Kreis Lippe. Ein SEK-Einsatz der Bielefelder Ermittler hat am frühen Dienstagmorgen in Barntrup, Bad Salzuflen und Bielefeld Aufsehen erregt. Hintergrund ist laut Polizeipräsidium Bielefeld ein großes Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Warenkreditbetrugs. Laut Polizeisprecher Fabian Rickel kam es zu zwei Festnahmen. Die Beschuldigten, 33 und 34 Jahre alt, sitzen inzwischen in U-Haft. An welchem der drei Einsatzorte in OWL die beiden Männer in den frühen Morgenstunden festgenommen worden sind, wollte die ermittelnde Polizei in Bielefeld aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen. Fest steht: Ende Mai hatte es bereits in mehreren Städten Durchsuchungen zu diesem Strafverfahren gegeben. Nach aktuellem Kenntnisstand sollen neun Beschuldigte zwischen Mitte Februar und Ende März dieses Jahres eine große Anzahl an Elektrogeräten im Wert von rund 210.000 Euro bestellt und nicht bezahlt haben. Laut Polizei sind die Geräte - darunter große Standardhaushaltsgeräte wie Waschmaschinen - teilweise im Internet zum Verkauf angeboten worden, heißt es. Beweismittel sichergestellt Bei dem aktuellen SEK-Einsatz sind laut Polizei Beweismittel, Geld und eine Schreckschusswaffe sichergestellt worden. Gegen eine 32-jährige Frau sei außerdem eine Ersatzfreiheitsstrafe vollstreckt worden, teilt die Polizei mit. Das heißt, die Beschuldigte hatte offenbar eine Geldstrafe aus einem anderen Strafverfahren nicht bezahlt und muss diese nun alternativ im Gefängnis absitzen. Bei dem Einsatz in Barntrup soll es laut Zeugenaussagen zu lauten Knallgeräuschen gekommen sein. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Bielefeld konnte einen Einsatz von Schusswaffen dem Bericht nicht entnehmen, allerdings käme es häufig vor, dass gewisse Schreckkörper eingesetzt würden. Ende Mai hatte die Polizei eigenen Angaben nach bereits zwei Objekte in Bielefeld sowie weitere in Schloß Holte-Stukenbrock, Bad Salzuflen, im Kreis Höxter, in Dortmund und in Bremen durchsucht. Damals wurden diverse Elektrogeräte und Beweismittel sichergestellt. Bei den dabei ermittelten Beschuldigten soll es sich um drei Frauen und sechs Männer im Alter von 32 bis 57 Jahren handeln. Einzelne Personen seien bereits wegen Betrugs- und Gewaltdelikten polizeibekannt gewesen. Die Ermittlungen dauern an.