Gunter Demnig setzt "Stolperstein" an der Hubertusstraße ein

Erinnerung an NS-Opfer

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Erster "Stolperstein" in Detmold eingesetzt - © Detmold
Erster "Stolperstein" in Detmold eingesetzt (© Detmold)

Detmold (aga.) Mit dem ersten Detmolder "Stolperstein" will der Kölner Künstler Gunter Demnig keineswegs Passanten auf dem Fußweg vor dem Haus Nummer 10 in der Hubertusstraße aus dem Gleichgewicht und zu Fall bringen. Vielmehr sollen die Passanten Innehalten, auf den Stein schauen und der Opfer des Naziterrors gedenken.

Die Plakette auf dem Detmolder "Stolperstein" erinnert an die 1897 geborene Irmgard Heiss, die in diesem Haus aufwuchs. Als sie psychisch erkrankte, wurde sie 1925 im Lindenhaus in Brake aufgenommen. Trotz weiterer Aufenthalte in Gütersloh und Lengerich, gab sie die Hoffnung auf Heilung nie auf. Das drücken Briefe aus, die ihre Großnichte Barbara Stellbrink-Kesy in einer Ausstellung über "Euthanasie" im Dritten Reich gezeigt hatte.

Die Hoffnung von Irmgard Heiss erfüllte sich nicht. Sie wurde 1941 von Lengerich in die Heilanstalt Weilmünster in Hessen ausgeliefert. Dort ließ man sie langsam verhungern. Ihre Schwestern holten sie im Januar 1944 dort heraus, doch erholte sich Heiss nicht mehr. Sie verstarb am 3. Oktober 1944. 

Erinnerung an NS-Opfer: Gunter Demnig setzt einen "Stolperstein". - © Foto: Gallisch

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