Extertal-Bösingfeld. „Das Bösingfelder Schützenfest heißt nicht nur Volksschützenfest, es ist eins“, erklärte Landrat Dr. Axel Lehmann am Sonntagnachmittag auf dem rappelvollen Marktplatz. Und tatsächlich umringte eine enorme Anzahl Neugieriger den mit Birkengrün und bunten Fahnen festlich geschmückten Platz. Alle wollten das Defilee der Bösingfelder Schützen und den Auftritt des Königspaars miterleben: seine Majestät Torsten Dreier und Königin Diane Korbach. Der neue König steht seit Mitte des Monats fest: Torsten Dreier hatte das Schießen am 14. Juni gewonnen. Landrat Lehmann hatte sich gemeinsam mit Präsident Lutz Brakemeier, dem stellvertretenden Bürgermeister Ralf Klemme und dem Vorsitzenden des Schützenkreises Lippe, Fabian Stellmacher, auf der großen Treppe des alten Rathauses platziert, um den Hauptpersonen des Tages einen würdigen Empfang zu bereiten. Dann öffnete sich die Tür, und zunächst betraten Jungschützenkönig Paul Hördemann und Jungschützenkönigin Rebecca Kreth die Bühne, begleitet von ihrem Jungschützenadjutanten Kai Meierkordt mit Anna Schnüll. Riesenjubel um das Königspaar Unter dem Riesenjubel der vielen Hundert Schützenbrüder und -schwestern zog dann das Königspaar auf, etwas später sein Hofstaat. Torsten Dreier und Diane Korbach nahmen die Ovationen entgegen, um sie herum bauten sich das Thronoffizierpaar mit Feldwebel Marco Lecker und Stephanie Dreier sowie Oberleutnant Carsten Winkler mit Heike Winkler auf, die das Amt des Adjutantenpaars bekleiden. Präsident Brakemeier wies in seiner Willkommensrede darauf hin, wie wichtig es heutzutage sei, die Tradition zu bewahren, einen Verein andererseits aber auch behutsam zu modernisieren und für die Jugend interessant zu gestalten. Da sei die Bösingfelder Schützengesellschaft von 1722 auf einem guten Weg. Die Grußworte waren in der Mittagshitze schnell gesprochen, dann nahm das Königshaus die dicht stehenden Schützenfronten ab. Nachbarn erweisen Bösingfeldern die Ehre Das Schützenfest in Bösingfeld ist das zweijährlich stattfindende Highlight in der Region. Und so erwiesen die Schützenvereine Alverdissen und Barntrup, Sonneborn, Almena und auch die Schützengesellschaft Lemgo den Bösingfeldern die Ehre. Außerdem war jeder Verein mit einem eigenen Musikzug oder Orchester angerückt, was dem folgenden großen Festumzug sehr zugutekam. Der kilometerlange Lindwurm hatte einen langen Marsch durch den Ort zurückzulegen, und zwischen den Vereinen eingeordnet hatte die Musik ihren Platz. Die Blasorchester Sonneborn und das Lipperland-Orchester, die Musikfreunde Schwelentrup, der Spielmannszug Bega, der Musikzug Halvestorf und der Fanfarenzug Barntrup sorgten für den zünftigen Marschschritt. Die einzigen Fahrzeuge waren an der Zugspitze die geschmückte Königskutsche, gezogen von zwei geduldigen Pferden, und zwei Kübelwagen, die das Jungschützenkönigspaar und die Thronoffiziere transportierten. Die unterschiedlichen Uniformen von Vereinen und Kompanien formten ein festlich buntes Bild, das durch Gruppen wie die Landfrauen oder die rotgekleideten Bogenschützen und der JSG Almena farbig aufgehübscht wurde. Den Schluss des Zuges bildete die kleine Kanone, die von einem Trecker gezogen wurde. Der Rundmarsch hatte schließlich das Festzelt als Ziel, wo nach dem schweißtreibenden Marschieren gesellige Entspannung angesagt war, bevor am Abend in der Zeltdisco „Carambolage“ richtig loslegte.