Detmold. Ein Orkan fegt über die Provence. Blitze und Wetterleuchten erhellen die Nacht, Regen prasselt auf das ehrwürdige Château d’Aigle nieder. Ex-Commissaire Albin Leclerc und seine Gattin Veronique sind hellwach, und auch Mops Tyson gefällt das Unwetter überhaupt nicht. Abgesehen davon scheint er zu spüren, dass Gefahr in der Luft liegt. So beginnt der mittlerweile 13. Provence-Krimi aus der Feder von Pierre Lagrange alias LZ-Redakteur Sven Koch, der in dieser Woche erschienen ist. In „Schweigende Provence“ geht es um einen ungeklärten Mordfall. Das Setting: ein abgelegenes Château im Luberon. Der reiche Industrielle Charles Agnel hatte in einem merkwürdigen Brief zu einem Gourmet-Wochenende dorthin eingeladen. Erst vor Ort erfährt Albin Leclerc, warum er dabei ist: Einer der Anwesenden hat vor Jahren Charles Ehefrau ermordet, und der Ex-Commissaire soll nun den Schuldigen entlarven. Methode ausprobiert Dass er sich bei der Suche nach dem Mörder selbst in Gefahr bringt, kennt man von ihm bereits. Dieses Mal kommt erschwerend hinzu, dass das Schloss durch den Orkan von der Außenwelt abgeschnitten wird. Der Ermittler ist bei der Suche nach dem Täter auf sich allein gestellt und muss sich mit Mops Tyson an seiner Seite durchbeißen. Lesen Sie über den vorherigen Band: Mord am Filmset: Detmolder Autor veröffentlicht seinen 12. Provence-Krimi „Für diesen Krimi wollte ich ein ganz klassisches Locked-Room-Mystery ausprobieren“, schildert Sven Koch. „Ein abgeschlossener Raum, mehrere Verdächtige - und dazwischen ein Mord und ein Ermittler auf Mördersuche in einem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren. Das ist auch in abgewandelter Form ja sehr beliebt - man sehe nur die erfolgreiche Serie ,White Lotus’ und ähnliche.“ Dazu habe er eine für ihn neue Methode ausprobiert. Auf den Spuren von Agatha Christie „Normalerweise kommt bei mir meist die Handlung zuerst. Dann überlege ich, welche Akteure dafür nötig wären“, erklärt der Detmolder. „Ich habe es hier aber mal probiert wie die Queen dieser Art von Krimis: Agatha Christie. Sie hat zuerst ein Setting festgelegt - Schiff auf dem Nil, verschneite Hütte, Waggon im Orient Express - und dann ein Füllhorn an Charakteren mit Vita und Profilen entworfen, und daraus ergibt sich dann erst die Handlung.“ Das sei recht aufwendig gewesen, funktioniere seiner Ansicht nach aber sehr gut - auch für den Leser, hofft der Autor. Und dieses Mal gibt es auch Albin Leclercs Frau Veronique etwas Raum, mit ihm zu ermitteln. Denn natürlich fährt er nicht allein zu einem Gourmet-Wochenende. Pierre Lagrange: „Schweigende Provence“, Verlag Fischer Scherz, ISBN: 978-3-651-02513-4, 352 Seiten.