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Extertal

Diese Wanderwege in Extertal sind wahre Karteileichen

Einige Routen sind kaum noch passierbar und schlecht markiert, 
weiß Hans Böhm von Marketing Extertal

Extertal. Zugewuchert, schlecht gepflegt, kaum markiert: Manche Wanderwege sind zwar auf Karten verzeichnet. Ihr Zustand und ihre Beschilderung lassen aber zu wünschen übrig. Hans Böhm vom Verein Marketing Extertal, selbst „Vater" des „Patensteigs", hat diese Schwierigkeiten kürzlich vor Ort untersucht.

Für Böhm funktioniert die Pflege am besten über Verantwortliche vor Ort. Günter Weigel, Geschäftsführer der Lippe Tourismus und Marketing (LTM), setzt dagegen auf zentrale Kontrolle. „Wir wollten zeigen, wie schwierig es ist, wenn man unbedarfte Wanderer nur mit der Karte losschickt", sagt Böhm.

Wanderweg um den Meierberg ist zugewuchert

Die erste Probe-Tour führte rund um Meierberg auf den Wanderweg A 1. Der Weg war an vielen Stellen zugewuchert und nicht mehr passierbar. Böhm: „Einige Wege sind gar nicht mehr für Wanderer und Auswärtige zu finden." Sie sind sozusagen Kartenleichen. Böhm weiß, warum das so ist: „In Meierberg gibt es vor Ort niemanden mehr, der sich um die Instandhaltung kümmern kann."

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Die zweite Wanderung führte weiter auf dem A 1 rund um Almena. Auch hier vergaben die Test-Wanderer an einigen Stellen „eine glatte Sechs". Aber in Almena scheint Licht am Horizont, denn Dennis Brandt vom Heimat- und Verkehrsverein macht sich nun auf die Suche nach Ehrenamtlichen. Wie das gehen kann, hat der Marketingverein mit acht gut ausgeschilderten und mit Info-Tafeln versehenen neuen Themenwegen in Extertal vorgemacht – vom Gösselgang bis zur Mühlendrift.

Böhm: „Marketing Extertal hat dazu die örtlichen Vereine – Heimatvereine oder Dorfgemeinschaften – ins Boot geholt. Wir haben nur Wege angelegt, wenn auch ein 
Nachhaltigkeitskonzept dahinterstand, und das geht am besten über Verantwortliche vor Ort."

Die Verantwortlichkeit ist nur unbestimmt geregelt

Einen anderen Weg beschreitet der Kreis Lippe mit dem Anfang des Jahres eröffneten Wanderkompetenzzentrum „Walk". LTM-Geschäftsführer Günter Weigel setzt auf zentrale Kontrolle und die Devise „weniger ist mehr – Qualität vor Quantität". Weigel: „Die Verantwortlichkeit für viele der etwa 2.000 Kilometer Wanderwege in Lippe ist nur unbestimmt geregelt. Das ist genau das Problem." Denn das führe dazu, „dass mancher Weg nicht gepflegt wird, obwohl es sinnvoll wäre, und manch anderer Weg besser zurückgenommen würde".

Laut Weigel sieht das Konzept der LTM die Zuständigkeit für die A-Wanderwege beim Lippischen Heimatbund und für alles andere, beispielsweise für die X-Wege, beim Teutoburger-Wald-Verband. Für die Pflege der Wege gebe es eine Vereinbarung mit allen 16 Bürgermeistern. Demnach kommen etwa Bänke und Schutzhütten vom „Walk", die Arbeitskraft von den Bauhöfen der Kommunen, und für die Kontrolle gebe es in jedem Ort einen Zuständigen.

Zwischenruf: "Hier warten noch Aufgaben für beide Seiten"

von Sylvia Frevert

In Sachen Wanderwege liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. Wie kann es sein, dass mit www.wanderregion-nordlippe.de für 20.000 Euro vor gerade einmal einem Jahr in einem Leader-Projekt eine Internetseite entstand, auf der gut ausgestattete Wanderwege verzeichnet sind, die aber auf der Internetseite der Lippe Tourismus und Marketing nicht zu finden sind?

Klar ist: Wanderwege müssen gepflegt werden. Nicht klar zu sein scheint die Kompetenz. Liegt sie besser vor Ort oder ist eine zentrale Koordination sinnvoll? Eine Kombination aus beidem wäre zielführend, denn Kreativität und Ortskenntnis sind ebenso wichtig wie ein strukturiertes, gemeinsames Vorgehen. An dem „Gemeinsam" muss wohl von beiden Seiten noch gearbeitet werden.

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