Detmold. Der Kuppelsaal der Hochschule für Musik Detmold (HfM) hat sich in eine Bühne für experimentelle Klänge und kreative Kompositionen verwandelt: Im Rahmen des Netzwerks „MusikLernen“ präsentierten Schülerinnen und Schüler der Johannes-Brahms-Musikschule, Studierende der HfM und Lehrkräfte gemeinsam mit der Pianistin Ji-Youn Song ein Konzert, das neue Wege im Umgang mit dem Klavier aufzeigte, teilt die Stadt Detmold in einer Pressemitteilung mit.
Den Abend eröffnete Ji-Youn Song mit „Aeolian Harp“ von Henry Cowell, einem Stück, das durch ungewöhnliche Klaviertechniken besticht. Statt auf Tasten zu spielen wurden die Saiten des Klaviers direkt gezupft – es entstanden schwebende, harfenähnliche Klänge, die wie ein sanfter Wind durch den Saal wehten.
Experimentelle Klänge und kreative Ideen
Die Musikschülerinnen und -schüler ließen sich vor allem von der Natur inspirieren und präsentierten selbstkomponierte Stücke mit dramatischen Titeln wie „Der wilde Wald“, „Katze unterm Vogelnest“ oder „Unwetter auf See“. Ein besonderes Highlight war die präparierte Interpretation von Mozarts „Fantasie d-Moll“: Mit Papier und Schrauben am Flügel entstanden völlig neue Klangwelten. Das Stück „Erosion“ zeigte eine vielschichtige Darstellung von Traurigkeit, unterstützt durch elektronische Mittel.
Beim „Goldenen Herbsttag“ führten die Musikerinnen und Musiker die Zuhörerinnen und Zuhörer auf einen klangvollen Spaziergang um das Klavier herum, während „Adventsabend“ Gedicht, Musik und das Klingen von Glas auf den Saiten zu winterlichen Klängen verband. Die eigens erstellten Partituren und Bilder wurden auf einer Leinwand gezeigt und gaben Einblick in die kreative Welt der jungen Komponistinnen und Komponisten.
Die Studentinnen Sara Rodriguez und Daniela Rivero bereicherten das Programm mit eindrucksvollen Werken von George Benjamin und Hernán Lopez-Nussa.
Austausch und Inspiration
Das Konzert entstand im Rahmen des Netzwerks MusikLernen, das durch das Modellprojekt Talentförderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft gefördert wird. Ziel ist es, den Austausch zwischen musikpädagogischen Akteurinnen und Akteuren auf verschiedenen Ebenen zu stärken. Der Abend hinterließ bei Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten und Lehrkräften einen bleibenden Eindruck. Alle waren sich einig, dass diese Kooperation einen großen Mehrwert bietet und fortgeführt werden sollte.
Künstlerisch geleitet wurde das Projekt von Ji-Youn Song, Moritz Reuter und Reinhild Spiekermann.