Nur Jäger dürfen Lebendfallen aufstellen

Marianne Schwarzer

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Gefangen: Eine Katze sitzt bei einer Vorführung in einer Lebendfalle – danach öffnet sich Tür wieder ganz schnell. - © Carsten Rehder/dpa
Gefangen: Eine Katze sitzt bei einer Vorführung in einer Lebendfalle – danach öffnet sich Tür wieder ganz schnell. (© Carsten Rehder/dpa)

Kreis Lippe. Ein neugieriges Schnuppern, ein Schritt zuviel, und schon schnappt die Falle zu. Um Waschbären oder Marder zu fangen, verwenden auch Jäger in Lippe Lebendfallen. Sie, aber auch nur sie, dürfen das. Darauf weist der Kreis Lippe hin.

„Es häufen sich bei der unteren Jagdbehörde in jüngster Zeit wieder Beschwerden über Mitbürger, die Fallen stellen", heißt es hier. Das ist verboten, auch wenn die gefangenen Tiere das Gefängnis überleben. Nur Ratten und Mäuse dürfen auch ungeschulte Bürger mit der Falle fangen.

Tödliche Fallen oder Fangeisen, die Tiere verletzen könnten, sind in Nordrhein-Westfalen verboten. Und Lebendfallen dürfen Jäger auch nur nach einer Schulung benutzen. Vor dem Einsatz im Revier müssen die Fallen bei der Unteren Jagdbehörde angemeldet werden, die Art, die Anzahl, der Einsatzort sowie eine Kennzeichnung.

Damit sich keine Raubvögel in die Fallen verirren, darf der Köder darin nicht von außen sichtbar sein. Außerdem müssen die Fallen auch von innen blickdicht sein. Wippbrettkastenfallen für das Hermelin brauchen ein zusätzliches Gewicht, damit Mauswiesel und Mäuse nicht versehentlich hineingeraten.

Die Fallen müssen morgens und abends kontrolliert werden und, wenn sie nicht gerade im Funkloch stehen, mit elektronischen Fangmeldesystemen ausgestattet sein. Neben den festgelegten Kontrollen wird durch das System eine zeitnahe Entnahme gewährleistet. Verirren sich die falschen Tiere in der Falle, müssen sie sofort freigelassen werden.

Das gilt übrigens auch für Katzen, die manchem Jäger ein Dorn im Auge sind. Die untere Jagdbehörde bezieht sich in ihrer Pressemitteilung ausdrücklich nicht auf Lebendfallen, die dazu dienen, wild lebende Katzen im Sinne des Tierschutzes einzufangen, damit sie kastriert und anschließend wieder frei gelassen werden können.

Das macht der Verein Tierschutz der Tat, der das Tierheim Detmold betreibt. „Nach unseren Informationen ist das rechtlich gedeckt. Für uns ist das ein wichtiges Instrument, um die Katzenflut einzudämmen. Es hat auch schon Früchte getragen", betont Vorsitzender Christopher Imig.

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