Düsseldorf (dpa). Shoppen, Zoobesuch, Ausstellungen: Nach wochenlangen Schließungen im Corona-Lockdown gibt es für die Menschen in Nordrhein-Westfalen von Montag an wieder einige Lockerungen. So darf etwa der gesamte Einzelhandel öffnen, herein kommen die Kunden aber nur mit Termin und für eine begrenzte Zeit. Schreibwarengeschäfte, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte dürfen auch ohne Termin Kunden reinlassen. Treffen im öffentlichen Raum sind von Montag an mit höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen möglich.
Voraussetzung dafür ist, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter der Marke 100 liegt. Der wichtige Wochenwert stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt wieder leicht an. Das RKI wies am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 65,1 aus (Vortag: 64,6). Bereits am Samstag war der Wert leicht gestiegen. Seit rund zwei Wochen liegt die Kennzahl für NRW relativ konstant über 60.
Zoos öffnen ihre Tore
Nach viermonatiger Zwangspause dürfen auch die Zoos wieder öffnen. So planen der Allwetterzoo Münster sowie die Zoos in Wuppertal und Krefeld bereits am Montag Besucher hereinzulassen. "Wir sind am 8. März wieder für Euch da", schrieb der Krefelder Zoo auf seiner Facebook-Seite. Besucher müssen vorher einen Termin ausmachen und an gekennzeichneten Orten eine medizinische Maske tragen. Snacks gibt es nur zum Mitnehmen. Der Kölner Zoo will derweil voraussichtlich am 12. März öffnen.
Auch für Ausstellungen in Museen müssen Besucher vorab einen Termin buchen. Am Samstag hatte das Interesse an einer großen Andy-Warhol-Schau die Server des Kölner Museums Ludwig zusammenbrechen lassen. Die Seite war innerhalb kürzester Zeit vorübergehend nicht mehr zu erreichen. Am Sonntag waren dann bereits alle Tickets von Dienstag bis zum 14. März vergriffen, wie das Museum auf seiner Webseite erklärte.
Körpernahe Dienstleistungen erlaubt
Andere wichtige Museen in Nordrhein-Westfalen starten den Ticket-Verkauf etwas später. Im Düsseldorfer Museum Kunstpalast gibt es Karten für eine Heinz-Mack-Ausstellung ab Montag. Im Essener Folkwang-Museum können Besucher ab Mittwoch ihr Zeitfenster zum Besuch der Ausstellung mit Großinstallation des Künstlers Martin Kippenberger buchen. In der Bonner Bundeskunsthalle beginnt der Verkauf am Freitag.
Sogenannte körpernahe Dienstleistungen sind in NRW ab Montag ebenfalls grundsätzlich wieder zulässig. Wenn die Kundin oder der Kunde dabei keine medizinische Maske tragen kann - zum Beispiel bei Gesichtskosmetik - ist ein negatives Corona-Testergebnis notwendig.
Skilifte in NRW bleiben geschlossen
Dagegen müssen die Skilifte in NRW zunächst weiter geschlossen bleiben - während im nur wenige Kilometer entfernten hessischen Willingen ab Montag Ski gefahren werden darf. "Das ist natürlich unverständlich", sagte eine Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland am Sonntag. Die nordrhein-westfälischen Skiliftbetreiber hätten sich an die Landesregierung gewandt und hofften auf eine positive Reaktion. In Willingen auf hessischer Seite rechnet man der Sprecherin zufolge nicht mit einem großen Ansturm am ersten Tag der Öffnung. Tickets können nur online erworben werden und es gibt ein begrenztes Kontingent.
Unterdessen sind in NRW mittlerweile eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Seit dem Impfstart Ende Dezember hätten 1.026.612 Menschen ihre Erstimpfung erhalten, teilte das Robert Koch-Institut am Samstag mit. Damit waren an dem Tag in NRW 5,7 Prozent der Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft - bundesweit waren es mit 5,9 Prozent etwas mehr. Knapp 480.000 Menschen haben in NRW auch die zweite Spritze für den vollen Impfschutz erhalten.
Unklar war zunächst weiter, wann das Angebot kostenloser Schnelltests für alle Bürger in NRW flächendeckend verfügbar sein wird. Die Infrastruktur für die Schnelltests, die von geschultem Personal vorgenommen werden, müsse für das Angebot von mindestens einem Test pro Woche für jeden Bürger größer werden, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag erklärt. Dabei sei nicht das Material, also die Verfügbarkeit ausreichender Schnelltests das Problem, sondern, wer sie dann mache. Laumann hatte sich davon überzeugt gezeigt, dass die flächendeckende Testinfrastruktur in NRW schnell aufgestellt werden könne.