Steinchen auf Blomberger Radweg stören Radfahrer

Der Baubetriebshof hat die Radelstrecke nach Schieder mit Splitt ausgebessert

Marlen Grote

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Steine des Anstoßes: Dieser Splitt ist für einige Radfahrer ein Ärgernis. Der Baubetriebshof hat damit Löcher im Weg ausgebessert. - © Marlen Grote
Steine des Anstoßes: Dieser Splitt ist für einige Radfahrer ein Ärgernis. Der Baubetriebshof hat damit Löcher im Weg ausgebessert. (© Marlen Grote)

Blomberg. Kleine graue Steinchen verursachen bei manchen Radfahrern, die zwischen Blomberg und Schieder auf der ehemaligen Bahntrasse unterwegs sind, großen Ärger. Mit einer Schicht Splitt sollen Löcher ausgebessert werden. Das Radeln auf den Steinchen ist aber viel beschwerlicher als auf dem alten Untergrund.

Axel Koster wandte sich mit seiner Beschwerde an die LZ: „Das Fahren auf dem Weg ist kaum noch möglich, von Rollen gar nicht zu sprechen." Eine weitere Leserin schreibt: „Auf dem neuen, groben Schotterbelag sind mit dem Rad nach dieser Verschlimmbesserung nun nur noch Rutschpartien möglich." Sie werde den Radweg nach einem ersten Versuch nicht mehr nutzen, aus ihrer Sicht sei das gefährlich.

Frank Bischoff von der Stadt Blomberg bestätigt, dass es schon einzelne Beschwerden wegen der Splittschicht gegeben hat. Allerdings wollte die Stadt eigentlich nur Gutes tun: „Wir haben Hinweise bekommen, dass es Löcher im Weg gibt", erklärt er die Vorgeschichte. Tatsächlich habe es Schäden auf der Strecke gegeben, es musste etwas gemacht werden. „In den Löchern sammelte sich Regenwasser, und es war rutschig", erklärt Bischoff. Das Auftragen einer Splittschicht sei regelmäßig nötig, um solche Schäden zu beseitigen.

Bischoff unterstreicht, dass lediglich eine dünne Schicht auf den gesamten Weg aufgebracht worden sei. Dieser sei tatsächlich vorerst etwas rutschig. Das liege an dem besonderen Untergrund, denn die alte Bahntrasse, auf der der Radweg verläuft, sei sehr stark verdichtet. „Da können wir den Splitt nicht einarbeiten." Das aufgebrachte Material entspreche den Vorgaben, auch die Menge sei nicht zu groß. Das habe der Bauhof nach den ersten Beschwerden überprüft. Feinere Steinchen würden zu leicht weggespült, außerdem sei das dann noch rutschiger, meint der Verwaltungsmitarbeiter.

Jetzt werde es etwas dauern, bis sich die Schicht gesetzt hat. Bis dahin bittet Bischoff um etwas Geduld und eine angepasste Fahrweise. Immerhin sei die Schicht auf der ganzen Länge verteilt, so dass keine überraschenden Splittflächen hinter Kurven lauerten. Die Radler könnten sich so auf die Oberfläche einstellen.

Es habe von Radfahrern Forderungen gegeben, die Strecke zu asphaltieren, sagt Frank Bischoff. Das sei aber finanziell nicht möglich, denn eine Asphaltdecke auf dem knapp 2,4 Kilometer langen und drei Meter breiten Weg würde etwa 150.000 Euro kosten, rechnet er vor. So bleibe auch in Zukunft das regelmäßige Splitten als günstigere Alternative, um den Weg in gutem Zustand zu erhalten.

Zwischenruf: Ein Ding der Unmöglichkeit

von Silke Buhrmester

Ich bin keine Fachfrau für Splitt. Aber eins ist klar: Im Rathaus sitzen wohl auch keine erfahrenen Radfahrer. Sonst wüssten die, dass die Schicht mit groben Steinchen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Fahren auf der alten Bahntrasse mit dünner Bereifung ist fast unmöglich, mit etwas dickerer beschwerlich und für unsichere Radler rutschig und somit gefährlich. Die Stadt spricht von einer „dünnen" Schicht. Der Radfahrer hat das Gefühl, regelrecht einzusinken. Der Hinweis, der ganze Weg sei voller Splitt und so gebe es wenigstens keine böse Überraschung, mutet da schon sarkastisch an.

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