Detmold. Seitdem er zum 80. Geburtstag seiner Oma in ein Horst Schlämmer-Kostüm geschlüpft ist, weiß Sven Bensmann, dass er Leute gut zum Lachen bringen kann. Auch gesanglich begeisterte er die Geburtstagsgesellschaft. Aus einer kleinen Einlage erwuchs eine ganze Karriere: Mittlerweile gibt der 29-Jährige Osnabrücker deutschlandweit über 200 Auftritte im Jahr. Am kommenden Samstag ist Bensmann in der Detmolder Stadthalle zu Gast. Im Interview verrät er, wie er die Lockdown-Zeit verbracht hat, was ihn als Komiker ausmacht und worauf sich die Besucher in seinem neuen Programm besonders freuen können. Herr Bensmann, wenn Sie eine Disney-Prinzessin sein könnten: Welche wären Sie gern? Sven Bensemann: Die Prinzessin ist auf jeden Fall eine Rolle, die gut zu mir passt. Sind wir ehrlich: ohne Prinzessin würde in einer Geschichte gar nichts gehen. Ich würde nicht Arielle die Meerjungfrau sein wollen, weil ich es nicht mag, meine Stimme zu verlieren. Jasmin aus Aladdin finde ich gut. Sie ist sehr emanzipiert und hat dazu noch einen Tiger – das finde ich stark. Meg aus Herkules ist sehr unterschätzt, ihre Rolle und auch den Film mag ich sehr. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann wähle ich Jasmin. In Ihren Shows münzen Sie Disney-Lieder auf Alltagssituationen um. Was hat Sie auf diese Idee gebracht? Die Rubrik „Daily Disney" ist fester Bestandteil meines Programms. Sie ist beim Publikum immer sehr effektiv. Der Ohrwurm „Lass jetzt los" aus dem Film „Die Eiskönigin" war entscheidend dafür. In geistiger Umnachtung habe ich daraus das Lied „Ich muss groß" gemacht. Ich finde es spannend und sehr lustig, dass man diese Lieder anders verpacken kann. So entstehen solche Sachen aber immer. Anfangs ist da dieser kleine Funke, aus dem am Ende schnell etwas sehr Komisches entstehen kann. „Daily Disney" ist nur einer der Eckpfeiler Ihrer Shows. Worauf können sich die Detmolder bei Ihrem aktuellen Programm „Yes we Sven" noch freuen? Ich versuche, immer sehr nah an den Leuten dran zu sein. Der Abend soll nicht austauschbar sein. Jemand der in Detmold zuschaut, bekommt nicht den selben Wortlaut von mir zu hören, wie ein Zuschauer in München. Bei meinem Auftritt dreht sich alles um Disney, Dorf und Dödelwitze. Ich komme vom Dorf und was ich biete, ist nicht das hochpolitische Kabarett – aber es ist sehr herzlich. Authentizität ist mittlerweile ein richtiger Marketingbegriff geworden. Dabei ist das nichts, worin man sich optimieren kann. Entweder man ist authentisch oder nicht. Ich würde behaupten, dass ich ein sehr authentischer Mensch bin. Das zeigt sich auch bei meinen Shows. Haben Dorfkinder Ihrer Meinung nach mehr Humor als Stadtkinder? Das würde ich nicht sagen. Jeder Mensch hat eine gewisse Humorfähigkeit und hat sich entweder dazu entschieden, sie auszubauen oder sie im Keller zu verstecken. Wäre ich in der Stadt großgeworden, würde ich wahrscheinlich eine goße Lanze für das Stadtleben brechen. Auch in der Großstadt trifft man tolle Menschen – nur sieht man sie danach eventuell nie wieder. Wenn man in Großstädten auftritt, kommt man als Dörfler quasi als fremder Pilger und kann den Leuten etwas vom Landleben erzählen. Bei mir zuhause spiele ich dagegen nur alle drei Jahre eine geheime Vorpremiere. Es heißt, Sie haben die Coronazeit genutzt, um Klavierspielen zu lernen. Wie haben Sie sich ansonsten in den vergangenen zwei Jahren die Zeit vertrieben? Die Zeit war superkrass einschneidend für mich, der sonst 200 Mal pro Jahr auf der Bühne steht. Am Anfang habe ich tatsächlich stundenlang Klavier gelernt. Als ich gemerkt habe, dass die Pandemie noch länger dauert, wollte ich ein richtiges Mammutprojekt angehen. Ich habe damals 130 Kilogramm gewogen und angefangen, viel Sport zu machen. Über die Zeit habe ich 40 Kilogramm abgenommen. Mir ging es nie schlecht mit meinem Übergewicht. Ich fand immer: so wie man ist, ist man ok. Das denke ich immer noch. Dass es einem aber mit einem BMI im grünen Bereich mental und körperlich besser geht, ist auch kein Geheimnis. Wie fühlt es sich an, endlich wieder Auftritte in vollen Sälen geben zu können? Einfach wundervoll. Man hat als Künstler dieses Verlangen, auf die Bühne zu gehen. Man weiß natürlich noch nicht: ist das jetzt wirklich das Ende der veranstaltungsfreien Zeit? Ich genieße es, wieder auftreten zu können und merke, die Besucher genießen es auch. Es ist eine ganz tolle Stimmung. Alle sind total euphorisch. Ich auch. Bleibt da noch genügend Zeit für Disney-Filme? Das kriege ich schon noch hin. Mein „Disney Plus"-Abo habe ich noch nicht abbestellt. Ich bin süchtig nach Filmen und Serien. Aktuell habe ich die deutsche Sendung „Die Discounter" für mich entdeckt. Sehr frisch, lustig und modern. Außerdem bin ich großer Marvel-Fan. Die Serien „WandaVision" und „Loki" fand ich super.