Vor fünf Jahren verschwunden: Maria H. ist wieder zu Hause

Silke Buhrmester

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Bernhard H. ist am Donnerstag, 6. September, von der Polizei festgenommen worden. Vor fünf Jahren war der Blomberger mit der damals 13-jährigen Freiburgerin Maria H. verschwunden. - © Polizei
Bernhard H. ist am Donnerstag, 6. September, von der Polizei festgenommen worden. Vor fünf Jahren war der Blomberger mit der damals 13-jährigen Freiburgerin Maria H. verschwunden. (© Polizei)

Blomberg/Freiburg. Sie war 1.944 Tage lang vermisst: Anfang Mai 2013 verschwand die damals 13-jährige Maria H. aus Freiburg mit dem 40 Jahre älteren Familienvater Bernhard H. In der Nacht zum Freitag kehrte die heute 18-Jährige zurück zu ihrer Familie. Von dem Blomberger fehlt nach wie vor jeder Spur.

Marias Mutter Monika Beisler postete gestern Morgen ein Foto ihrer Tochter auf Facebook und teilte mit, dass „ganz ganz liebe Freunde" Maria in der Nacht aus Mailand abgeholt hätten. Via Facebook habe Maria zuvor den Kontakt zu ihrer Familie gesucht.

Monika Beisler informierte auch die Freiburger Polizei von Marias Rückkehr. „Dem Mädchen geht es augenscheinlich körperlich gut", sagte Polizeisprecher Jerry Clark dieser Zeitung. Die Polizei habe Maria zuhause kurz besucht: „Darüber, wo sie in den vergangenen fünf Jahren war und wie es ihr ergangen ist, gibt es aber noch keine Erkenntnisse", so Clark weiter. In den nächsten Tagen werde Maria vernommen – als Opfer und als Zeugin: „Natürlich geht dabei der Opferschutz vor. Wir werden genau schauen, wie es ihr geht, ob wir sie befragen können und wie belastbar sie ist."

Als Teenager hatte Maria den 40 Jahre älteren Bernhard H. über das Internet kennengelernt. In einem Chat, der sich an Kinder und Jugendliche wendet, hatte Haase sich dem Mädchen als 15-Jähriger vorgestellt. Vor ihrem Verschwinden trafen sich die beiden mehrmals heimlich in Freiburger Hotels. Die Ehefrau des Blombergers selbst zeigte ihren Mann bei der Polizei an, weil er sich im Netz an Minderjährige heranmachte. So erfuhr Marias Mutter von der Beziehung ihrer Tochter. Sie erteilte dem Kind Computerverbot, konnte aber den Kontakt nicht unterbinden.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai gab Maria vor, bei einer Freundin übernachten zu wollen und verschwand mit Bernhard H. Die Polizei suchte europaweit nach dem ungleichen Paar. Die letzte heiße Spur führte die Fahnder im Sommer 2013 ins südpolnische Gorlice, wo der graue Skoda des Blombergers mit gestohlenen Kennzeichen und sein weißer Schäferhund gefunden wurden.

Mehr als 1.000 Hinweise überprüfte die Polizei in den vergangenen fünf Jahren. Marias Mutter versuchte immer wieder, über die Medien auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam zu machen.

„Es gibt heute keine glücklichere Familie als unsere!!!!", schreibt Monika Beisler jetzt. Polizei und Medien dankte sie für die Unterstützung bei der Suche nach Maria. Mehr gab sie nicht preis – die Familie, aber vor allem Maria bräuchte nun etwas Zeit, bevor sie sich weiter äußere.

Nach Bernhard H. wird weiter mit internationalem Haftbefehl gesucht. Der Vorwurf lautet auf Kindesentziehung und sexuellen Missbrauch von Kindern. Zum Aufenthaltsort des Blombergers gibt es „keine neuen Erkenntnisse".

Anmerkung der Redaktion: Maria H. ist nach Hause zurückgekehrt und wird nicht mehr von der Polizei gesucht. Aus Gründen des Opferschutzes kürzt LZ.de den Namen der 18-Jährigen nun ab und verpixelt das Foto, mit dem die Polizei nach ihr suchte.

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