Das Auge im Fokus: Experten klären über Grünen und Grauen Star auf

Astrid Sewing

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Das Auge im Fokus: Dr. Walter Mischer (links) und Dr. Ulrich Giers referieren beim LZ-Abend „Gesundheit im Dialog" im voll besetzten kleinen Saal der Detmolder Stadthalle über Erkrankungen des 
Sehapparates. - © Bernhard Preuß
Das Auge im Fokus: Dr. Walter Mischer (links) und Dr. Ulrich Giers referieren beim LZ-Abend „Gesundheit im Dialog" im voll besetzten kleinen Saal der Detmolder Stadthalle über Erkrankungen des 
Sehapparates. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Jesus hätte am Auge operiert werden können – der Ausflug in die Geschichte der Augenchirurgie war gestern ein Randaspekt der Veranstaltung „Gesundheit im Dialog". Dr. Walter Mischer und Dr. Ulrich Giers erklärten 140 Besuchern in der Stadthalle Detmold, wie sich Grüner und Grauer Star sowie die Maculadegeneration behandeln lassen.

LZ-Redakteur Erol Kamisli moderierte die Veranstaltung, die gemeinsam mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dem Klinikum Lippe und der AOK organisiert wurde. Im Publikum sah man überwiegend graue Schöpfe – was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass die Erkrankungen des Auges auch altersabhängig sind.

Der Begriff „Star" wird seit dem 8. Jahrhundert als Bezeichnung für Linsentrübungen verwendet. Beim Grauen Star, so erklärte Dr. Mischer, wirkt die Pupille im fortgeschrittenen Stadium weiß. Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahre.

Berichte über Eingriffe seien schon im Codex Hammurabi dokumentiert worden, einer babylonische Sammlung von Rechtssprüchen aus dem 18. Jahrhundert vor Christus. „Sie sehen, auch Jesus hätte operiert werden können", merkte Giers dazu an. Der Graue Star sei einfach zu operieren. Die getrübte Linse werde entnommen und durch eine künstliche ersetzt.

Ganz anders verhalte es sich bei dem Grünen Star, der meist zu spät diagnostiziert werde. Ein Zuhörer merkte dazu an, dass dies auch daran liegen könne, dass die Vorsorgeuntersuchungen von den Patienten selbst bezahlt werden müssten. „Das sehen nicht alle Kassen so. Fragen Sie nach", sagte Dr. Mische. Es sei sehr wichtig, den Augendruck messen zu lassen und auch zu prüfen, ob der Sehnerv geschädigt ist. „Wenn das passiert, dann ist das nicht mehr zu reparieren, deshalb ist die Vorsorge wichtig."

Eine geteilte Meinung hatten die Ärzte bei der Frage von Ingrid Hensel, die unter einer Maculadegeneration leidet und seit Jahren Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt. „Wir leben in einer Zeit, wo wir uns sehr gut gesund ernähren können", stellte Giers fest. Allerdings gebe es auch Studien die belegten, dass es eine Vielleicht-Chance gebe, dass sich die Krankheit nicht verschlechtere.

Bleibt die Frage, wie man überhaupt behandeln kann. Laser-Operationen, so erklärte Dr. Giers, der die Augenklinik OWL leitet und in seinem bisherigen Berufsleben 65.000 Operationen gemacht hat, seien keine Heilung. Die Wirkung lasse nach einigen Jahren nach. Allerdings können man die Eingriffe durchaus zweimal wiederholen. Die Erfolgsquoten seien sehr gut.

Die nächste Veranstaltung gibt’s am Dienstag, 9. Mai, um 19 Uhr im Best Western Hotel Detmold, dann geht es um die Wechseljahre.

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