Augustdorfer Soldaten aus Irak zurück - aber weiter in Bereitschaft

Die Bundeswehr hat die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte vorübergehend ausgesetzt. 32 Angehörige des Panzerbataillons 203 können binnen vier Tagen wieder die Schulungen der Peschmerga-Kämpfer aufnehmen

Dirk-Ulrich Brüggemann

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Ein Bundeswehr Soldat (links) begleitet die Ausbildung kurdischer Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet bei Erbil. - © dpa
Ein Bundeswehr Soldat (links) begleitet die Ausbildung kurdischer Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet bei Erbil. (© dpa)

Augustdorf/Berlin. Angesichts der angespannten Lage im Irak hat die Bundeswehr die dortige Ausbildungsmission für irakische Sicherheitskräfte vorübergehend ausgesetzt. Die 32 im zentralirakischen Tadschi stationierten Bundeswehrsoldaten, die alle zum in Augustdorf stationierten Panzerbataillon 203 gehören, sind über Al-Asrak in Jordanien ausgeflogen worden. 

Am Donnerstag letzter Woche kamen sie auf dem Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover an. „Die Männer befinden sich in einer 96-Stunden-Bereitschaft", erklärt der Sprecher der Panzerbrigade 21 „Lipperland", Hauptmann Martin Waltemathe. „Sie können jederzeit wieder in den Irak zurückkehren und ihre Ausbildungsmission dort fortsetzen."

Weitere 119 Bundeswehrsoldaten befinden sich derzeit im kurdischen Erbil im Norden des Irak. 34 dieser Männer gehören ebenfalls zum Panzerbataillon 203. „Dort steht innerhalb der nächsten 14 Tage der turnusgemäße Kontingentwechsel an", erklärt Waltemathe. „Ob dann andere Soldaten in den Irak verlegt werden, ist eine politische Entscheidung, die in Berlin gefällt wird", ergänzt der Sprecher.

Bundesregierung plant keinen weiteren Abzug

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte bei einem Besuch in der jordanischen Hauptstadt Amman, dass die Bundesregierung derzeit keinen weiteren Abzug der im Irak eingesetzten Soldaten im Anti-IS-Kampf plane. Die deutschen Soldaten, die zur Zeit in Erbil, Jordanien und Kuwait sind, werden dort verbleiben", sagte Maas. Man warte die Entscheidung der irakischen Regierung ab, ob ausländische Truppen im Land bleiben sollten. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird", fügte der Außenminister hinzu.

Maas ließ keinen Zweifel daran, dass er einen Abzug für falsch halten würde. Viele internationale Partner machten der irakischen Regierung derzeit klar, dass der Kampf gegen die radikalislamische IS-Miliz noch nicht abgeschlossen sei. Aber man werde jede Entscheidung der Regierung in Bagdad akzeptieren. Das irakische Parlament hatte einen Abzug der Truppen gefordert. Er hoffe aber, dass man eine neue Einladung der irakischen Führung erhalten werde, weiter im Land zu bleiben. „Bis dahin werden die deutschen Soldaten dort verbleiben, wo sie sich befinden", kündigte der SPD-Politiker an.

Die Aufklärungsjets der Bundeswehr über Syrien und dem Irak, die von Al-Asrak aus starten, fliegen wieder. Jetzt ist auch die Luftbetankung wieder aufgenommen worden.

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