<p data-end="857" data-start="160">Detmold/Hüllhorst. Bandpressen und Transportbänder sind in vielen Industriebereichen im Einsatz. Kronospan stellt damit Spanplatten her, in Großbäckereien laufen die Teiglinge auf Stahlbändern durch den Ofen, und mithilfe von Wärmezufuhr lässt sich auf Transportbändern Trockenobst herstellen. Aus welchen Werkstoffen ein Transportband hergestellt wird, hängt ganz von dessen Einsatzzweck ab. Der Hüllhorster Erfinder Ludwig Dalhaus stellt nun im Detmolder Gilde-Zentrum eine Weiterentwicklung des Endlosbands vor, die die Produktion in vielen Bereichen einfacher und kostengünstiger machen könnte – und zwar immer dann, wenn Wärme gefragt ist: EZ CPB-2, was für Continuous Process Belt steht.</p> <p data-end="1159" data-start="859">„Bänder, die transportieren und Wärme in den Produktionsprozess einbringen, gibt es viele“, sagt Dalhaus. „Aber bei den meisten steckt die Heizung in der Walze. Die ist kompliziert aufgebaut und dadurch bis zu 180.000 Euro teuer. Ich brauche das alles nicht. Denn bei mir steckt die Heizung im Band.“</p> <h2 class="Zwischenzeile">Flexible Heizflächen aus mit Papier verpressten Kohlefasern</h2> <p data-end="1728" data-start="1228">Der inzwischen 79-jährige Rentner war von 1977 bis 2009 bei der Bielefelder Firma Hymmen in der Entwicklungsabteilung zuständig für Doppelbandpressen. 180 Doppelbandpressen hat er im Laufe seines Berufslebens für verschiedenste Einsatzbereiche konzipiert und aufgebaut. Im Ruhestand legte er schon ab 2012 den Grundstein für die heute vorgestellte Erfindung. Bis 2014 entwickelte er gemeinsam mit dem österreichischen Hersteller von Stahlbandanlagen Berndorf eine Heizung auf der gesamten Bandfläche.</p> <p data-end="2019" data-start="1730">Flexible Heizflächen aus mit Papier verpressten Kohlefasern, die anschließend laminiert werden, ließen sich mit unterschiedlichen Trägermaterialien zu einem Transportband verbinden. Obwohl Berndorf die neue Bandheizung zum Patent anmeldete, wurde die Idee nicht marktreif weiterentwickelt.</p> <p data-end="2935" data-start="2021">Beim Ausräumen seines Kellers und der Durchsicht der alten Unterlagen kam Dalhaus dann im Dezember 2024 eine Blitzidee, wie das Produkt perfektioniert werden könnte. Er mietete sich im Gilde-Zentrum ein („Eine tolle Lösung für Start-ups!“) und entwickelte die Idee gemeinsam mit Partnerunternehmen weiter. „Im Mai haben wir die Idee der Fachwelt vorgestellt“, erinnert er sich. „Manchmal ist eine Erfindung zu früh. In meinem Fall ist es aber genau der richtige Zeitpunkt“, ist Dalhaus überzeugt. Gerade heute, wo immer auf den ökologischen Fußabdruck geachtet werde. „Meine Heizung ermöglicht Energieeinsparungen von bis zu 70 Prozent. Außerdem wird der Maschinen- und Anlagenbau einfacher, und die Herstellungskosten sinken um 40 bis 60 Prozent.“ Ein weiterer Vorteil sei die sehr feine, stufenlose Regelbarkeit der Heizleistung über den gesamten Bereich des Transportbands. 20 bis 260 Grad Celsius sind möglich.</p> <h2 class="Zwischenzeile">Heizflächen auch für Fußboden- und Wandheizung geeignet</h2> <p data-end="3251" data-start="3000">Übrigens lassen sich die von Dalhaus gemeinsam mit der Espelkamper Firma Busse entwickelten Heizelemente auch unter Laminat kleben, um so sehr einfach eine Fußbodenheizung herzustellen. Auch die Unterputzmontage als Wandheizung ist ein Anwendungsfall.</p> <p data-end="3675" data-start="3253">Sogar eine gelochte Heizfläche ist möglich, ohne deren Funktion zu beeinträchtigen. „Oft müssen in der Produktion Gase oder Dämpfe abgeführt werden“, erklärt Dalhaus den Vorteil eines gelochten Transportbands. Er sieht Anwendungsmöglichkeiten in der Luft- und Raumfahrtindustrie, in der Chemie-, Lebensmittel- und Möbelindustrie, in der Medizintechnik sowie in vielen anderen Branchen mit kontinuierlichen Prozessabläufen.</p> <p data-end="4270" data-start="3677">Der Entwicklungsstand bis zum marktreifen Produkt beträgt aktuell 55 Prozent, schätzt Dalhaus. Im Gilde-Zentrum hat er auf seinem Versuchsaufbau verschiedene Werkstoffverbindungen getestet. Ein Band besteht in der Regel aus vier bis fünf Schichten unterschiedlicher Materialien, die miteinander verklebt sind – darunter die speziellen Heizelemente. „Die werden entsprechend den Anforderungen der Kunden entwickelt“, erklärt Dalhaus. „Für die Lebensmittelherstellung verwendet man als oberste Schicht den lebensmittelechten Werkstoff Peek, für Hochtemperatur-Anwendungen den Werkstoff Clapton.“</p> <p data-end="4369" data-start="4272">Am Dienstag, 25. November, soll die Erfindung im Gilde-Zentrum der Fachwelt vorgestellt werden.</p>