Polizei mahnt: "Eine Amokdrohung ist kein Scherz"

Kirsten Fuhrmann

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Leeres Klassenzimmer: Eltern ist es nach einer Amokdrohung freigestellt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. - © Caroline Seidel/dpa
Leeres Klassenzimmer: Eltern ist es nach einer Amokdrohung freigestellt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. (© Caroline Seidel/dpa)

Kreis Lippe. Seit den frühen Morgenstunden ist die Polizei am Grabbe-Gymnasium im Einsatz. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt, die Räume kontrolliert und das Schulgelände bewacht. Grund sind Schmierereien in der Jungentoilette, die einen Amoklauf ankündigen. Das ist bereits die vierte Amokdrohung an einer Detmolder Schule. Und das innerhalb von vier Wochen.

"Eine Amokdrohung ist kein Scherz", betont Katryn Landwehrmeyer, Pressesprecherin der Polizei. Jede Drohung werde sehr ernst genommen. Dass sich die Fälle in den vergangenen Wochen so häufen, sei für die lippische Polizei eine sehr außergewöhnliche Situation. "Die Abiturprüfungen rücken immer näher", sagt sie. "Wir schließen Kalkül hinter den Schmierereien seitens der Schüler nicht aus." Das seien aber nur Vermutungen.

Das Wort "Amok" reicht aus

Bereits das Wort Amok, das auf den Tisch in der Schule gekritzelt werde, reicht aus, um die Polizei auf den Plan zu rufen. "Ob ein Polizeieinsatz notwendig ist, wird nach den ersten Ermittlungen entschieden", erklärt die Pressesprecherin. Dies würde gemeinsam mit dem Krisenteam der Schulleitung besprochen.

Kann der Verantwortliche der Amokdrohung nicht ermittelt werden, leitet die Polizei ein Strafverfahren wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" gegen einen unbekannten Täter ein. "Wird der Täter ermitteln, muss dieser die Kosten des Polizeieinsatzes tragen und ihm droht schlimmstensfalls eine Gefängnisstrafe", so Landwehrmeyer. Dies würde von der Tat abhängen. Für viele Schüler gelte zudem noch das Jugendstrafrecht.

Anzeichen frühzeitig erkennen

Um eine Amokdrohung oder einen tatsächlichen Amoklauf zu verhindern, sei es wichtig, Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Die Polizei appelliert, Verhaltensveränderungen eines Schülers sofort anzusprechen und beiläufig ausgesprochene Gewaltdrohungen oder -fantasien kritisch zu hinterfragen.

Zudem sollten Schüler Amokdrohungen nicht über soziale Netzwerke oder Messengerdienste verbreiten. Das würde nur Panik schüren und zur Nachahmung anregen. Die richtige Reaktion sei es, umgehend Eltern, Lehrer oder Polizei zu informieren.

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