von Wolf Scherzer
Extertal. Heinrich Hoppenberg, der Vater des jetzigen Bürgermeisters Hans Hoppenberg, zählt zu den Pionieren der Funkamateure in der 1969 gegründeten Großgemeinde Extertal. Durch ihn sind drei Extertaler vor vier Jahrzehnten zu ihrem Hobby gekommen, das sie immer noch engagiert ausüben.
Gerhard Fasse aus Asmissen, Ernst Richts aus Bösingfeld und Ewald Rabe aus Linderhofe sind kürzlich für ihre 40-jährige Mitgliedschaft im DARC (Deutscher Amateur Radio Club) ausgezeichnet worden, der Bösingfelder Hans-Georg Matthies ist auch schon seit 30 Jahren dabei. Das Quartett ist dem Lemgoer Ortsverein angeschlossen - einer von fünf lippischen Clubs, die es noch in Lage, Detmold, Oerlinghausen und Bad Salzuflen gibt. Und sie haben sich vorgenommen, ganz verstärkt die Jugend für ihr Hobby zu begeistern.
So gibt es im Rahmen der Extertaler Ferienspiele ein Angebot am 30. Juli, und ganz besonders freuen sie sich auf den 15. und 16. August - bei der 225-Jahr-Feier der Bösingfelder Feuerwehr werden die Amateurfunker ganz stark im Einsatz sein. Und sie werden viel zu erzählen haben. Viele Kontakte hatten die Extertaler - und haben sie immer noch, verteilt über den gesamten Globus. Wobei der heute 71-jährige Ewald Rabe, früher Maurer von Beruf, den 16. November 1985 nicht vergessen wird: An diesem Tag begann das Gespräch mit dem jordanischen König Hussein um exakt 18.03 Uhr. Woher Rabe das noch so genau weiß? Einige Zeit später bekam er Post vom König, einem offensichtlich begeisterten Amateurfunker - auf dessen Karte sind sämtliche Daten des Kontakts verewigt. Und wie unterhält man sich mit solch einer Person der Zeitgeschichte? "Ganz normal auf englisch", lacht der Extertaler im LZ-Gespräch. Funker würden sich immer duzen, wobei das englische "you" natürlich "barrierefreier" sei. Und so ganz nebenbei lässt er kurz darauf wissen: "Mit dem spanischen König Juan Carlos war das Gespräch genauso unkomliziert." Wie Ewald Rabe ist auch Gerhard Fasse über Hoppenberg senior zu seinem Hobby gekommen. Vor mehr als 40 Jahren hätten sie mit einfachen Radios im Kurzwellenbereich angefangen: "Wir konnten Heinrich Hoppenberg hören, durften aber nicht antworten. Das war verboten." Erst musste die Prüfung in Münster abgelegt werden, und das schaffte auch Ernst Richts. Wie seine Kollegen ist der 71-Jährige technisch bestens ausgerüstet und überzeugt: "Man sollte die Amateurfunker nicht unterschätzen. Wenn zum Beispiel überall der Strom ausfällt, dann können wir noch was unternehmen", deutete er mögliche Hilfen in Krisen an.
Auch im Amateurfunk ist schon länger der Computer eine feste Größe. Hans-Georg Matthies: "Beim Kontakt mit Kollegen auf der Wartburg konnte ich auf dem Laptop über die dortige Webcam sehen, mit wem ich spreche."