Restauratorin entdeckt alte Wandmalereien

Alexandra Schaller

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Blick nach oben: (von links) Restauratorin Antje Döring, Pastorin Ursel
Rosenhäger und Pastor Hermann Donay schauen sich die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert an. - © Alexandra Schaller
Blick nach oben: (von links) Restauratorin Antje Döring, Pastorin Ursel Rosenhäger und Pastor Hermann Donay schauen sich die Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert an. (© Alexandra Schaller)

Blomberg. Eigentlich sollte die Detmolder Diplom-Restauratorin Antje Döring lediglich prüfen, welche Art Anstrich das Gewölbe der Blomberger Klosterkirche bei den geplanten Maler- und Renovierungsarbeiten bekommen soll. Doch dann machte sie eine Entdeckung, die die Pläne der Gemeinde auf den Kopf stellten.

Acht Farbfassungen aus verschiedenen Zeiten hat die Restauratorin mit Skalpell und Haarpinsel abgetragen und darunter die ursprüngliche Wandbemalung, die bis ins Entstehungsjahr der Kirche am Ende des 15. Jahrhunderts reiche, freigelegt. „Die Maler standen ja bereits in den Startlöchern", erzählt Pastorin Ursel Rosenhäger von den eigentlichen Plänen.

Antje Döring sollte daher vorab „nur mal schnell nachschauen", wie viele Schichten Farbe bereits über die Jahre aufgetragen worden seien und mögliche Schadstellen aufdecken. „Das war nötig, um zu klären, welcher Anstrich später verwendet wird. Denn dieser muss zum einen haften bleiben und zum anderen darf er darunter liegende Schichten nicht schädigen", erklärt die Restauratorin.

Bei ihrer sogenannten Befundöffnung habe sie ein ruhiges Händchen bewiesen: „Und man braucht ein geschultes Auge und viel Erfahrung, um die einzelnen freigelegten Schichten untereinander und gleichzeitig der richtigen Epoche zuzuordnen."

Pastorin Rosenhäger und ihr Kollege Pastor Hermann Donay sind begeistert. Denn laut Antje Döring seien die Bemalungen nicht nur extrem aufwendig und umfangreich gestaltet, sondern noch dazu qualitativ sehr hochwertig. „Das sieht man wirklich selten", weiß die Restauratorin.

Für Donay und seine Kollegin stellt sich nun die Frage, wie es weitergehe. „Es gibt zwei Optionen. Entweder wir überstreichen das Ganze so, dass die Schichten in keinem Fall Schaden nehmen. Oder wir bemühen uns um die nötigen Gelder, um die entdeckten Malereien komplett freizulegen und das Gewölbe zu restaurieren."

In jedem Fall müssten vorher aber die vorhandenen Feuchtigkeitsschäden behoben werden, so Rosenhäger. Die hätten nicht nur für Schimmel in der Orgel gesorgt, sondern breiteten sich auch im Gewölbe aus. Zusammen mit der Ausbesserung der vielen kleinen Haarrisse und Hohlstellen in der Decke, müsse so eine Grundlage für eine Sanierung geschaffen werden. Man wolle sich nun um weitere Gutachten und Fördergelder für das Gewölbe bemühen und mit der Gemeinde die verschiedenen Optionen abwägen.

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