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Bad Salzuflen

Bad Salzufler gibt immer Gas

Bad Salzuflen. So deutlich hat noch kaum Chefs in dieser Reihe sein Hobby herausgestellt. Andreas Reibchen ist mit Leib und Seele Motorsportfreund, das ist nicht zu übersehen.

Modelle und Kalenderblätter, die Fotografien und der andere Devotionalien beweisen: Porsche-, Lamborghini- oder Harley-Davidsons sind Reibchens Leidenschaft, der im Hauptberuf gemeinsam mit Bernd Schäfermeier die Geschäfte des Messezentrums Bad Salzuflen führt. Ein besonderes Foto zeigt einen Porsche 964. Den hatte er 1993 erstanden, neun Jahre gefahren, dann weiterverkauft – und nun zurückerworben, in einem Top-Zustand. „Aber billiger ist er nicht geworden", sagt der 50-Jährige lachend. Als der mittlerweile dritte Besitzer bei ihm das Interesse abgeklopft habe, habe er keine Sekunde gezögert.

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4 Antworten:

1. Ich bin derzeit sehr 
zufrieden, weil...


wir als privates Messezentrum 
Leistungen bieten, die viele 
große Messegesellschaften 
nicht bieten können.

2. Gegenwärtig läuft es 
bei uns gut, weil...

wir mit einem gut funktionierenden Team arbeiten und unsere Veranstaltungen gut ankommen.

3. Für die Zukunft wünsche ich, dass...

die Region, auch die großen Firmen hier aus Lippe, unser Messezentrum mehr nutzt.

4. Meine Mittagspause verbringe ich...

zuhause. Das sind nur drei Minuten von hier, 
und dann sehe ich meine Frau und meine Kinder.

„Klar, das Büro ist ganz schön hobbylastig. Aber warum auch nicht? Ich bin hier schließlich oft", sagt er. Schließlich sind an etwa jedem zweiten Wochenende Messen oder sonstige Veranstaltungen in den Hallen, dann ist der Chef vor Ort und eben viel im Büro, in seinem Reich – wo nur selten offiziell Gespräche geführt werden. Aber auch im regulären Konferenzrauem nebenan wird schnell klar: Dieses Hobby liegt im Reibchen-Blut. Die Leidenschaft des Vaters dokumentieren die Automodelle in der Vitrine, und schon die Firmengeschichte riecht nach Diesel und Benzin: „Mein Großvater besaß den ersten Traktor Lippes. Daraus entwickelte sich langsam eine kleine Spedition rund um die Landwirtschaft in Schötmar, und irgendwann kaufte er hier das Grundstück, wo heute die Halle 4 steht."

Als der Großvater plötzlich starb, machten Vater Dieter und Mutter Rosemarie weiter, bauten eine Lagerhalle für einen großen Möbel-Importeur, der potenzielle Kunden einige Kilometer vor Schieder abfangen wollte. So entwickelte sich das Unternehmen, das heute als „Messe Ostwestfalen GmbH" firmiert und 75.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche bietet. Reibchen ist sehr stolz darauf, als einziges privat geführtes Messezentrum zu den bedeutendsten in Deutschland zu gehören – „und es macht mir riesigen Spaß." Aussteller aus der Möbelbranche, Lebensmittler, die die Qualität von Wurst begutachten, Gartenfans, Modellbaufreunde, junge Leute, die sich über Jobs informieren – es ist die Vielfalt, die Spaß bereitet. 16 Menschen sind fest angestellt, zu Messezeiten kommen bis zu 400 hinzu.

Andreas Reibchen hatte nach der mittleren Reife zunächst Kfz-Mechaniker gelernt, merkte aber bald: Hobby ja, Beruf nein. So holte er das Abi nach und ließ eine kaufmännische Lehre im elterlichen Unternehmen folgen. Bei Vater und Mutter lernen? „Das ging gut. Ich stehe ja auf Familienunternehmen." 1991 machte er sich selbstständig, die Eltern ließen ihn. „Mach man".

Der Sohn wollte in der Halle 20 mehr als nur Möbel ausstellen, nutzte sie fortan für andere Messen – beginnend mit der Ausstellung eines Spritzgussmaschinenherstellers, der mit Coko in der Nachbarschaft ins Geschäft kommen wollte (was gelang). Reibchen erkannte die Chance und nutzte sie, „und die Ideen gehen mir bis heute nicht aus." Die Eltern haben sich vor wenigen Jahren ganz zurückgezogen, sie mischten aber viele Jahre mit.

Er ist umtriebig, fährt am Wochenende Motorrad, treibt Sport, ist Vorsitzender im Marketing-Beirat Bad Salzuflen, denn „Stillstand mag ich nicht". Und neben all den Auto-Devotionalien findet sich doch noch eine weitere Büro-Besonderheit: Ein Foto zeigt Andreas Reibchen neben Kanzlerin Merkel, entstanden beim CDU-Parteitag vor einigen Jahren. Übrigens: Auch Bilder der Söhne gibt es, und es scheint weiterzugehen mit der Familiengeschichte: Die beiden großen Söhne (18 und 16) sind nicht abgeneigt. Der dritte (4) hat noch ein bisschen Zeit, fährt außerdem nur Bobby-Car.

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