Mädchen haben Spaß am Fußball und der Gemeinschaft

Mädchenteam des TuS Eichholz-Remmighausen spielt mit Sondergenehmigung bei der E-Jugend

Sebastian Lucas

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"Manager" Mike Krüger mit Chiara Alea Kahs, Jule Suermann, Hannah Suermann und Trainerin Madleen Gandzior. - © Sebastian Lucas
"Manager" Mike Krüger mit Chiara Alea Kahs, Jule Suermann, Hannah Suermann und Trainerin Madleen Gandzior. (© Sebastian Lucas)

Detmold-Remmighausen. „Mann gegen Mann“ macht den Sport häufig aus. Beim TuS Eichholz-Remmighausen heißt es „Mädchen gegen Junge“. Die Acht- bis Zwölfjährigen lieben den Fußball und die Gemeinschaft. Es ist ein verregneter Tag, als der Sportredakteur das Team von Trainerin Madleen Gandzior (17) besucht. Doch das Wetter stört die Mädchen nicht. Während Gandzior noch im Sporthaus beim Pressegespräch sitzt, kicken ihre Spielerinnen bereits mit dem Leder, sie üben kurze Pässe. Alles ganz normal, wären da nicht die Meisterschaftsbegegnungen gegen Jungs.

„Wir nehmen mit einer Sondergenehmigung am Spielbetrieb der E-Jugend teil“, erläutert Madleen Gandzior. Und Andreas Suermann, ein Vater, erklärt: „Bis einschließlich D dürfen Mädchen und Jungen regulär zusammen spielen.“ Da es jedoch im Kreisgebiet sonst keine weiblichen Mannschaften in dieser Altersklasse gibt, geht der TuS seinen eigenen Weg. Und nimmt selbst 0:23-Niederlagen in Kauf.

TuS-Manager Mike Krüger (39) ärgern diese Ergebnisse: „Ich verstehe die gegnerischen Trainer nicht. Selbst bei einer hohen Führung treiben sie ihr Team weiter an.“ Gelassener nehmen es die Spielerinnen. Chiara Alea Kahs (10): „Nach diesem Spiel dachte ich: oh, Gott. Aber grundsätzlich macht es viel Spaß mit den Mädels. Denn Jungs schreien einfach zu viel rum. Bei uns ist es witzig.“ Über ihre Grundschullehrerin war Chiara Alea auf die Mannschaft in Remmighausen aufmerksam gemacht worden und nimmt seitdem an den zwei Trainingseinheiten pro Woche teil.

Vor einem guten Jahr hatte der TuS mit Hannah Suermann (11) als „Testimonial“ für die neue Mannschaft geworben. Hannah, die bei den Jungs kickte, war auf einem Flyer groß abgedruckt: „Bei den Jungs habe ich mich nicht unwohl gefühlt, aber bei uns ist der Zusammenhalt noch größer.“

Madleen Gandzior, die mit „Co“ Jan Eskuchen die Verantwortung trägt, erklärt: „Die Mädels profitieren davon, dass sie gegen stärkere Gegner antreten. Unsere Idee wurde gleich gut angenommen. Viele Mädchen haben einfach keine Lust, mit Jungs zu spielen. Denn von denen werden sie oft nicht angespielt.“ Und was können die Mädchen besser? „Mit Niederlagen umgehen. Wegen der teilweise deutlichen Ergebnisse hat noch niemand aufgehört.“

Mike Krüger freut sich über die positive Entwicklung: „Wir überlegen bereits, eine zweite Mannschaft aufzubauen. Doch uns fehlen Trainer.“„Ganz ohne Erfolge geht es nicht“, weiß Vater Andreas Suermann und weist auf die riesige Freude nach dem „schönsten Saisontor“ hin: „Hannah schlug eine Ecke, und Chiara köpfte ein. Am Ende hieß es 1:4.“

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