Kontaktverfolgung kaum noch machbar: Kreis appelliert an Eigenverantwortung von Infizierten

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- © Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle
Kreishaus (© Archivfoto: Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Der Kreis kommt bei der Kontaktverfolgung nicht mehr hinterher, deshalb ist die Eigenverantwortung der Lipperinnen und Lipper nun gefragt. Um den Schutz besonders gefährdeten Personengruppen trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen weiterhin gewährleisten zu können, appelliert der Kreis Lippe in einer Pressemitteilung an die Eigenverantwortung der Menschen und bittet infizierte Personen, die Mitarbeiter des Gesundheitsamts bei der Kontaktpersonennachverfolgung aktiv zu unterstützen.

"Mit im Schnitt 200 neuen Coronafällen pro Tag arbeiten die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt in diesen Tagen wieder stark an ihrer Belastungsgrenze", teilt der Kreis mit. Seit vergangenem Dienstag unterstütze auch erneut die Bundeswehr dabei, Kontakte zu ermitteln. Ein weiterer Hilfeleistungsantrag werde gestellt. Dennoch sei es aufgrund einer Vielzahl an Kontakten nicht mehr möglich, zeitnah alle Personen anzurufen und eine Quarantäne auszusprechen.

Infizierte Personen und Haushaltsangehörige

!Infizierte und ihre Haushaltsangehörigen müssen sich gemäß der Quarantäneverordnung des Landes NRW für 14 Tage als infizierte Person und für 10 Tage als Haushaltskontakt in Quarantäne begeben und können sich über das Formular für positiv Getestete online unter www.kreis-lippe.de/corona melden", schreibt der Kreis. Daneben sollen Infizierte ab sofort ihre Kontakte eigenständig darüber informieren, sich in 10-tägige Quarantäne zu begeben. Denn: Bei diesen Kontakten außerhalb des Haushalts meldet sich das Gesundheitsamt nicht mehr.

Kontaktpersonen von infizierten Personen außerhalb des Haushalts

Kontaktpersonen außerhalb des Haushalts werden laut Mitteilung des Kreises nur noch von den Indexpersonen selbst informiert und gebeten, sich für 10 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben. Bei Auftreten von Symptomen sollen sie sich unmittelbar beim Hausarzt einem PCR-Test unterziehen. Für eventuell benötigte Arbeitgeberbescheinigungen über den Zeitraum der eingehaltenen Quarantäne steht die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt über die E-Mail-Adresse c.postfach@kreis-lippe.de zur Verfügung.

Geimpfte und Genesene haben lauzt Pressemitteilung die Möglichkeit, direkt aus der Quarantäne entlassen zu werden, wenn sie einen entsprechenden Nachweis unter immunnachweis@kreis-lippe.de erbringen. Kontaktpersonen ohne Symptome können sich am fünften Tag per PCR-Test oder am siebten Tag per Schnelltest freitesten lassen. Vollständig geimpfte Infizierte haben, wenn sie über die gesamte Zeit keine Symptome zeigten, diese Möglichkeit am 6. Tag per PCR-Test. Weitere Informationen zur Quarantäne, zur Freitestung und dazu, wer als Kontaktperson gilt, gibt es unter www.kreis-lippe.de/corona.

Das Gesundheitsamt des Kreises Lippe ermittelt weiter

„Einige Bundesländer und Kreise haben ihre Ermittlungen derzeit auf ein Minimum reduziert oder sogar ganz eingestellt. Das ist nicht unser Ziel", wird Dr. Kerstin Ahaus, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, zitiert. „Wir wollen und werden so viel ermitteln, wie möglich. Um unsere Arbeit weiter aufrecht erhalten zu können, gehen wir nun diesen Schritt und hoffen auf die Solidarität der Lipperinnen und Lipper".

Die Kontaktpersonennachverfolgung werde in KiTas, Schulen, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und ähnlichen Einrichtungen uneingeschränkt fortgeführt.

Was allgemein gilt:

Damit die Kontaktaufnahme zu positiv getesteten Personen zügig erfolgen könne, bittet das Gesundheitsamt darum, bei PCR-Testungen unbedingt die mobile Rufnummer sowie falls vorhanden eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Wer ein positives Testergebnis bekommen hat, für den gilt nach Angaben des Kreises die sofortige Quarantäne. Gleichzeitig sollen sich positiv getestete Personen ebenfalls über ein Kontaktformular unter www.kreis-lippe.de/corona beim Gesundheitsamt direkt melden und müssen so nicht auf den Anruf warten, der derzeit nicht tagesaktuell gewährleistet werden kann.

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