LKA-Ermittler Willms zeichnet Reinhold Hannings SS-Laufbahn nach

Silke Buhrmester

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Sagte am siebten Prozesstag aus: LKA-Ermittler Stefan Willms. - © dpa
Sagte am siebten Prozesstag aus: LKA-Ermittler Stefan Willms. (© dpa)

Detmold. Mit historischen Dokumenten der Wehrmachtsauskunftstelle, des Bundesarchivs in Berlin, des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau und der Gedenkstätte Sachsenhausen hat Stefan Willms (57), Ermittler des Landskriminalamtes in Düsseldorf, die SS-Laufbahn von Reinhold Hanning detailliert aufgeschlüsselt. Der Polizist sagte am siebten Prozesstag gegen Hanning aus.

Der 94-Jährige aus Lage muss sich seit dem 11. Februar vor dem Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord im KZ Auschwitz in mindestens 170.000 Fällen verantworten.

Besoldungskarte, Bekleidungs- und Ausrüstungsliste, ein handgeschriebener Lebenslauf, Personalblatt, ein Heiratsgesuch oder auch ein Antrag auf Kriegsgefangenen-Entschädigung: All diese und weitere Dokumente zeichnen ein recht deutliches Bild des Angeklagten in der Zeit von 1940 bis zu seiner Entlassung aus der dreijährigen Kriegsgefangenschaft im Mai 1948.

Ermittler Willms berichtete unter anderem, dass Hanning am 25. Juli 1940 in die Waffen-SS eingetreten war. Im September sei er am Kopf und am rechten Oberschenkel von einem Granatsplitter verletzt worden. Wieder genesen, war er zunächst in Stralsund eingesetzt, später - im Juni 1942 - dann nach Auschwitz versetzt worden wo er bis zu seinem Einsatz in einem Totenkopf-Wachbataillon in Sachsenhausen 1944 blieb.

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Der 94-Jährige, der die ersten sechs Prozesstage ausschließlich nach unten geblickt hatte, zeigte an der Präsentation des Polizisten großes Interesse und betrachtete die Dokumente, die an die Wand projiziert wurden, aufmerksam.

Zuvor hatte der 92-jährige Jakob Wendel erneut im Zeugenstand ausgesagt. Wendel war ebenfalls bei der SS und zweieinhalb Jahre lang als Wachmann im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau tätig. Da Hanning nur zwei Stunden lang verhandlungsfähig ist, musste LKA-Ermittler Stefan Willms seine Aussage nach der Erläuterung der historischen Dokuemnte abbrechen. Er wird vermutlich am nächsten Prozesstag - Mittwoch, 6. April - erneut aussagen.

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