200 Flüchtlinge könnten in Herberhausen untergebracht werden

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Stefan Fenneker (links) und Bürgermeister Rainer Heller sprechen vor den Bürgern. - © Torben Gocke
Stefan Fenneker (links) und Bürgermeister Rainer Heller sprechen vor den Bürgern. (© Torben Gocke)

Detmold. Würden die vor Ort bestehenden räumlichen Kapazitäten in Herberhausen ausgereizt, könnten Flüchtlinge im Laufe dieses Jahres gut zehn Prozent der Bevölkerung im nördlichsten Stadtteil Detmolds ausmachen. Darüber informierte die Stadt Detmold anlässlich einer Anwohnerversammlung am Montag.

Zu den etwa 2000 Einwohnern könnten gut 200 Flüchtlinge dazu kommen. „Das ist eine recht hohe Quote, dessen sind wir uns sehr wohl bewusst“, antwortete der Leiter der Koordinierungsstelle Integration, Stefan Fenneker, auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Publikum. Jürgen Grimm, Projektkoordinator für Flüchtlinge, erinnerte an die vergleichbaren Herausforderungen in früheren Jahren. Damals sei es gelungen, Angebote für die Neuankömmlinge zu schaffen, und man habe sie erfolgreich begleiten können. Zurzeit werden der Stadt Detmold nach deren Auskunft nach wie vor noch keine neuen Flüchtlinge zugewiesen.

Fenneker erklärte: Gewollt sei diese Konzentration auf Herberhausen von Seiten der Stadt eigentlich nicht, denn bei der Unterbringung von Flüchtlingen verfolge man stets das Ziel, eine möglichst dezentrale Verteilung sicherzustellen. „Wir müssen allerdings sehen, wo wir Wohnungen beschaffen können und uns entsprechend daran orientieren“, setzte Fenneker fort. Ein Ansatz, der beim Blick auf die Karte der Stadt auf den ersten Blick erkennbar scheint – über das gesamte Detmolder Stadtgebiet sind die Unterkünfte verteilt. Die meisten Wohneinheiten stünden jedoch in Herberhausen zur Verfügung. „Insofern muss man klar sagen: Der Detmolder Norden ist hier ein Schwerpunkt“, fasste Fenneker zusammen

Was die Stadt künftig leisten möchte, um eine gute Integration der Neuankömmlinge sicher zu stellen und wie man dem Ortsteil insgesamt unter die Arme greifen wolle, das stellte den gut 200 versammelten Anwohnern in den Räumen der evangelischen Freikirche unter anderem Bürgermeister Rainer Heller vor. Der Verwaltungschef versuchte außerdem, den Fragen der Anwohner Rede und Antwort zu stehen. Einen ganzen Katalog wohl überlegter Fragen hatte etwa eine junge Dame aus dem Ortsteil: „Was sollen diese Menschen hier machen, wenn sie hier untergebracht werden und nicht arbeiten dürfen? Wer kümmert sich um sie und wo gibt es Anlaufstellen?“

Antwort gab dazu unter anderem Jürgen Grimm, der an die Vergangenheit erinnerte: Es wurden damals gemeinnützige Arbeiten und Hilfen angeboten – ähnlich wolle man es jetzt handhaben. Ganz konkret konnte Stefan Fenneker zusichern, „dass ab dem nächsten Monat außerdem ein Sozialarbeiter direkt vor Ort sein Büro beziehen wird.“

Kritik aus den Reihen der Versammlung in Herberhausen gab es schließlich hinsichtlich der allgemeinen Infrastruktur im Ortsteil. Der Stadtverwaltung wurde unter anderem mit auf den Weg gegeben, dass gerade vor dem Hintergrund eines möglichen spontanen Anwachsens des Ortsteils um zehn Prozent eine Verbesserung von Wegen und der Straßenbeleuchtung, sowie der Spiel- und Sportangebote für Kinder wünschenswert wäre.

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