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Bad Salzuflen

Salzufler entwickelt aus der Not heraus ein Körperstativ

Bad Salzuflen. Seine Arbeit hat ihn um die halbe Welt geführt, seine besten Erfindungen hat Dietmar Schultze-Petzold jedoch in Bad Salzuflen entworfen. Diese schafften es sogar bis ins Fernsehen.

Es ist ein bewegtes Leben, auf das Dietmar Schultze-Petzold mit seinen 75 Jahren zurückblickt. Nach einer Ausbildung zum Kellner und Pagen zog ihn die Marine ein. „Spaß an Technik hatte ich immer", sagt der rüstige Rentner, der auch als Steward auf zahlreichen Schiffen seinen Dienst verrichtete. Privat hat ihn schon früh der Modellbau fasziniert. Doch nicht nur das. Im Kopf hatte er eigene Ideen. Unter anderem das Modell einer Jacht. Wenig später baute er das Minischiff nach seinen Vorstellungen. Mit den Jahren kamen die Hobbys Film und Fotografie hinzu.

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Mit 35 folgte dann ein gesundheitlicher Rückschlag: Ein erblich bedingter Tremor - ein unwillkürliches Zusammenziehen einander entgegenwirkender Muskelgruppen - machte feinmotorische Arbeiten fast unmöglich.

Dietmar Schultze-Petzold gab jedoch nicht auf. Nach langem Grübeln hatte er 1998 eine Idee, wie er trotz der Krankheit und der unruhigen Hand sein Hobby weiter ausüben kann. Mit Hilfe des Ingenieurs Stefan Heuschkel baute er den ersten Prototyp eines am Körper getragenen Stativs. Im Bielefelder Innovationszentrum rannte er mit seiner Idee nach eigenen Angaben offene Türen ein. „Man ermutigte mich, weiter zu entwickeln", erinnert er sich.

Rund fünf Jahre später war die zweite Version des Stativs geboren. Dietmar Schultze-Petzold hatte Tipps von Freunden aufgegriffen und direkt umgesetzt. So war sein neues Modell besser gepolstert, demontierbar und auch für einen Laptop oder ein Tablett geeignet. Bei seinem dritten und bisher letzten Modell ist das Stativ jetzt an Gurten aufgehängt, die bequem auf den Schultern aufliegen. Über einen Kugelfederverschluss ist eine Platte montiert, auf der Foto- oder Videokameras befestigt werden können. Durch den Körperrumpf entsteht so ein ruhiges Kamerabild.

„Ich möchte mit meinen Erfindungen Menschen mit Handicap unterstützen", sagt Schultze-Petzolt, der auch im Bad Salzufler Vereinsleben seinen festen Platz hat.

Die Ideen hat sich er sich als Gebrauchsmuster schützen lassen. Nicht zuletzt durch einen Fernsehbericht des MDR-Erfindermagazins „Einfach genial" hat der Salzufler überregionale Bekanntheit erlangt. „Es gibt schon einige Interessenten, aber ich lasse es jetzt einfach auf mich zukommen", gibt sich Schultze-Petzold gelassen.

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TV-Termine
Die MDR-Fernsehsendung „Einfach genial" mit der Erfindung von Dietmar Schultze-Petzold wird bereits am Samstagmittag um 13 Uhr im RBB sowie um 15.30 Uhr im MDR-Fernsehen wiederholt. Weitere Ausstrahlungstermine sind am Sonntag um 7.35 Uhr im NDR sowie am Montag um 5.25 Uhr (MDR) und 13 Uhr (NDR).

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