Sinalco: Eine Weltmarke made in Detmold

Stadtrundgang erinnert an die Geschichte des Unternehmens

Torben Gocke

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Eine Weltmarke aus der Residenzstadt: Dr. Hans Joachim Keil führt die Gruppe von Neugierigen auf den Spuren der Sinalco-Vergangenheit durch Detmold. - © Torben Gocke
Eine Weltmarke aus der Residenzstadt: Dr. Hans Joachim Keil führt die Gruppe von Neugierigen auf den Spuren der Sinalco-Vergangenheit durch Detmold. (© Torben Gocke)

Detmold. Was heute noch übrig ist von dem einst erfolgreichen Unternehmen Sinalco, das weiß Dr. Hans-Joachim Keil ganz genau. Der Pensionär hat nun eine geführte Wanderung entlang der alten Werksgelände veranstaltet.

Und er wusste zwischen Bahnhofsstraße und Industriestraße reichlich zu berichten. Immerhin hat sich der ehemalige Regierungsbeamte lange mit der Geschichte des Unternehmens auseinandergesetzt. „Es hat mich schnell gefesselt und nicht mehr los gelassen“, erklärt er den etwa 50 Teilnehmern der Exkursion gleich zu Beginn. „Wenn so ein bekannter Name wie Sinalco seinen Ursprung in Detmold hat, dann muss ich mich einfach damit auseinandersetzen.“

Denn der bis heute erhaltene Markenname hat es weit über die Grenzen Lippes und auch Deutschlands hinaus geschafft. „Bis nach Lateinamerika hat sich dieses Produkt verbreitet, nd zwar bereits recht früh – allerdings unter einem anderen Namen“, sagt Keil.

Mit der „Bilz-Brause“ ging es im Jahr 1902 unter der Regie des Kaufmannes Franz Hartmann los. „Den Namen hatte der Detmolder Unternehmer seiner Partnerschaft mit dem damals recht renommierten Naturheilkundler Eduard Bilz zu verdanken“, erklärt Keil. Sinalco tauchte erst drei Jahre später auf. Im Jahr 1905 kam das Unternehmen zu dem heute bekannten Namen. „Der wurde damals in Form eines Preisausschreibens ermittelt“, weiß der frühere Regierungsbeamte.

Beginnend im Jahr 1903 entstanden im Bereich zwischen der Detmolder Bahnhofstraße und der Sedanstraße schließlich die Verwaltungsgebäude und die Fertigungshallen der Firma. „Bis heute sind das große Kontorhaus und die Unternehmervilla erhalten“, erläutert Keil unmittelbar vor den markanten Gebäuden im süddeutschen Neobarock. „Und so schnell werden diese Bauten wohl nicht aus dem Detmolder Stadtbild verschwinden, schließlich stehen sie seit 1987 unter Denkmalschutz.“ Das große rote Firmenlogo an der Seitenwand des Kontorgebäudes ist ebenfalls entsprechend geschützt.

Das Unternehmen selbst ist heute komplett aus der Residenzstadt verschwunden. Die Produktion in Detmold wurde 1987 eingestellt, und zehn Jahre später folgte die Schließung der Sinaclo AG am Standort. Die Marke wurde an die Duisburger Hövelmann-Gruppe verkauft.

Mehr über die Geschichte und weitere Führungstermine unter www.sinalco-in-detmold.de

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