Auch am Montagvormittag sind Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, um letzte Brandnester ausfindig zu machen und zu löschen.  - © Thomas Reineke

Bad Salzuflen
Nach Großbrand in Schötmar - Polizei geht von Brandstiftung aus, Belohnung ausgesetzt

Auch am Montagvormittag sind Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, um letzte Brandnester ausfindig zu machen und zu löschen.  (© Thomas Reineke)

Bad Salzuflen-Schötmar. Einer der größten Brandeinsätze der vergangenen Jahrzehnte in Lippe hat am Wochenende knapp 200 Feuerwehrleute viele Stunden in Atem gehalten. An der Ladestraße in Nähe des Schötmaraner Bahnhofs war am Samstag gegen 18.50 Uhr eine große Lagerhalle mit zwei Werkstätten in Flammen aufgegangen.

Update, Freitag, 11 Uhr: Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Zeugen. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen, ist von dritter Seite nun eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt worden. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, liegt der entstandene Sachschaden bei etwa 1,5 Millionen Euro. Im Zuge der Ermittlungen hatten sich Hinweise auf Brandstiftung ergeben. Wer Hinweise auf mögliche Täter geben kann oder wem zur Tatzeit Verdächtiges im Umkreis beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei unter 05231-6090 zu melden. Die Polizei weist abschließend darauf hin, dass "über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung nach Zeugenhinweisen unter Ausschluss des Rechtsweges nach Maßgabe der Bedeutung der einzelnen Hinweise entschieden wird."

Update Dienstag, 16.20 Uhr: Die Sirenen sind beim großen Brand in Schötmar nicht losgegangen, einige LZ-Leser hatten dafür kein Verständnis. Das Feuer sei sehr groß gewesen, habe aber in seiner Auswirkung ein kleineres Gebiet betroffen. „Hätte sich der Wind gedreht, der Rauch sich also über ein größeres Gebiet flächendeckend verteilt, hätten wir die Sirenen eingesetzt", sagt der Pressesprecher der Bad Salzufler Feuerwehr, Daniel Hobein. Immer dann, wenn davon auszugehen sei, dass die Sicherheit der Bevölkerung in der Fläche in Gefahr sei und sehr schnell sehr viele Menschen vor Schaden bewahrt werden müssten, würden die Sirenen ausgelöst.

Die Bad Salzufler Feuerwehr habe umgehend mehrfach Lautsprecherwagen durch die fünf Straßen geschickt, die betroffen waren. Außerdem habe man umfangreich über viele Kanäle informiert. Auch über die Apps „Nina" und „Katwarn" seien Warnungen rausgegangen.

Update, Dienstag, 13.40 Uhr: Wie der Kreis Lippe schreibt, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz einen ersten Kurzbericht übermittelt. Weil sich in der Lagerhalle laut Mitteilung diverse Stoffe und Materialien (darunter Holzplatten, Gasflaschen, Öl und Gaserzeugnisse und Kunststoffe) befanden, sei im Zuge der Nachlöscharbeiten der Verdacht aufgekommen, dass die vorgefunden Eternitplatten Asbest enthalten könnten. Ergebnis: In der Luft wurde kein Asbest gemessen. Weitere Proben werden zurzeit noch untersucht.

Zum vorsorglichen Schutz der Gesundheit spricht der Bevölkerungsschutz "bei sichtbaren Brandverwehungen und für sichtbare verunreinigt Objekte" folgende Handlungsempfehlungen aus:

  • Die Partikel nicht mit bloßen Händen anzufassen, sondern Handschuhe zu verwenden und die Partikel über die Restmülltonne zu entsorgen.
  • Verschmutzte Spielgeräte und Gartenmöbel ebenfalls gut reinigen und Spielsand gegebenenfalls über die Restmülltonne entsorgen.
  • Verschmutztes Wasser in Planschbecken und Swimmingspools sollte ausgetauscht werden.
  • Hundehalter sollten darauf achten, dass ihre Hunde in dem Bereich keine Partikel fressen.
  • Der Verzehr von Obst und Gemüse ist unkritisch, wenn es gut gereinigt werden kann. Dieses sollte gut abgewaschen, wenn möglich geschält, werden.

Zudem heißt es, dass die Stadt Bad Salzuflen in den betroffenen Ortsteilen (Schötmar, Werl und Biemsen-Ahmsen) auf öffentlichen Spielplätzen sowie in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche den Spielsand vorsorglich austauschen wird.

Update Dienstag, 12.05 Uhr: Für Montag, 30. September, wird ein vierköpfiges Team aus Biologen die Folgen für den Fischbestand untersuchen. Nach Aussagen der Experten sei bislang überhaupt noch nicht absehbar, wie groß der tatsächliche Schaden ist. Aktuell ist auch der Messzug des Kreises in Schötmar unterwegs, um die Luftqualität zu messen. Hintergrund waren besorgte Anrufe von Bürgern bei der Feuerwehr, wonach es wieder stärker nach Rauch gerochen haben soll. Gesundheitsgefährdende Werte werden aber nicht erwartet.

Haushoch stapelt sich der Müll auf dem Gelände der abgebrannten Halle, der nach und nach abgetragen wird. - © Thomas Reineke
Haushoch stapelt sich der Müll auf dem Gelände der abgebrannten Halle, der nach und nach abgetragen wird. (© Thomas Reineke)

Update, Dienstag, 11.10 Uhr: Die Kriminalpolizei, die seit Montagmorgen ermittelt, geht derzeit von Brandstiftung aus und bittet Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben und Hinweise auf mögliche Verursacher geben können, sich unter der 05231-6090 zu melden.

Update, Dienstag, 10.15 Uhr: Wie Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Hobein mitteilt, ist die Vorsichtsmaßnahme für die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu lassen, soeben aufgehoben worden. Die Salzufler Wehr ist noch mit etwa 20 Einsatzkräften vor Ort, um für ausreichend Bewässerung während der Abbrucharbeiten zu sorgen. Auch seien zwischenzeitlich kleinere Glutnester aufgelodert. Im Laufe des Tages wird die Feuerwehr gänzlich abrücken.

Update, Dienstag, 8.30 Uhr: Seit etwa 7 Uhr ist ein Abrissunternehmen aus Bad Salzuflen vor Ort. Laut Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Hobein werden derzeit die etlichen Müllhaufen auf dem Gelände auseinandergerissen, weshalb es zu erneuter Rauchentwicklung kommt. Aus reiner Vorsichtsmaßnahme sind Anwohner von der Salzufler Wehr dazu angehalten worden, sämtliche Fenster geschlossen zu halten. Es bestünde aber keine Gefahr. Der Einsatz für die Feuerwehr endete erst am späten Montagabend, gegen 22 Uhr. Insgesamt waren etwa 200 Einsatzkräfte bei dem Großbrand beteiligt. Zur genauen Schadenshöhe und Brandursache hat die Kriminalpolizei am Montagmorgen die Ermittlungen aufgenommen. Das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz hat weitere Überprüfungen von Luft und Boden vorgenommen. Die Ergebnisse werden noch erwartet.

Update, Montag, 14.35 Uhr: Der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe gibt Empfehlungen aus. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Ergebnisse der Luftmessung unbedenklich seien. Desweiteren habe die Feuerwehr Bodenproben genommen, das Ergebnis stehe noch aus. Der Kreis empfiehlt vorsorglich zu handeln. Frisch geerntetes Obst und Gemüse aus dem Anbau im betroffenen Bereich soll nur sorgfältig gewaschen und geschält verzehrt werden, Türen und Fenster sollen weiter geschlossen bleiben. Es wird nicht davon ausgegangen, dass die Niederschläge gefährlich waren, dennoch solle das Einatmen der Stäube vermieden werden.

Der von der Feuerwehr genutzte Löschschaum ist über den Zufluss der Bega in die Werre geflossen.

Update Montag, 11.50 Uhr: Derzeit befinden sich noch 39 Einsatzkräfte vor Ort, 19 vom Technischen Hilfswerk, die den Abbruch der Doppelhalle vorantreiben. Ein Fünftel der Halle steht noch. Tausende Kubikmeter Sondermüll sind durch den Brand angefallen, teilt die Feuerwehr mit. Wie LZ-Redakteur Thomas Reineke schildert, türmt sich der Müll teilweise haushoch. Die Schadenshöhe liegt laut Feuerwehr bei über einer Million Euro.

Die etwa 4.000 Quadratmeter große Doppelhalle war nach Angaben der Feuerwehr bis oben hin vollgestopft mit Materialien wie Kunststoffgranulat, Holzpaletten und mehreren Autos. Außerdem sei Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen worden. Der soll die Halle an mehrere Personen untervermietet haben, die genaue Zahl ist nicht bekannt.

Aktuell ist die Kripo vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. Die will sich auch noch mit den Feuerwehrleuten treffen, die zuerst zur Brandbekämpfung ausgerückt waren, um sich Informationen zum anfänglichen Brandbild einholen zu wollen. Auch Mitarbeiter vom Kreis sind vor Ort, um mögliche Umweltschäden zu prüfen - so auch die Wasserqualität der Bega. Aus ihr floss der Großteil des Löschwassers. Hierzu wird noch eine Stellungnahme erwartet. Gegen frühen Nachmittag sollen die Arbeiten beendet sein.

Update Montag, 9.30 Uhr: Die Feuerwehr hat mit den Nachlöscharbeiten begonnen. Momentan werde noch nach Glutnestern gesucht. Für 11 Uhr hat der Einsatzleiter zu einer kleinen Pressekonferenz geladen. Die Vorsichtsmaßnahme für die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten, ist unterdessen aufgehoben worden. Seit 9 Uhr ist auch das DRK zur Brandsicherheitswache vor Ort. Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Hobein geht davon aus, dass die Aufräum- und Reinigungsarbeiten am Nachmittag beendet sein werden.

Update Sonntag, 21.30 Uhr: Aktuell fahren erneut Warnfahrzeuge der Wehr durch Salzuflens Straßen. Pressesprecher Daniel Hobein erklärte, das Feuer sei nicht - wie von einigen Anwohnern befürchtet - wieder aufgelodert, es handele sich um ganz normale Nachlöscharbeiten. Durch das Ablöschen der verbliebenen Glutnester würde jedoch immer wieder starker Qualm aufsteigen, daher bittet die Feuerwehr die Anwohner, Fenster und Türen aus reiner Vorsichtsmaßnahme weiterhin konsequent geschlossen zu halten. Betroffen ist das Umfeld der folgenden Straßen:

  • Uferstraße
  • Otto-Hahn-Straße
  • Oerlinghauser Straße
  • Kiliansweg
  • Mühlenweg
  • Storksbrede
  • Asper Straße
  • Am Ziegelhofe

Die Wehr teilt aufgrund vermehrter Bürgeranfragen weiterhin mit, dass nach ihrer Kenntnislage der Schulunterricht am Montag regulär stattfindet, da keine Schule im oben genannten Warngebiet liegt. Weitere Auskünfte könne bei Bedarf die jeweilige Schulleitung erteilen.

Update Sonntag, 19 Uhr: Die Löscharbeiten sind noch lange nicht beendet. Feuerwehrsprecher Daniel Hobein rechnet damit, dass sich der Einsatz bis tief in die Nacht hinziehen wird. Beim THW hat die Wehr Lampen und Strahler bestellt, um die Brandstelle in den kommenden Stunden gut ausleuchten zu können.

Etliche Schaulustige - darunter auch Familien mit Kindern - hatten sich derweil am Nachmittag auf dem Parkplatz der Stadtwerke und auf der Uferstraße versammelt und die Löscharbeiten beobachtet. Die Feuerwehr wurde hierdurch in ihrem Einsatz zwar nicht behindert, doch die dichten Schwaden und Qualmwolken, die immer noch über diesen Bereich hinwegziehen, sind nach Angaben Hobeins - ähnlich wie Smog - durchaus gesundheitsgefährdend. Da die Zaungäste auch nach mehrfachen Hinweisen durch die Feuerwehr nicht gewillt waren, zu ihrer eigenen Sicherheit das Gelände zu verlassen, sperrte die Polizei auf Bitten der Salzufler Wehr schließlich die Uferstraße ab.

Kirmesgänger spenden

Update Sonntag, 16 Uhr: Das Kiliansfest läuft normal und mit großem Besucherandrang weiter. Ein plötzlicher Stopp ist nicht mehr zu befürchten. Auf dem Fest wird bereits für das Ehepaar mittleren Alters gesammelt, das durch den Brand wahrscheinlich große Teile seines Besitzes verloren hat.


Update Sonntag, 13 Uhr: Immer wieder quellen große Rauchwolken aus den Trümmern. Das Technische Hilfswerk unterstützt mit Gruppen aus Lemgo, Detmold, Bielefeld und Bünde jetzt mit schwerem Gerät die Salzufler Wehr am Brandort. Verkohlte Reste der Hallen und Löschschaum werden beiseite geschoben, damit die Rettungsleute versteckte Glutnester erreichen können. Immer noch kann nicht abschließend geklärt werden, was sich alles in den Hallen befand, als das Feuer ausbrach. THW und Wehr gehen deshalb bei den Löscharbeiten zur eigenen Sicherheit weiter vorsichtig vor.

Update Sonntagmorgen, 9 Uhr: Das Feuer ist unter Kontrolle, es brennt jedoch immer noch und weiter zieht starker Qualm über die Stadt. Der Einsatz wird nach vorsichtigen Schätzungen bis in die frühen Abendstunden andauern.

Nur noch Reste: Die Gebäude sind trotz stundenlangem Einsatz nicht zu halten. - © Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen
Nur noch Reste: Die Gebäude sind trotz stundenlangem Einsatz nicht zu halten. (© Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen)

Die ganze Nacht über hatte die Wehr versucht, durch den Einsatz von Unmengen an Löschschaum wenigstens das Wohnhaus zu retten, doch vergeblich. Mit einem Schaumteppich hatten die Retter das Gebäude bedeckt, es komplett eingehüllt, die Hitzeeinwirkung war dennoch zu groß. In den Lagerhallen gelagerte Kunststoffpellets hatten dem Feuer immer wieder Nahrung gegeben. Die Gebäude brannten letztlich vollständig aus.

Anwohner versorgen die Retter

Eine dicke Matte Löschschaum bedeckt Gebäude und Boden. - © Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen
Eine dicke Matte Löschschaum bedeckt Gebäude und Boden. (© Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen)

Feuerwehrsprecher Daniel Hobein gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass bei den intensiven, in der Nacht durchgängig geführten Messungen keine gefährlichen Stoffe in der Luft nachgewiesen wurden. Es besteht demnach keine weitere Gesundheitsgefahr für Anwohner und Rettungsleute. Das Umweltamt wird im Laufe des Tages die Auswirkungen des Löschschaums auf die in direkter Nähe fließenden Bega überprüfen.

Gegen 8 Uhr am Sonntagmorgen wurden die erschöpften Retter in einem Schichtwechsel durch neue Kollegen abgelöst. Anwohner, der benachbarte Kanu-Verleiher "Rio Negro" und der neuen Pächter des Schützenhauses Schötmar hatten die Feuerwehrleute die ganze Nacht über versorgt. Schnell waren Tische aufgebaut und die Helfer konnten sich während der langen Stunden mit Getränken, Müsliriegeln und frischer Melone stärken, am Morgen wurde Frühstück aufgebaut. Daniel Hobein sagte am Sonntagmorgen, diese spontane Unterstützung sei eine große Hilfe gewesen, die Feuerwehr bedankt sich sehr für die herzliche Bewirtung während des anstrengenden Einsatzes.

Noch keine Entwarnung um 22 Uhr - der Löschteppich begrenzt den Brand, doch das Feuer wütet weiter. - © Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen
Noch keine Entwarnung um 22 Uhr - der Löschteppich begrenzt den Brand, doch das Feuer wütet weiter. (© Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen)

Update 23.20 Uhr: Die Salzufler Rettungskräfte haben weitere Unterstützung vom Kreis Lippe und der benachbarten Bielefelder Wehr angefordert - vor allem große Mengen an Löschschaum werden benötigt, um die enorme Hitze einzudämmen. Durch die explodierenden Gasflaschen und eine größere Anzahl an eingelagerten, gut brennbaren Holzpaletten ist die Hitzeentwicklung so groß, dass die Lagerhallen nicht mehr zu retten sind, sie werden bis auf die Grundmauern niederbrennen. Die Wehr versucht weiterhin, das Wohnhaus zu halten. Die Retter richten sich auf eine lange Nacht ein.

Am Samstagabend war gegen 18.50 Uhr ein Alarm in der Leitstelle eingegangen: Vor einer Lagerhalle am Bahnhof in Schötmar waren Paletten in Brand geraten. Vor Ort mussten die Rettungskräfte feststellen, dass das Feuer bereits auf die angrenzende Lagerhalle übergegriffen hatte. Der Brand weitete sich so schnell aus, dass ein angrenzendes Wohnhaus und kurz darauf eine zweite Lagerhalle ebenfalls Feuer fingen. Die Bewohner des Hauses, ein Ehepaar, konnten sich rechtzeitig unverletzt in Sicherheit bringen.

Gegen 21.30 Uhr ist der Vollbrand noch nicht unter Kontrolle. Die Wehr löscht aus der Distanz, aufgrund der hohen Hitzeentwicklung und Ungewissheit über mögliche Gefahrenstoffe, die in den Hallen gelagert sein könnten. - © Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen
Gegen 21.30 Uhr ist der Vollbrand noch nicht unter Kontrolle. Die Wehr löscht aus der Distanz, aufgrund der hohen Hitzeentwicklung und Ungewissheit über mögliche Gefahrenstoffe, die in den Hallen gelagert sein könnten. (© Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen)

Gasflaschen explodieren stundenlang

In den Lagerhallen befanden sich unter anderem mehrere Gasflaschen, die bedingt durch die Hitze des Feuers nacheinander explodieren - Anwohner meldeten andauernde heftige Explosionen und nachfolgende Stichflammen. Da unklar war, was sich neben der unbekannten Anzahl an Gasflaschen noch in den Hallen befindet, bekämpft die Feuerwehr den Brand zur Sicherheit mit Wasserwerfern aus der Distanz heraus.

Es begann mit Paletten, dann griff das Feuer auf die angrenzende Lagerhalle über. - © Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen
Es begann mit Paletten, dann griff das Feuer auf die angrenzende Lagerhalle über. (© Daniel Hobein/Feuerwehr Bad Salzuflen)

Feuerwehrsprecher Daniel Hobein teilte mit, dass für Bad Salzuflen Großalarm ausgelöst wurde. Das bedeute, dass alle Einsatzkräfte alarmiert wurden - am Einsatzort bekämpfen zeitweise 180 Rettungsleute das Feuer. Kräfte aus Lemgo, Detmold, Lage, Minden und Bielefeld waren zwischenzeitlich zur Unterstützung angereist. Der Strom an der Bahnstrecke wurde vorübergehend abgestellt, der Brandort evakuiert. Die Ladestraße ist voll gesperrt, das angrenzende Kiliansfest wurde jedoch zunächst nicht abgesagt, es läuft etwas eingeschränkt weiter. Einige Fahrgeschäfte mussten allerdings aus Sicherheitsgründen abgestellt werden.

An dem wolkenfreien Abend zog der Rauch weit sichtbar über die Salzestadt. - © Vera Gerstendorf-Welle
An dem wolkenfreien Abend zog der Rauch weit sichtbar über die Salzestadt. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Riesige Rauchsäule

Nach ersten Informationen soll es keine Verletzten geben. Über die Warnapps Nina und Katwarn riet die Stadt Anwohnern, Fenster und Türen vorsorglich geschlossen zu halten, da noch unklar war, ob von dem Rauch Gesundheitsgefahr ausgehe. Um das zu prüfen, rückten Messteams aus. Die Rauchgase ziehen auch in Richtung des Kreises Herford, hieß es in der Warnung. Gegen 21.30 Uhr teilte die Feuerwehr mit, dass bislang keine gesundheitsgefährlichen Werte gemessen wurden.

Anwohner sollten dennoch aufgrund der Rauchbelastung im Umkreis von bis zu 800 Metern zur Brandstelle Fenster und Türen geschlossen halten, entsprechende Hinweise wurden der Bevölkerung über Warndurchsagen per Lautsprecher mitgeteilt. Die Helfer informierten auch die Pflegekräfte und Bewohner eines naheliegenden Altenheims über die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.

Die mächtige Rauchsäule ist kilometerweit sichtbar. - © Michael Schüler
Die mächtige Rauchsäule ist kilometerweit sichtbar. (© Michael Schüler)

Die Rauchsäule des Feuers war kilometerweit bis nach Leopoldshöhe und Herford zu sehen, bis nach Detmold war Brandgeruch wahrnehmbar. Hobein sagte, dies sei seit mehr als 18 Jahren einer der größten Brände in Bad Salzuflen.

Die Schadenshöhe kann nach Angaben der Polizei noch nicht geschätzt werden, liegt im siebenstelligen Euro-Bereich. Zur Brandursache hat diePolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Am Samstagabend flog LZ-Leser Peter Aringer mit seinem Ultraleichtflugzeug zufällig über Schötmar und konnte den Brand aus der Luft filmen. Gut erkennbar im Video ist die enorme Rauchentwicklung, die noch kilometerweit zu sehen war.

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von Thomas Reineke, Niklas Böhmer und Daniela Cremer

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