Das Kaufhaus hat sich etabliert

Ein Jahr Ex-Hertie: Der Vorplatz soll am Wochenende mit Leben gefüllt werden

Sven Koch

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Will den Platz mit Leben füllen: Hausmeister Dirk Burgschweiger organisiert ein Fest vor dem Hertie-Nachfolgegebäude. 
- © Bernhard Preuss
Will den Platz mit Leben füllen: Hausmeister Dirk Burgschweiger organisiert ein Fest vor dem Hertie-Nachfolgegebäude. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Um die 35 Millionen Euro hatte der Umbau gekostet und Detmold lange in Atem gehalten: Vor etwa einem Jahr ist das neue Kaufhaus am alten Hertie-Standort eingeweiht worden. Zum Geburtstag soll der Vorplatz belebt werden.

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Die Chronologie von Ex-Hertie

Detmold. Am 25. September 2014 ist das Geschäftshaus eröffnet worden. Die Projektentwicklungsfirma HLG aus Münster hatte es gemeinsam mit der Amandla International gekauft. Im März 2013 wurde es kurz nach Umbau-Beginn für um die 40 Millionen Euro an einen privaten Fonds verkauft: Eine niederländische Unternehmerfamilie möchte darin Geld anlegen. Im Jahr 2005 war das vorherige Karstadt-Warenhaus nach über 25 Jahren an den britischen Finanzinvestor Dawnay Day verkauft und zwei Jahre später, 2007, in Hertie umbenannt worden. Nach der Insolvenz 2008 schloss das Warenhaus im August 2009.

Immer wieder beklagen Detmolder sich über den großen und sehr leeren Platz davor - zuletzt in der Mobilen Redaktion der LZ, in der es um die Innenstadtentwicklung ging. Freitag und Samstag, 18. und 19. September, wollen nun die Hauptmieter auf Initiative von Hausmeister Dirk Burgschweiger auf dem Platz ein wenig feiern - und für künftige Aktivitäten testen, wie das bei den Kunden und Bürgern ankommt.

Der Platz vor dem neuen Kaufhaus soll schöner werden. - © Archivfoto: Janet König
Der Platz vor dem neuen Kaufhaus soll schöner werden. (© Archivfoto: Janet König)

Plan ist außerdem, auf dem Platz nächstes Jahr Bänke aufzustellen, verriet Burgschweiger, Mülleimer jedoch nicht. Burgschweiger - er führt den OWL-Hausmeisterservice - erklärt: "Man hört immer wieder, dass der Platz doch wunderbar ist und man dort etwas machen solle." Dem stünden die Eigentümer - ein holländischer Familienfonds besitzt inzwischen das Objekt - sehr offen gegenüber. Allerdings: Für Veranstaltungen ist der Platz technisch noch nicht ausgelegt. Freitag und Samstag jedenfalls sollen eine Bier- und eine Würstchenbude aufgebaut werden sowie ein Kinderkarussell am Samstag. Burgschweiger sagt dazu: "Wir sind alle sehr gespannt, wie das kleine Event bei den Detmoldern ankommt."

TK-Maxx hatte vergangenes Jahr in Detmold seine erste Niederlassung in Städten der Größenordnung von unter 100.000 Einwohnern eröffnet. Das Off-Price-Unternehmen bietet auf rund 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Etagen Damen-, Herren- und Kindermode an, aber auch Schuhe und Wohn-Accessoires sind erhältlich. Ganz neu war auch die Müller-Drogerie nach Detmold gekommen. Müller offeriert auf zwei Etagen und etwa 2100 Quadratmetern Drogerieartikel sowie CDs und Kinderspielzeug.

Insgesamt hat sich gezeigt: Das Sortiment des Kaufhauses und seiner Mieter ist - bis auf die Haushaltswaren - schon sehr nah dran an dem, was Karstadt oder Hertie über Jahrzehnte hinweg in Detmold geboten haben.

Ein Großprojekt war der Umzug von C&A - nahezu im laufenden Betrieb wechselte das Textil-Geschäft im vergangenen September seinen Standort vom Hornschen Tor zu Ex-Hertie, was für die Crew um Filialleiterin Angela Giebe eine große logistische Herausforderung bedeutete. Ein Jahr später sagt Angela Giebe: "Wir fühlen uns hier sehr wohl."

Im Unterschied zum Hornschen Tor seien auch die räumlichen Verhältnisse auf 2700 Quadratmetern Verkaufsfläche besser - wenngleich die Kunden sich am Anfang eher etwas zögerlich mit dem neuen Store-Konzept angefreundet hätten. Dass nun mehr Kunden kämen als zuvor in der Einkaufsgalerie im Hornschen Tor könne sie nicht feststellen: Das Kunden-Level halte sich im Vergleich zu vorher die Waage.

Im Zusammenhang mit dem Neubau hat sich nicht nur optisch etwas im Städtebau der Innenstadt getan. Neu gestaltet wurde der Übergang zwischen der oberen und der unteren Langen Straße im Rosental. Er ist optisch an die Pflasterung der Fußgängerzone angepasst worden, um ein einheitliches Bild zu erzielen. Politisch und in der Bevölkerung war die Frage umfassend diskutiert worden, ob nicht in einem Zug das Rosental verkehrsberuhigt werden sollte.

Für die Werbegemeinschaft begrüßt Vorsitzender Heinz Holey die Entwicklung am neuen Einkaufshaus. Es habe sich gut etabliert und zum erwarteten Frequenzbringer entwickelt. Auch das Fitnessstudio laufe sehr gut, sagt Heinz Holey und ergänzt: "Baulich gefällt uns alles, und wir hoffen, dass bald die Leerstände im unteren Bereich beseitigt werden." Dort sollte ursprünglich eine Gastronomie einziehen, doch dem kam das "Extrablatt" schräg gegenüber zuvor. Noch zeichnet sich nach LZ-Informationen keine konkrete Entwicklung für einen Mieter in den leer stehenden Räumlichkeiten ab. Nach wie vor werde jedoch daran gearbeitet, und man setze Hoffnung auf das kommende Jahr.

Das sagen unsere Facebook-Nutzer dazu:

Auf dem Platz vor dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus in Detmold soll sich einiges ändern. Was wünscht ihr euch dort?

Posted by Lippische Landes-Zeitung on Mittwoch, 16. September 2015

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