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Detmold

Email-Software „eGOn“ soll an Detmolder Schulen bald ersetzt werden

Detmold. Während in anderen lippischen Kommunen die Lehrer für die Kommunikation mit Eltern oder Schülern oft ihre privaten Mailadressen verwenden oder dienstliche Kommunikation per Weiterleitung über die Schulleitung abgewickelt wird, steht jedem Detmolder Lehrer eine Mailadresse nach dem Muster x.nachname@schule-detmold.de zur Verfügung. „Als freiwilliges und im Umkreis einmaliges Angebot", wie Marius Roll, Pressereferent der Stadt betont.

Dennoch verbinden viele Detmolder Lehrer eine Art Hassliebe mit dem seit 2012 eingesetzten „eGOn", wie die Software hinter der dienstlichen Mailadresse heißt.

„eGOn" ist nämlich immer wieder mal unzuverlässig: der Mailabruf ist oft gestört, verschickte Mails kommen nicht an, ohne dass der Absender darüber benachrichtigt würde. „Die Software ist nicht für große Empfängerkreise ausgelegt", erklärt Roll. Teilweise gingen Lehrer-E-Mails aber an mehr als 1000 Empfänger. „Die stuft das Programm dann als Spam ein." Also als eine Massen-Werbe-E-Mail. Das System stelle dann den Versand ein, informiere darüber aber nur die städtische IT-Abteilung, erklärt Roll. Das wiederum bedeutet für die Lehrer in der Praxis immer wieder, dass sie in mühevoller Kleinarbeit nachvollziehen müssen, welche ihrer Mails noch ankamen und welche nicht.

"eGOn" ist ein Auslaufmodell

„,eGOn’ ist bis Ende 2021 ein Auslaufmodell", sagt Roll. Zwar hat die städtische IT „eGOn" im Herbst noch auch die aktuelle Version 20.1 gebracht, die sich nun mit integriertem Videochat und e-learning-Plattform in Richtung von „iServ" entwickelt hat, was alle Detmolder Schulen aktuell für das Distanzlernen nutzen.

Das von einer Braunschweiger Schule entwickelte und auch vom Kommunalen Rechenzentrum (KRZ) in Lemgo angebotene „iServ" soll künftig im pädagogischen Bereich auch die E-Mail-Funktionalität von „eGOn" ersetzen. Im Schulverwaltungsbereich wird hingegen „Logineo" für die Kommunikation eingesetzt werden.

Diese vom Land NRW entwickelte Kommunikationsplattform war von Lehrern lange als nicht praxistauglich eingeschätzt worden, hat sich aber während der Coronavirus-Pandemie gemausert und bietet inzwischen fast ein identisches Funktionsportfolio zu „iServ", was die Detmolder Schulen bisher klar favorisiert hatten.

Detmolder Lehrer werden mit Tablets versorgt

Während die Stadt 1772 iPads und 95 Notebooks für Schüler und Lehrer mit Beginn des Distanzunterrichts ausliefern konnte, fehlen derzeit noch 373 so genannte Windows-Convertibles, die bisher nicht lieferbar waren.

„Spätestens wenn diese Mitte Februar geliefert werden, haben alle Detmolder Lehrer ein dienstliches digitales Endgerät zur Verfügung", sagt Marius Roll, Pressereferent der Stadt. Derzeit warteten noch das Grabbe-Gymnasium, das Stadtgymnasium und die Hauptschule Heidenoldendorf auf ihre Geräte.

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