülerstraße transportierten die „Rockin’ Rebels" mit zeitlosen Klassikern etwa von Elvis Presley, Ray Charles und Fats Domino das Lebensgefühl der 50er und 60er Jahre auf die große Bühne. Bereits im Vorjahr hatten sie die Leichtigkeit des Rock’n’Roll auf das Publikum übertragen, das schwungvolle Tänze vor der Bühne darbot.

In diesem Jahr verlegte der Bürgerverein deshalb einen Tanzboden. „Den werden wir im nächsten Jahr wieder bringen", kündigte Heidbreder an, als Tänzer des Rock’n’Roll-Clubs Schaumburg darüber wirbelten und sich auch weitere Besucher spontan animieren ließen.

Auf der Bühne am Bahnhof zeigten die „Revelers" ihre Vielseitigkeit, die von Jimi Hendrix über „U2" bis hin zu Wolfgang Petry reichte. Als Sängerin Alexa Warich „Have You Ever Seen the Rain" von „Creedence Clearwater Revival" intonierte, konnte das Publikum diesen bereits auf der Haut fühlen.

Bei bestem Spätsommerwetter und offenen Geschäften wurde es am Sonntag richtig voll auf Begastraße und Krummer Weide.

Die Schützen hatten eigens das „1. Garderegiment zu Fuß" aus dem Rheinland aufgeboten, das in historischen preußischen Uniformen spielte und viele Passanten zum Verweilen brachte.

Die Organisatoren zeigten sich hoch zufrieden mit dem Kiliansfest: Es sei so voll gewesen wie seit 20 Jahren nicht mehr, hieß es übereinstimmend seitens der Vereine.

Information

Kultur fernab vom Getümmel

Drei Gruppen lösten sich am Samstagabend vom Getümmel des Kiliansfestes und erkundeten, begleitet von Musikern des Spielmannszugs, Schötmar auf historischen Stadtrundgängen.

Bei Sabine Mirbach standen unter anderem das Schloß Stietencron, das alte Priesterhaus des Shlom Itzig und das ehemalige Hotel Korf im Fokus.

Markus Honermeyer und Andreas Gronemeier führtenauf den Turm der Kilianskirche und zeigten den Kirchplatz mit den alten Gräberdenkmälern und den beiden ältesten Häusern des Ortes, die mit Einrichtung der Begegnungsstätte aus dem Dornröschenschlaf erwachten.

Dr. Stefan Wiesekopsieker erinnerte an den Industriestandort Schötmar.

Da viele der Produktionsstätten für Möbel, Schuhe, Zelluloidwaren oder Kekse an Orten wie der Ufer- und Schülerstraße nicht mehr erhalten sind, hatte er alte Aufnahmen mitgebracht.

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