Bad Salzuflen-Bergkirchen. Darf man in der Kirche lachen? Man muss sogar, wenn man Martin Funda erlebt. Auf Einladung von Pfarrerin Cornelia Wentz gestaltete der pensionierte Pfarrer aus Hattingen ein Kirchenkabarett in Bergkirchen. Als Auftakt zum Gemeindefest anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Kirche auf dem Eickberg begeisterte Funda das reichlich erschienene Publikum. Dabei nimmt er sich, seine Kirche und seine Umwelt aufs Korn. Und auch wenn Funda sich selbst für manchen Kalauer nicht zu schade ist: Seine Pointen sind geistreich und zeugen von tiefer Kenntnis der Theologie, der Musik und des Allzumenschlichen – von der „churchy-depressiven“ Büßerhaltung bis zur aufgesetzt-optimistischen Berufsfröhlichkeit: „Ich freue mich ja so, dass ihr euch freut, dass ich mich freue “ Unverstellter Blick Dabei hilft Funda sicherlich, dass er den Weg ins Pfarramt erst spät einschlug, nachdem er zuvor etliche Jahre als Musiklehrer tätig war. Es ist nicht nur die solide musikalische Ausbildung, die Fundas Darbietung so besonders macht – auch der unverstellte Blick von außen schärft so manche Spitze. „Reform aus Bielefeld“ als Kommentar zum Projekt „Kirche mit Zukunft“ der Evangelischen Kirche von Westfalen auf den 80er-Hit „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang weckt Assoziationen auf mehreren Ebenen. Funda kann alles – „schließlich habe ich Theologie studiert“. Besonders gut kann er musizieren, sei es auf Gitarre, Geige oder Altglaspanflöte. Unterhaltsam führt er durch die Musikgeschichte: von den ausufernden Melismen der Gregorianik („die Leute hatten viel Zeit damals“) bis zum „irisch-choralistischen Potpourri in phrygisch“, das virtuos vom gefiddelten Jig zu Luthers „Christ ist erstanden“ und zurück wechselt. Seitenhieb auf das Gemeindeleben Wunderbar auch: „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ auf die Melodie von „Befiehl du deine Wege“ – und umgekehrt. Oder: „Vom Himmel hoch“ und „Ein feste Burg“ zu Helene Fischers „Atemlos“. Akrobatischer Höhepunkt: Auf dem Kopf stehend und sich selbst auf Gitarre begleitend „Danke für diesen guten Morgen“ singen – nur so lasse sich dieser abgedroschene Schlager des „Neuen geistlichen Liedguts“ ertragen Manch Seitenhieb auf den Pfarramtsalltag oder das Gemeindeleben konnte das nicht mehr ganz junge Publikum nur allzu gut nachvollziehen – etwa den „Interkonfessionellen Monolog“ mit den katholischen Geschwistern oder den Besuch bei der Frauenhilfe. Es wurde viel und anhaltend gelacht. Nach zwei Stunden musste Funda den Abend schließlich deutlich beenden: „ verpisst euch, der Künstler muss ins Bett “. Begeisterter Beifall.