Bad Salzuflen. Bruce „The Boss“ Springsteen zählt mit 21 Studioalben und 350 Eigenkompositionen zu den erfolgreichsten Rockmusikern der Welt. Seinen Spitznamen hat sich die Kölner Tribute-Band „Bosstime“ zum Vorbild genommen und covert seine Werke seit 2003 auf hohem Niveau. Auf ihrer Jubiläumstour begeisterten sie nun im „LOKation“ im Salzufler Bahnhof knapp 200 Gäste. Die sechsköpfige Formation um Frontmann Thomas Heinen setzt dem Rockmusiker schon zu Lebzeiten ein musikalisches Denkmal.
Dicht gedrängt stand das Publikum vor der Bühne und spürte die grenzenlose Begeisterung der Band für die Musik der Rock-Ikone. Treibende Beats von Daniel Krumbholz am Schlagzeug, für die Omar Ibrahim am Bass das Fundament legte, erhielten gleich zu Beginn tosenden Applaus mit Songs wie „The Rising“ und Lonesome Day“ aus Springsteens zwölftem Album. Dieses reflektiert die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.
"Ihr müsst schon mitmachen, das ist hier live!"
Die erdige Stimme von Thomas Heinen sorgte für den authentischen Kick. Er nahm Tuchfühlung mit dem Publikum auf: „Ist das Leben gut zu Euch?“, fragte er mehrmals, bis eine Reaktion kam. „Ihr müsst schon mitmachen, das ist live hier.“
Verzerrte Rock-Riffs von Leadgitarrist Thomas Spindeldreher eröffneten das melancholische Stück „Downbound Train“ aus dem Antikriegs-Album „Born in the U.S.A.“, mit dem Springsteen 1984 zum Superstar wurde. Der eingängige Rhythmus übertrug sich unmittelbar auf die Gäste, die mittanzten. Keyboarder Moritz Schuster leitete den romantischen Titel „Because The Night“ ein, den viele Gäste mitsangen. Pierre de Stefano bereicherte den Song „The Ties That Bind“ aus dem Doppelalbum „The River“ von 1980 mit einem Solo am Saxofon. „Der Sänger hat eine verblüffend authentische Stimme“, lobte ein Gast den stimmgewaltigen Kölner, der sein Publikum einige Male anfeuerte.