Der nördlichste Teil Lippes liegt am Meer

Matthias Bungeroth

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Vor dem Haus „Detmold": Frank und Conni Schwäbisch mit Border Collie Caesar auf Norderney. - © Frank Schwäbisch
Vor dem Haus „Detmold": Frank und Conni Schwäbisch mit Border Collie Caesar auf Norderney. (© Frank Schwäbisch)
Per Rad unterwegs: Frank Schwäbisch - © Matthias Bungeroth
Per Rad unterwegs: Frank Schwäbisch (© Matthias Bungeroth)

Bad Salzuflen/Norderney. Wer erstmals auf der Nordseeinsel Norderney Urlaub macht, staunt, dass er auf dem Inselplan auch eine „Lippestraße" findet. Diese Namensgebung kommt zwar von dem Fluss Lippe (der bekanntermaßen nicht durch das Kreisgebiet fließt), ist aber sehr passend da man unter der Hausnummer 12 bis 15 das Jugend- und Gästehaus „Detmold" findet.

Leiter dieser Institution ist Frank Schwäbisch. „Ich komme aus Bad Salzuflen", erzählt der gelernte Betriebswirt für Hotellerie und Gastronomie. Der Touristiker war schon früh in der Jugendarbeit tätig. „Irgendwann war eine Stelle vakant und darauf habe ich mich beworben", sagt er. In dieser Funktion war es ihm ein Anliegen, aus dem Landschulheim alter Prägung ein modernes Familienfreizeitheim zu machen. So wurde das Haus „Detmold" 2009 in den Eigenbetrieb Schulen des Kreises Lippe integriert und auf einen modernen Stand gebracht. „Wir können uns jetzt demografisch allen Gruppen präsentieren", sagt Schwäbisch.

Und dort kommt die Einrichtung auch bestens an. Ob Experten für Lachyoga, die Bundesliga-Handballerinnen aus Blomberg und Youngsters aus Lemgo, sowie Jugendteams des DSC Arminia Bielefeld und Kickers Emden, sie alle waren seither schon in dem Inselquartier, das auf einer Fläche von 63.000 Quadratmetern insgesamt 260 Übernachtungsmöglichkeiten anbietet.

Fünf verschiedene Häuser gehören zur Anlage. „Wir sind hier die einzigen, die einen Kunstrasenplatz im Brandungsgebiet haben." Dieser liegt nur 200 Meter hinter den Dünen. „Man kann vom Haupthaus aus in nur 250 Metern zum Strand gehen." Dort angekommen, wird man als Schwimmer in der Nordsee auch bestens betreut. DLRG-Teams aus Ostwestfalen-Lippe betreuen den Strandabschnitt auf Höhe des Hauses „Detmold". Ein so genannter Strandkapitän hat dort die Verantwortung für die Sicherheit und Ordnung. „Die DLRG-Teams kombinieren meistens den Urlaub mit ihren Diensten", erzählt Schwäbisch.

„Unser Strand heißt sogar Lippestrand", sagt der Hausleiter nicht ohne Stolz und fügt lachend hinzu: „Wir sind der nördlichste Teil Lippes." Ja, sein Job sei durchaus stressig, räumt der Hausleiter auf Nachfrage ein. Doch: „Ich wäre nicht dabei, wenn es mir nicht gefallen würde." Arbeit, mit der man sich identifizieren könne, sei immer gut. Seine Aufgabe sei „das, was mich erfüllt." Doch natürlich gefällt ihm auch die Insel an sich. „Wir sind im östlichen Gebiet der Stadt Norderney." Gleich danach fängt der Nationalpark Wattenmeer an.

Dort ist Schwäbisch (56) gerne mit seiner Frau Conni (54) und dem Border Collie Caesar (11) auf einem Spaziergang unterwegs, wenn er mal abschalten möchte. „Das ist der Ort, wo ich Ruhe und Ausgleich finde." Im übrigen sind die Spaziergänge auch eine angenehme Pflicht. „Hütehunde wollen beschäftigt werden."

Auf Norderney, ist Schwäbisch überzeugt, kann man ganzjährig leben. Dafür sorgt einerseits das sich je nach Jahreszeit ändernde Naturerlebnis Nordsee, aber auch der Charakter des Zusammenlebens. „Das Wesen der Insel ist aktiv", sagt Schwäbisch. Überall werde Sport getrieben. So nimmt es nicht wunder, dass Norderney pro Jahr rund 3,6 Millionen Übernachtungen zählt. Das sei mehr als in der Stadt Hannover, wie Schwäbisch unterstreicht.

In Einrichtungen wie dem Haus „Detmold" des Kreises Lippe, der Caritas, der AWO oder den anderen Häusern verschiedener sozialer Träger können auch Menschen mit nicht so üppigem Budget Urlaub machen. „Ich bin Vorsitzender der sozialen Einrichtungen Norderneys." Da Mietwohnraum auf der Insel sehr teuer und auch begrenzt ist, haben viele der sozialen Einrichtungen auf Norderney eigenen Personalwohnraum gebaut. „Wir planen zusammen Wohnraum zu schaffen", wie Schwäbisch berichtet. Vieles sei wie mittlerweile wie eine Symbiose aus Privat- und Berufsleben. „Es ist einfach ein sehr lebenswertes Umfeld."

Gesund und Gezeiten

  • Die Nordseeinsel Norderney hat sich klar der Ausrichtung zum Gesundheitstourismus verschrieben. Man will zur Thalasso-Insel Nummer eins in Europa werden.
  • Dafür bietet unter anderem das Staatsbad ideale Voraussetzungen. Empfohlen werden: Sport im weichen Sand, Spaziergänge im Spülsaum am Wattenmeer, Baden im Meer zu allen Jahreszeiten und Strandspaziergänge in der Abendsonne.
  • Auch der Veranstaltungskalender auf der Open-Air Bühne am Strand kann sich sehen lassen: Von Max Giesinger bis Milow reicht hier die Bandbreite des Programms im Juli. Mehr unter: www.
norderney.de

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