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Dörentrup

Lipperland-Meute feiert in Dörentrup 50-jähriges Bestehen

Dörentrup-Wendlinghausen. In diesem Jahr jährt sich die Gründung des Schleppjagdvereins Lipperland-Meute zum 50. Mal. Am Sonntag, 3. September, wird das Jubiläum auf Schloss Wendlinghausen mit der traditionellen Schleppjagd und der Hubertusmesse gefeiert. Das berichten die Organisatoren in einer Pressemitteilung.

Gegründet worden sei die Lipperland Meute von vier Enthusiasten im Jahr 1973 auf Gut Bökhaus in Lage. Von den Gründungsmitgliedern sei einzig Helmut Rottschäfer dem Verein noch eng verbunden. "Mit seinem Einsatz als Master of Hounds war er mehr als drei Jahrzehnte lang mitverantwortlich für den Erfolg des Vereins und des Jagdreitens über den Kreis Lippe hinaus. Er führte die Hunde bis zum Jahr 2005", erinnern sich die heutigen Vereinsmitglieder.

100 Reiter gehen auf die Strecke

"Das Vorwerk Friedrichsfeld oberhalb von Dörentrup mit dem Kennel für die Foxhound-Meute war seit dem Jahr 1977 die Heimat des Vereins. Von dort starteten jeweils im August oft mehr als 100 Reiter unter Mitwirkung des Schlossherrn Dankward von Reden auf die Jagdstrecke. Die Eröffnungsjagd läutete stets die Reitjagdsaison in Lippe ein", heißt es weiter. Vom Spätsommer bis in den Dezember hinein habe die Lipperland-Meute mit ihren Foxhounds in ganz Ostwestfalen und in Niedersachsen auf Einladung von Reitvereinen unzählige Termine wahrgenommen.

Mehr als 30 Jahre lang seien Reiter, Pferde und Hunde regelmäßig zur Jagdwoche auf die Insel Borkum gereist. Diese sei in den 1990er Jahren von den Brandenburger Jagdtagen in Zechlin, wo jeweils die Jagd am Schloss in Rheinsberg einen Höhepunkt dargestellt habe, abgelöst worden, erinnern sich die Schleppjäger.

Zur Einstimmung auf die Saison der sogenannten ,Roten Jagd’ ist laut Vereinsmitteilung von je her die Hubertusmesse als Freiluft-Gottesdienst gefeiert worden. Sie findet weiterhin regelmäßig unter Mitwirkung von Jagdhornbläsern öffentlich im Garten vor dem Schloss Wendlinghausen statt. Anschließend geht es zu Pferde auf die recht anspruchsvolle Jagdstrecke in das hügelige Gelände rund um Dörentrup.

Es wird kein lebendes Wild erlegt

Die Lipperland-Meute betont, dass bei der Schleppjagd "kein lebendes Wild erlegt wird. Die Hunde folgen einer künstlich gelegten Spur, der Schleppe. Begleitet wird die Hundemeute von der Equipage, dahinter folgt das berittene Jagdfeld. Die etwa 15 Kilometer lange Jagdstrecke ist noch heute weitgehend identisch mit der ursprünglichen Streckenführung."

Als der Schleppjagdverein im Jahr 2011 kurz vor der Auflösung gestanden habe, weil die Haltung einer eigenen Hundemeute nicht mehr möglich war, hätten einige engagierte Mitglieder für eine Fortsetzung ihrer Tradition in Lippe gesorgt. Zunächst habe man mit dem Schleppjagdverein Böhme kooperiert, der eine Harrier-Meute führte. "Seit nunmehr zehn Jahren wird hinter den Foxhounds des Cappenberger Schleppjagdvereins aus Werne geritten", zeigen sich die lippischen Schleppjäger zufrieden.

Auch der Werner Verein blickt auf eine sehr lange Tradition in Verbindung mit Schloss Wendlinghausen zurück. In der Chronik der Wendlinghauser Schleppjagden, die seinerzeit vom Reitverein Begatal durchgeführt wurden, ist zu lesen, dass vor genau 60 Jahren hier die erste Meutejagd mit den Cappenbergern unter Leitung des legendären Masters Franz Jandrey geritten worden ist.

Das Festprogramm beginnt am Sonntag, 3. September, um 11 Uhr mit Stelldichein und Eintragung ins Jagdbuch. Die Hubertusmesse vor dem Schloss beginnt um 11.30 Uhr, eine Stunde später brechen Pferde, Reiter und Hunde zur etwa 15 Kilometer langen Schleppjagd auf. Ab 15 Uhr gibts in der Scheune zunächst das Jagdessen, anschließend steht der Festakt an.

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