Das Straßentheaterfestival ist Vergangenheit, die Vorfreude auf 2026 schon da. Die Bildstörung war ein großartiger Erfolg, kommentiert LZ-Redakteur Martin Hostert. Zwei Acts fassen die Weite dieser Bildstörung gut zusammen. Am Samstagnachmittag drei Stunden: Umgang mit dem Tod, mit der Trauer. Wie geht Witwer?, fragt Ernesto Daniel Müller inmitten der Platzdeckchen, Bücher und Kaffeetassen, die er auf der Ameide ausgebreitet hat. „Manches dauert lange und manches geht sehr, sehr schnell“, das hat er schon gelernt. Drei Stunden, die dem Publikum Geduld abverlangen, viele gehen kopfschüttelnd vorbei, manche bleiben lange, bekommen Tränen in die Augen. Ein ruhiges, berührendes Stück. Am Sonntagabend dann: 75 Minuten fantastischer Tanz, eine Inszenierung voller Wucht, wie sie auch geübte Bildstörung-Fans noch nicht gesehen haben. Der Lohn: minutenlange Standing Ovations für eine unglaubliche Choreographie vor perfekter Kulisse. Umgang mit Trauer, Tanz in der Traumwelt - diese beiden Facetten kann nur ein Format wie die Bildstörung zusammenbringen. Sie sind kein Gegensatz, sondern gehören zusammen. Und noch ein Fazit: Wir haben verstanden, nicht alles verstehen zu müssen. Eine wunderbare Definition von Kunst. Chapeau dem Kulturteam - und Dank.