Sponsor aus den USA will Fitness-Anlage stiften

Sven Koch

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Calisthenics ist eine Fitness-Art, bei der es um Kraft geht und den Einsatz des eigenen Körpergewichts. Eine entsprechende Anlage soll nun in Detmold gebaut werden. - © Daniel Kaiser
Calisthenics ist eine Fitness-Art, bei der es um Kraft geht und den Einsatz des eigenen Körpergewichts. Eine entsprechende Anlage soll nun in Detmold gebaut werden. (© Daniel Kaiser)

Detmold. Ein privater Sponsor aus den USA möchte im Schulzentrum Mitte eine öffentlich zugängliche Fitness-Anlage errichten. Der Hauptausschuss hat mehrheitlich zugestimmt, den Calisthenics-Park bis nächstes Jahr zu bauen.

Calisthenics ist eine Trend-Bewegung aus den USA. Die Anlagen bestehen im hauptsächlich aus Klimmstangen und anderen, damit Menschen dort klassische Fitness betrieben können, ohne für Studios bezahlen zu müssen. Mit dem eigenen Körpergewicht wird hauptsächlich die Komponente der Kraft trainiert. Bürgermeister Rainer Heller erklärte dem Hauptausschuss: „Das Equipment bezieht sich vorrangig auf die Zielgruppe männlicher Jugendlicher und junger Erwachsener. Die Übungen sind bekannt von Turnvereinen oder Trimm-Dich-Pfaden."

Entstehen soll die Anlage auf einem 400 Quadratmeter großem Areal neben der Skate-Anlage am Schulzentrum Mitte. Das Vorhaben sei bereits mit der Geschwister-Scholl-Gesamtschule abgestimmt worden. Es handelt sich nach Darstellung von Heller um eine Fläche, die als Ausweichzone verwendet worden war, als für den Betrieb der Drake-Realschule während Sanierungsmaßnahmen Container aufgebaut werden mussten. Diese Zone müsse sowieso zurückgebaut werden.

Die Kosten für die Anlage belaufen sich auf 121.000 Euro. 80.000 Euro würde der Sponsor übernehmen, den Rest die Stadt und dafür Gelder umschichten, die sonst für den Rückbau der Fläche eingesetzt worden wären. „Der aus Detmold stammende Sponsor möchte seiner Stadt gerne etwas Gutes tun", schilderte Heller. Er plane, die Anlage zwei Mal im Jahr für eigene Veranstaltungen zu nutzen und auch Weltmeister nach Detmold zu holen, um für den Sport zu werben. Heller: „Diese Anlage war das konkrete Anliegen des Privatmanns. Wir haben das umfänglich geprüft, werden eine Vereinbarung mit dem Sponsor schließen und haben auch ins Gespräch gebracht, dass wir auch andere Ideen hätten, um das Geld einzusetzen. Aber das stand nicht zur Debatte." Damit bezog sich Heller auf Anfragen der Grünen.

Walter Neuling begrüßte das Vorhaben zwar, stellte aber dar, dass sich die Stadt von Sponsoren abhängig mache, es ja auch Aufsicht geben müsse und mit Sicherheit Folgekosten anstünden. Im Unterschied zu den Grünen hatten die übrigen Fraktionen solche Bedenken nicht. Die FDP fand es „eine tolle Sache". Die Freien Wähler nannten es „absolut positiv". Die CDU und die SPD finden das Projekt ebenfalls gut und prima für die Zielgruppe.

Information

Klimmzüge und Liegestütze

Calisthenics ist in Deutschland noch nicht so verbreitet. Aber jeder dürfte es aus dem Sportunterricht kennen. Verwendet werden im Wesentlichen klassische Eigengewichtübungen wie Liegestütze, Kniebeugen, Klimmzüge, Sit Ups, Beinheben, Hangwaagen sowie weitere, kombiniert mit Übungen aus anderen Sportarten. Daher bestehen Calisthenics-Parks meist aus diversen Klimmzugstangen, Barren und Hangelstrecken. Ausgangspunkt der Trendbewegung war New York. In Sportparks konnten die Menschen ohne Fitnessstudios ihrem Training nachgehen – Calisthenics nennt man daher auch „Street Workout" Wie in allen Sportarten gibt es auch hier Weltmeisterschaften und Sportverbände.

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