Detmold. Was als kreative Idee unter Freunden begann, entwickelt sich nun zu einem aufwendigen Filmprojekt mit über 60 Beteiligten: Johannes Schneider (25) und Leon Brosig (25), beide leidenschaftliche Filmfans und Studierende der Medienproduktion an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), wagen sich an eine ambitionierte Aufgabe – die Verfilmung eines Fantasyromans. Ihr Ziel: Eine rund 45-minütige Pilotfolge auf Grundlage der Buchreihe „Das Geheimnis von Askir“ zu produzieren. Trotz begrenzter Mittel, aber mit viel Engagement, wollen die beiden zeigen, was mit Teamgeist, Fantasie und Durchhaltevermögen auf studentischer Ebene möglich ist. Rund 60 Mitwirkende, selbst geschneiderte Kostüme und ein hoher Planungsaufwand sollen das Projekt mit dem Titel „Askir - ein Grab aus Eis“ möglich machen. Geplant ist eine etwa 45-minütige Pilotfolge, basierend auf der Fantasy-Romanreihe Das Geheimnis von Askir des Autors Richard Schwartz (Pseudonym). „Fantasybücher zu lesen, war schon immer eine große Leidenschaft von mir“, erklärt Produzent Johannes Schneider. Deshalb sei das Genre für ihn auch naheliegend gewesen, als er ein Praxisthema für seine Bachelorarbeit suchte. Zusage mit Auflagen vom Verlag Im Januar 2023 wandte sich Schneider mit einem ausgearbeiteten Konzept an den verlegenden Piper Verlag, um die Rechte zur Umsetzung zu klären. Nach einigem hin und her bekam er die Erlaubnis, jedoch mit Auflagen: Der Film darf nach Fertigstellung nur auf Festivals oder bei privaten Vorführungen gezeigt werden, nicht aber auf Videoplattformen wie YouTube, wie Schneider berichtet. Das ist die Handlung: Im Zentrum steht der Kriegsveteran Havald, der gemeinsam mit der geheimnisvollen Magierin Leandra und der Dunkelelfe Zokora in einen epischen Konflikt zwischen dem Königreich Illian und dem mächtigen Kaiserreich Thalak gerät. Um die drohende Katastrophe abzuwenden, müssen sie das legendäre Reich Askir finden – eine gefährliche Reise voller Intrigen, übermächtiger Feinde und göttlicher Machenschaften beginnt. Die Verfilmung soll als Pilotfolge entstehen. Johannes Schneider holte sich dafür seinen langjährigen Freund Leon Brosig als Produktionsleiter an Bord. Brosig ist Masterstudent an der TH OWL und kümmert sich um die Organisation. Nach dem Bachelor in Medienproduktion sammelte er bereits Berufserfahrung in der Branche, bevor er für das Masterstudium nach Detmold zurückkehrte. Für ihn sei das Projekt auch eine wertvolle Lernerfahrung. So kommen sie an ihre Requisiten Mit Blick auf den Aufwand sind sich beide einig: Eine Krimiverfilmung wäre deutlich einfacher gewesen. „Viele haben im Vorfeld gesagt, ich sei größenwahnsinnig“, erzählt Johannes Schneider schmunzelnd. „Aber ich fand die Idee spannend, ein Projekt anzugehen, bei dem man nicht weiß, wie es am Ende wirklich wird.“ Wie aber stemmt man ein solches Projekt mit begrenzten Mitteln? „Ich weiß gar nicht mehr, wie viele WhatsApp-Gruppen wir inzwischen für das Projekt haben“, sagt Leon Brosig lachend. Die Dreharbeiten sollen zwischen August und September stattfinden – in einem Studioraum der TH OWL, der ihnen zur Verfügung gestellt wurde. Requisiten, Drehorte und Ausstattung organisieren sie komplett in Eigenregie. Da die Handlung in einem mittelalterlichen Gasthof spielt, benötigen sie zahlreiche passende Requisiten: Schwerter, alte Holzmöbel, Schaffelle und vieles mehr. Weil das Budget knapp ist, wird improvisiert. „Einige Dinge bekommen wir über Kleinanzeigen geliehen, manches bringen wir selbst mit – so gut es eben geht“, erklärt Brosig. Und wenn sich nichts Passendes findet, wird selbst Hand angelegt: Die Tische für die Aufnahmen baut Johannes Schneider im elterlichen Keller selbst, wie er erzählt. Auch aus dem Haushalt seiner Mutter darf er sich Requisiten ausleihen. Das wird noch gebraucht Obwohl bei ihrer letzten Spendenkampagne schon etwas Geld zusammengekommen sei, wären sie immer noch dankbar für jegliche Art von Unterstützung zugunsten ihres Projektes, etwa durch Geldspenden oder Wohnunterkünfte für bis zu sechs Personen im Zeitraum der Dreharbeiten von 7. August bis zum 15. September, ebenso wie Getränke- und Lebensmittelspenden. Kontakt zu Johannes Schneider unter johannes.schneider@stud.th-owl.de. Lesen Sie auch: TH OWL in Detmold holt sich Film- und Kameraexperten aus Moskau ins Team Detmolds neuer Special-Effects-Professor hat schon mit Polanski und Akin gearbeitet Detmolder Studenten-Magazin setzt sich gegen internationale Profis durch