Brand in Dörentruper Wohnhaus - 76-Jährige lebensgefährlich verletzt

Marlen Grote und Janet König

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Nur noch eine Ruine: Während der Löscharbeiten an dem Wohnhaus an der Oberen Straße in Spork stürzen große Teile des Gebäudes ein.  - © Marlen Grote
Nur noch eine Ruine: Während der Löscharbeiten an dem Wohnhaus an der Oberen Straße in Spork stürzen große Teile des Gebäudes ein.  (© Marlen Grote)

Dörentrup. Großeinsatz für Feuerwehreinheiten aus dem ganzen lippischen Norden: In Spork ist Montagnachmittag ein Wohnhaus komplett niedergebrannt. Die 76-jährige Bewohnerin musste mit lebensgefährlichen Brandverletzungen in eine Spezialklinik gebracht werden. Sie hatte noch versucht, das Feuer zu löschen. Die Brandursache steht noch nicht fest, erst im Laufe des Dienstags kann die Ruine betreten werden. Das teilt die Polizei mit. 

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Die Feuerwehr wurde am Montag gegen 13 Uhr alarmiert. Als die Helfer an dem Einfamilienhaus in der Oberen Straße eintrafen, brannte das Gebäude bereits lichterloh. „So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Thomas Lalk, Pressesprecher der Feuerwehr Dörentrup. Auf dem Weg von seiner Arbeitsstelle in Barntrup zu dem Einsatz habe er die Rauchwolke schon von Sibbentrup aus sehen können.

Das Feuer drohte, auf benachbarte Häuser überzugreifen. Die Nachbarn wurden daher sofort in Sicherheit gebracht, Einsatzkräfte sicherten unter Atemschutz die Gebäude. Ein Carport hatte bereits Feuer gefangen, das angrenzende Wohnhaus konnte aber gerettet werden. An einem benachbarten Neubau, der noch unbewohnt ist, sprangen durch die große Hitze die Fensterscheiben.

Das Wohnhaus ist komplett ausgebrannt. - © Marlen Grote
Das Wohnhaus ist komplett ausgebrannt. (© Marlen Grote)

Von dem Haus, in dem das Feuer aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen ist, sind nur die Grundmauern übrig geblieben. Laut Polizei brannte es vermutlich zunächst in der Küche, von dort breitete sich das Feuer schnell im Haus aus. Während der Löscharbeiten stürzten weitere Teile des Gebäudes ein.

Fehlendes Löschwasser wird zum Problem

Eine Herausforderung vor Ort war laut Thomas Lalk fehlendes Löschwasser. Ein 10.000-Liter-Wagen aus Lemgo kam zur Hilfe – „Selbst das hat kaum gereicht", berichtete Lalk vom Kampf gegen die Flammen. Schließlich wurde das Wasser nicht nur benötigt, um den Brand selbst zu bekämpfen, sondern auch, um umliegende Häuser zu schützen. Dazu trafen sechs Tanklöschfahrzeuge mit je 5000 Litern Wasser an Bord ein, die zum Teil Feuerwehrtrupps aus benachbarten Kommunen mitbrachten. Anwohner verfolgten mit bangen Blicken die Arbeiten. Die Feuerwehr hatte jedoch Erfolg, sie verhinderte ein Übergreifen der Flammen.

Noch am späten Nachmittag wurden Glutnester gelöscht. „Das Haus muss teilweise abgetragen werden, damit wir die Glut unter dem Schutt ablöschen können", erklärte Thomas Lalk. Den direkten Nachbarn riet die Feuerwehr, die Nacht nicht in ihren Häusern zu verbringen.

Ein weiteres Problem für die Einsatzkräfte war der Gasanschluss des Hauses. Da die Zuleitung nicht einfach abgetrennt werden konnte, musste die Feuerwehr das Gas zunächst abbrennen. Der Gasversorger wurde hinzugerufen, um die Straße aufzureißen und die Zuleitung abzuschiebern.

150 Einsatzkräfte aus Lippe helfen

Zum Einsatz rückten Kräfte aus Lemgo, Kalletal, Extertal, Barntrup und sogar aus Bad Salzuflen an. Insgesamt waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch ein Rettungshubschrauber war angefordert worden.

Damit die vielen Einsatzfahrzeuge parken und rangieren konnten, wurde die Mittelstraße über mehrere Stunden voll gesperrt. Die Polizei leitete den Verkehr um. Die Schadenshöhe wird auf 250.000 Euro geschätzt.

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