Feuer in Zigarrenfabrik: Staatsschutz schließt technischen Defekt aus

Jens Rademacher

Der Staatsschutz ermittelt nach dem Feuer in dem Gebäude in Alverdissen. - © Glandien
Der Staatsschutz ermittelt nach dem Feuer in dem Gebäude in Alverdissen. (© Glandien)
In einer ehemaligen Zigarrenfabrik hat es Dienstagabend gebrannt. - © Feuerwehr Barntrup
In einer ehemaligen Zigarrenfabrik hat es Dienstagabend gebrannt. (© Feuerwehr Barntrup)

Barntrup-Alverdissen. Der Staatsschutz hat weitere Hinweise darauf gefunden, dass das Feuer in der alten Zigarrenfabrik in Alverdissen gelegt wurde. Offenbar versuchten die Täter an mehreren Stellen, die gelagerten Stoffballen in Brand zu setzen. Die Ermittler seien in zwei Etagen des Gebäudes auf solche Spuren gestoßen, sagte Kathryn Landwehrmeyer von der Pressestelle der Bielefelder Polizei.

Am Dienstagabend hatte es in den Räumen in dem Barntruper Ortsteil gebrannt, 80 Feuerwehrleute bekämpften das Feuer. Verletzt wurde niemand bei dem Brand, der in einem Lagerraum im ersten Stock des Gebäudes ausgebrochen war. Die Stadt Barntrup hatte zuletzt untersucht, ob sich die ehemaligen Fabrikräume an der Straße Filleberg als Flüchtlingsunterkunft eignen.

Fotostrecke: Brand in ehemaliger Zigarrenfabrik

Die Ermittler gehen nach Angaben der Bielefelder Polizei-Pressestelle von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Im Innenhof sei ein Fenster eingeschlagen worden, durch das die Brandstifter offenbar in das Gebäude eingestiegen seien, hieß es. Zur Brandursache und zur Schadenshöhe werde es genauere Angaben frühestens am Donnerstag geben.

Alarmiert worden war die Feuerwehr um kurz vor 21 Uhr. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, drang nach Feuerwehrangaben dichter Rauch aus den Fenstern. Am Ende waren acht Atemschutztrupps im Einsatz, genauso wie die Wehren aus Extertal und Humfeld. In Brand geraten waren in dem Wolllager laut Feuerwehr Nähstoffe und Garn in einem zwei bis drei Paletten großen Bereich. Die Einsatzkräfte durchsuchten das Gebäude, das als Lager und für Ausstellungszwecke genutzt wird, vorsorglich auf Personen. Gegen 22 Uhr waren die Flammen unter Kontrolle.

Dass geprüft werde, ob sich die ehemalige Zigarrenfabrik als Flüchtlingswohnheim eignet, hatte die Stadt im Dezember 2015 bei einer Bürgerversammlung in Alverdissen bekanntgegeben. Allerdings war wenige Tage vor dem Brand entschieden worden, dass das Gebäude nicht für Asylbewerber umgebaut werden soll, wie Bürgermeister Jürgen Schell der LZ sagte. Kostengründe seien dafür ausschlaggebend. Diese Entscheidung der Stadtverwaltung war allerdings noch nicht bekanntgeworden.

Der Staatsschutz in Bielefeld ist für politisch motivierte Delikte zuständig. Die Polizei sucht Zeugen, die gegen 21 Uhr oder kurz vorher verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 0521-545-0 zu melden.

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