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Kreis Lippe

Auch Lehrer aus Lippe protestieren am Samstag in Köln

Kreis Lippe. Mehr als 150 Organisationen haben den Appell „Bildungswende Jetzt!“ unterzeichnet und rufen für Samstag, 23. September, zum Protest auf. Zu den Erstunterzeichnern des Appells gehört auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW.

Auch wenn die lippischen Schulen „auf dem Papier“ im Vergleich zu anderen Regionen in NRW personell noch relativ gut ausgestattet seien, heiße das nicht, dass der Lehrkräftemangel nicht an allen Ecken und Enden zu spüren sei, schreibt die GEW in einer Pressemitteilung. „Da in der Schulstatistik ein Durchschnitt aller Schulen einer Schulform gebildet wird, kann es durchaus sein, dass eine einzelne Schule stark unterbesetzt ist und kurzfristig keine Vertretungskraft bekommt, weil die Besetzung im Durchschnitt bei mehr als 100 Prozent liegt“ erklärt Rodena Erichsmeier, Mitglied im Leitungsteam der GEW Lippe.

Attraktivität des Lehrerberufs verbessern

Wenn der Lehrkräftemangel langfristig nicht auch in Lippe zum massiven Problem werden soll, müsse die Attraktivität des Lehrerberufs und müssten die Arbeitsbedingungen an Schulen deutlich verbessert werden, heißt es in der Mitteilung weiter. "Unternehmen werben neue Mitarbeiter mit Home-Office-Angeboten, einer Vier-Tage-Woche oder sonstigen Incentives. Diese Möglichkeiten gibt es für Lehrer nicht", erklärt die GEW.

Neben einer besseren Bezahlung, vor allem auch für Werkstattlehrkräfte, und einer Senkung des Stundendeputats fordert die GEW Alltagshelfer für alle Schulen, die einen Bedarf anmelden und vor allem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um die Attraktivität des Berufs zu steigern. Und: "Um die Digitalisierung voranzutreiben, brauchen die Schulen durchgängig technisches Personal, das Wartung und technischen Support übernimmt. Die Kollegen, die einen Seiten- oder Quereinstieg an Schule in Erwägung ziehen, brauchen Coaching und Mentoringprogramme. Dies kann nicht 'nebenbei' von den vorhandenen Lehrkräften geleistet werden, die ohnehin bereits überlastet sind."

Bündnis fordert 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen

Deshalb habe sich die GEW dem Bündnis „Bildungswende Jetzt!“ angeschlossen. Als zentrale Forderungen nennen die Verantwortlichen: Ein Sondervermögen Bildung von mindestens 100 Milliarden Euro und eine ausreichende Finanzierung; eine Ausbildungsoffensive für Lehrer und Erzieher; Schule zukunftsfähig und inklusiv machen; einen Bildungsgipfel, um gangbare Wege aus der Bildungskrise zu erarbeiten und umzusetzen.

Für NRW findet zum bundesweiten Bildungsprotesttag am Samstag um 15 Uhr eine zentrale Kundgebung in Köln auf dem Heumarkt statt. Dort startet auch um 13 Uhr ein Demonstrationszug. Teilnehmer aus Lippe können um 9 Uhr in Detmold am Bahnhof starten. Treffpunkt ist um 8.45 Uhr am Eingang zum Bahnhof. Weitere Informationen gibt es unter: www.bildungswende-jetzt.de

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