Kreis Lippe. Nur ein einziger Punkt ist übrig geblieben in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem extrem rechten Influencer Tim Kellner und dem linken Influencer Dara Sasmaz. Die Zivilkammer am Landgericht Detmold unter Vorsitz von Richter Dr. Jörg Mertens hat entschieden, dass der Kölner Sasmaz nicht mehr verbreiten darf, Kellner wolle „einen Führerstaat nach dem Führerprinzip“. Dagegen und gegen diverse andere Punkte hatte sich der lippische Influencer verwahrt. Sein Anwalt hatte argumentiert, eine solche Aussage erwecke den Anschein, Kellner wolle einen Führer wie Adolf Hitler, und das sei mitnichten der Fall. Dieser Argumentation folgte das Gericht, während es andere Kritikpunkte nicht gelten ließ. Sasmaz’ Anwalt hatte dagegen gehalten, sein Mandant habe die Aussage ausschließlich auf aktuelle Staatsführer wie Donald Trump oder Wladimir Putin gemünzt. Berufung möglich Für den Fall der Zuwiderhandlung - sollte Sasmaz diese Passage also nicht aus dem veröffentlichten Youtube-Video löschen oder erneut an anderer Stelle die Behauptung wiederholen - droht ihm „eine Strafe von bis zu 250.000 Euro oder eine Ordnungshaft“, sagte Gerichtssprecher Wolfram Wormuth. Alle anderen Kritikpunkte wurden entweder bereits im Vorfeld außergerichtlich bereinigt oder vom Gericht verworfen. Die Kosten des Verfahrens werden geteilt: Kellner muss davon zwei Drittel zahlen, Sasmaz ein Drittel. „Das Urteil wurde zugestellt, die Begründung wird noch folgen“, erläuterte der Pressesprecher. „Die Parteien hätten nach Erhalt der Urteilsbegründung noch einen Monat Zeit, eventuell in Berufung zu gehen. Allerdings ist das dann auch das Ende des Rechtsweges in diesem Verfahren. Eine Revision wäre nicht möglich.“