Detmold-Pivitsheide. Es ist Festtagsstimmung in Pivitsheide, als rund 300 Feuerwehrmitglieder aus dem ganzen Kreis dort eintreffen, um ein grandioses Doppeljubiläum zu feiern. Auf 100 Jahre Bestehen kann die Löschgruppe Pivitsheide zurückblicken, auf 50 Jahre die Jugendfeuerwehr Pivitsheide. 1970 war die Feuerwehr Pivitsheide nach der Kommunalreform dem Löschzug Pivitsheide der Gesamtwehr Detmold zugeordnet worden. Zahlreiche Gäste aus Politik und Feuerwehrwesen bekundeten nun ihre Freude und ihren Respekt gegenüber der Wehr, die am 1. Mai 1925 mit 41 Kameraden gegründet worden war. Schon im Jahr 1845 waren zwei Männer zu „Brandherren“ ernannt worden, was heute dem Rang eines Einsatzleiters entspricht. 1872 erfolgte die Bildung der Pflichtfeuerwehr Kohlpott durch die fürstliche Verwaltung, und 1873 erhielt die 18 Mann starke Wehr an der Pivitsheider Straße ein Spritzenhaus. Seit der offiziellen Übertragung des Feuerlöschdienstes an die neue Feuerwehr Kohlpott am 1. Mai 1925 gilt dieses Datum der Freiwilligen Feuerwehr Pivitsheide als Gründungstag. Torben Wind führt durch die Jubiläumsveranstaltung Mit einem Musikstück leitete der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Detmold die Jubiläumsfeier ein, im weiteren Verlauf übernahm die musikalische Umrahmung der Posaunenchor CVJM Pivitsheide. Torben Wind, Einsatzleiter der Löschgruppe, der 2014 die Nachfolge von Fred Nitschke angetreten hatte, führte durch die Veranstaltung. Auf die vielfältige Geschichte der Löschgruppe gingen die Laudatoren allerdings nicht ein. Landrat Dr. Axel Lehmann wies darauf hin, wie wichtig die Feuerwehr nicht nur für den Brandschutz, sondern auch für die Ortsgemeinschaft sei, was auch Detmolds Bürgermeister Frank Hilker in seinem Grußwort unterstrich. Joachim Wolf, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Detmold, hatte neben seinem Grußwort ein besonderes Geschenk in petto. Ein eiserner Hermann des Künstlers Hans Kordes soll die Wehr begleiten, die Jugendfeuerwehr erhielt einige Feldbetten. Sascha Medina, stellvertretender Kreisbrandmeister, überreichte der Löschgruppe eine Urkunde des Landes Nordrhein-Westfalen für 100 Jahre von Innenminister Herbert Reul, eine weitere Urkunde für 50 Jahre ging an die 1975 durch Brandmeister Kurt Fischer gegründete Jugendfeuerwehr. Diese wurde speziell von Kreisjugendfeuerwehrwartin Heike Lalk mit großem Lob bedacht, denn hier wird im digitalen Zeitalter die Basis für Gemeinschaftssinn, Verantwortung und Miteinander gelegt. Immerhin umfasst die Jugendfeuerwehr gegenwärtig 19 Mitglieder. 30 bis 40 Einsätze pro Jahr Insgesamt verfügt die Löschgruppe über 43 Mitglieder in der Einsatzabteilung, zudem über weitere zehn in der Alters- und Ehrenabteilung. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über beide Pivitsheider Ortsteile, Nienhagen und Teile von Heidenoldendorf, sowie im Rahmen der überörtlichen Hilfe auch auf Augustdorf und Lage-Hörste. Da kommen dann pro Jahr 30 bis 40 Einsätze zusammen, die alle feuerwehrtechnischen Anforderungen beinhalten können. Darunter sind Brandeinsätze und technische Hilfe, die beispielsweise Sturm- und Unwettereinsätze oder Verkehrsunfälle umfassen können. Zusätzlich stellt die Feuerwehr Sonderdienste wie etwa Brandsicherheitswachen im Landestheater oder Brandschutzaufklärung in den Kindergärten des Einsatzgebiets. Bei den Einsätzen hilft eine moderne leistungsfähige Ausstattung mit adäquaten Fahrzeugen. So verfügt die Löschgruppe Pivitsheide über ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HFL 20), ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und über ein Tanklöschfahrzeug (TFL 16/25), das mit einem 2340-Liter-Wassertank ausgestattet ist. Nicht zu vergessen, der Förderverein. Seit dem Jahr 2014 setzen sich die rund 65 Mitglieder für die Unterstützung der Wehr und das Gemeinwohl ein. Mit Beiträgen und Spenden können so zahlreiche wichtige Anschaffungen von Ausrüstungsgegenständen und Sicherheitsmaterialien realisiert werden. Am 19. August 2015 konnte der obligatorische 1. Spatenstich für den Neubau des Gerätehauses an der Oerlinghauser Straße vollzogen werden und mündete dann ein Jahr später in der Einweihung des neuen Domizils. Eine herzliche Würdigung erfuhren die beiden Hauptbrandmeister Jens Anft, der das Amt des Einheitsleiters seit 1990 innehatte, und Gerhard Strate. Die beiden Urgesteine traten 1975 in die Jugendfeuerwehr ein und konnten nunmehr auf 50 Jahre aktiven Dienst zurückblicken. Dafür empfingen sie eine Ehrentafel mit einer besonderen Würdigung.