Landespolitik diskutiert mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik

Thorsten Engelhardt

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Die Landesminister Garrelt Duin, Svenja Schulze und Michael Groschek (von rechts) haben noch etwas zu klären. Links: Landrat Dr. Axel Lehmann. - © Bernhard Preuß
Die Landesminister Garrelt Duin, Svenja Schulze und Michael Groschek (von rechts) haben noch etwas zu klären. Links: Landrat Dr. Axel Lehmann. (© Bernhard Preuß)

Detmold. Große Aufmerksamkeit hat Lippe am Freitag bei der Landespolitik genossen. Bau- und Verkehrsminister Michael Groschek, Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, alle von der SPD, gaben sich in den Räumen der IHK Lippe zu Detmold die Ehre.

Mit geschätzt 400 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutierten sie Schlagworte, für die Zukunft des dritten Landesteils. Die Minister versprachen Engagement für Lippe. Am Ende des Zukunftsforums standen etliche Aufgaben, die nun angegangen werden müssen.

Am Anfang hingegen gab es viel Lob: Für die „Willkommenskultur für Veränderungen" (Groschek) in der Region, für Engagement und vernetztes Denken (Schulze) oder für die Kompetenz in der Digitalisierung, die Garrelt Duin attestierte. Dann ging es um die Kernthemen. Als da sind:

Hier hatte IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse klare Worte für die Bauprojekte eingefordert. Ein Stiefkind des Straßenbaus sei Lippe nicht, meinte Minister Groschek. Er verlangte, das Hindernis langer Planungsfristen und die „große Lust am Klagen und Beklagen" einzudämmen. Sieben Jahre Dauer bis zum Baustart eines Projekts seien Spiegelbild „irriger und wirriger Verkehrspolitik". Detmolds Bürgermeister Rainer Heller empfahl eine integrative Bürgerbeteiligung, um Prozesse abzukürzen.

Groschek will ein „Bündnis für Wohnen" in der Region installieren, in dem es um sozialen Wohnungsbau, aber auch um die Frage gehen soll, wie der ländliche Raum attraktiv zum Leben bleibt. Das liegt auch Landrat Dr. Axel Lehmann am Herzen. Er möchte gern einen neuen ÖPNV-Modellversuch in Lippe schaffen. Groschek ist da zurückhaltend, signalisierte aber Bereitschaft, gemeinsam ein förderfähiges Modell erarbeiten zu wollen.

Für Wirtschaftsminister Garrelt Duin sind die Internetgeschwindigkeiten in großen Teilen Lippes „ein Drama". In zwei Jahren sollen die Netze 50-Mbit-Standard erreicht haben. Land und Bund nehmen dafür gemeinsam landesweit rund 500 Millionen Euro in die Hand. Für Lehmann ist eine wichtige Frage aber auch, für welche inhaltlichen Projekte dann diese neue Hardware genutzt werden kann, um Lippe weiter vorn zu halten.

In der Region werde an einem Strang gezogen, das werde das Land weiter unterstützen, sicherte Ministerin Svenja Schulze zu. Das neue Kreativitätszentrum in Detmold (DCCC) und der Hochschulcampus in Lemgo seien Beispiele dafür.

Sie wurden in drei Foren formuliert. Zum einen sollen Lemgoer Campus und Detmolder Kreativitätszentrum Anker für eine Erneuerung des Bildungsbereiches sein. Zum zweiten soll es Aufgabe werden, die Chancen der Digitalisierung herauszustellen. Letztlich müsse es auch darum gehen, die öffentliche Förderung von Siedlungs- und Stadtentwicklung auf Kooperationen auszurichten und den ÖPNV anzupassen.

Die Region sei prominent wahr genommen worden, befand Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. Nun stünden viele Themen an, die weiter entwickelt werden müssten. Eine Einschätzung, die Landrat Dr. Axel Lehmann teilt. Der Prozess werde die Politik noch lange beschäftigen. Prof. Dr. Gunther Olesch (Phoenix Contact) war überzeugt, dass das Zukunftsforum Lippe nach vorn bringen werde. Das fand Widerhall bei Axel Martens (IHK Lippe). Die wirtschaftliche Stärke des Raumes sei gut vermittelt worden.

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