Diese Dose kann im Notfall Leben retten

Thorsten Engelhardt

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Der Behälter enthält ein Informationsblatt und zwei kleine Aufkleber, die an Wohnungs- und Kühlschranktür schon auf die Dose hinweisen. - © Yvonne Glandien
Der Behälter enthält ein Informationsblatt und zwei kleine Aufkleber, die an Wohnungs- und Kühlschranktür schon auf die Dose hinweisen. (© Yvonne Glandien)

Kreis Lippe. Der Rettungsdienst kommt nicht zum Kaffeeklatsch. Wenn Rettungsassistenten und -sanitäter sowie Notärzte ausrücken, geht es mindestens um die Gesundheit, manchmal auch um Leben und Tod. Die professionellen Helfer benötigen dann möglichst viele Informationen, um den Patienten gut behandeln zu können. Eine kleine Notfalldose kann hier Hilfe leisten.

Der Behälter mit grünem Aufdruck und ebensolchem Deckel enthält ein Informationsblatt, auf dem Auskünfte zur eigenen Person, den Vorerkrankungen und ständig eingenommenen Arzneimitteln eingetragen werden können, aber auch Kontaktdaten der Angehörigen, der Hausarztpraxis und sogar über möglicherweise zu versorgende Haustiere.

Die Vorderseite des Infosblatts.

Damit die Retter schnell alles Notwendige wissen, sollte die Dose in der Kühlschranktür aufbewahrt werden, denn der ist in jeder Wohnung vorhanden und schnell zu finden. Zwei kleine Aufkleber, die an Wohnungs- und Kühlschranktür schon auf die Dose hinweisen, liegen ebenfalls bei.

Die Notfalldose wird von der LZ über ihre Geschäftsstellen vertrieben und auf Wunsch via Citipost auch zugestellt. Vier Euro kostet der Behälter, die LZ gibt 50 Cent davon weiter an den Regionalverband der Johanniter, die in diesem Jahr Jubiläum feiern. Der Kreis Lippe gibt zu jeder Notfalldose außerdem noch eine Notfallkarte hinzu, die mit den gleichen Informationen versehen zum Beispiel ins Portemonnaie gesteckt werden kann.

Stefanie Borries ist Notfallsanitäterin der Johanniter und arbeitet meist auf der Wache, die die Organisation in Horn-Bad Meinberg besetzt. Sie weiß aus dem täglichen Erleben, dass Menschen, die unter 112 den Rettungsdienst gerufen haben, sich natürlich in einer Stresssituation befinden. Selbst wenn sie es wissen, können sie dann nicht immer präzise Auskunft über Vorerkrankungen des Patienten oder notwendige Medikamente geben.

Durch die eingetragenen Informationen können die Helfer schneller reagieren.

Das seien für die optimale Behandlung aber wichtige Informationen, sagt Daniel Fischer, Leitender Notarzt in Lippe und ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. Beide begrüßen gemeinsam mit Achim Reineke, Teamleiter Rettungsdienst beim Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe, die Initiative der LZ, die Notfalldose als freiwilliges Angebot zu verkaufen. Die Landes-Zeitung habe dabei eine Idee aufgegriffen, die das Oerlinghauser Ehepaar Obelode nach Lippe gebracht hat, berichtet Ellen Tölle, Leiterin des Kundenservice bei der LZ.

Eine Idee, die einleuchtend ist, wie Hans-Jörg Düning-Gast, der allgemeine Vertreter von Landrat Dr. Axel Lehmann findet. Die Notfalldose könne alle wichtigen Informationen enthalten und spare so wertvolle Zeit – nicht nur für den Rettungsdienst, sondern auch bei der späteren Behandlung im Krankenhaus. Bei einem Schlaganfall oder wenn ein Herzkatheter eingesetzt werden müsse, zähle jede Minute.

Präsentieren die Notfalldose: (von links) Ellen Tölle (LZ), Rettungsassistent Heiko Plöger, Hans-Jörg Düning-Gast (allgemeiner Vertreter des Landrates), Notfallsanitäterin Stefanie Borries, Leiter Rettungsdienst Achim Reineke und Leitender Notarzt Daniel Fischer. - © Thorsten Engelhardt
Präsentieren die Notfalldose: (von links) Ellen Tölle (LZ), Rettungsassistent Heiko Plöger, Hans-Jörg Düning-Gast (allgemeiner Vertreter des Landrates), Notfallsanitäterin Stefanie Borries, Leiter Rettungsdienst Achim Reineke und Leitender Notarzt Daniel Fischer. (© Thorsten Engelhardt)

Was für die professionelle Behandlung gilt, gelte einmal mehr für die Erste Hilfe, sagt Notarzt Daniel Fischer. Ersthelfer seien das entscheidende Glied in der Kette, insbesondere, wenn ein Patient wiederbelebt werden müsse. Mit jeder Minute, die dabei ungenutzt verstreiche, würden die Überlebenschancen um zehn Prozent sinken. Deshalb begrüßt der Mediziner nicht nur die Idee der Notfalldose, sondern appelliert auch an die Lipper, mal wieder einen Erste-Hilfe-Kursus zu besuchen.

Alleingelassen werden Ersthelfer auch im Notfall nicht – die Spezialisten von der Rettungsleitstelle des Kreises begleiten sie notfalls auch am Telefon. „Das schlimmste ist, sowieso, nichts zu tun", fügt Stefanie Borries an.

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