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Bad Salzuflen-Schötmar

Junger polnischer Künstler stellt im "Fachwerk" in Schötmar aus

Bad Salzuflen-Schötmar. Rund 30 großformatige Ölbilder füllen zur Zeit „Das Fachwerk". Die Bilder zeigen menschliche Gesichter in unterschiedlichen Ausdrucksformen, Farben und Größen. Sie sind plakativ und wirken unmittelbar. Sie sind Teil der neuen Ausstellung „Menschenbilder" des jungen Künstlers Jakub Stiller, die jetzt eröffnet worden ist.

Jakub Stiller wurde 1996 in Poznan, Polen, geboren und zeigte schon früh Interesse und Talent für verschiedene Kunstformen. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Gorzow/Wielkopolski. Seine größte Leidenschaft ist das Zeichnen und Malen. Den Kontakt zu ihm hat Erol Atila hergestellt, der früher im Vorstand der Künstlervereinigung „Das Fachwerk" mitwirkte.

Eigentlich sollte der polnische Künstler Michael Bajsarowicz ausstellen, dessen Bilder schon öfters im „Fachwerk" zu sehen waren. Da Bajsarowicz verhindert war, empfahl er den jungen Nachwuchskünstler Jakub Stiller.

Die Bilder sind recht intime Charakterstudien, die Inneres zum Teil fratzenhaft nach außen kehren und im Laufe von zwei Jahren entstanden sind. Eines trägt den Titel „Maz i Zona" (Mann und Frau) und vereint eine männliche und weibliche Gesichtshälfte über einem Ehering. Der Titel spielt auf die gleichnamige Komödie des polnischen Dramatikers Aleksander Fredro an.

Ein eher düster gehaltenes Selbstbildnis zeigt Jakub Stiller mit nacktem Oberkörper, der mit einem selbstverfassten Gedicht unten in der Ecke den Verlust der menschlichen Würde anklagt. Dieses Bild sei in einer eher melancholischen Phase entstanden, sagte der Künstler, der sich nach dem Zyklus „Menschenbilder" demnächst dem Thema „Traum" widmen möchte.

Psychedelische Ansätze dazu finden sich bereits jetzt in seiner Kunst. Die Vernissage wurde musikalisch umrahmt von der lippischen Musikgruppe „Mariposa" (spanisch: Schmetterling), die mit Rolf Leßmeier (Drehleier), Veronika van Slooten (Gesang) und Uwe Vogel (Maultrommel) Lieder der Renaissance zu Gehör brachten.

Die Ausstellung ist im „Fachwerk" bis Sonntag, 11. Juni, zu sehen.

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