Kreis Lippe. Der neue Kreistag hat sich noch nicht konstituiert, und schon gibt es den ersten Paukenschlag: Die bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Inga Loke, wird ihr Mandat nicht annehmen. Über zehn Jahre war Dr. Inga Loke in Lippe für die Grünen politisch aktiv. In einer persönlichen Mitteilung hat sie am Montag nun erklärt, sich aus der Kreispolitik zurückzuziehen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung“, erklärt sie im Gespräch, bevor sich mit der neuen Fraktion, im neuen Kreistag alles „eingeruckelt“ habe. „Dann lieber von Anfang an eine klare Entscheidung.“ Denn seit ihrer Kandidatur als Landrätin und der Nominierung auf Listenplatz 1 habe sich ihre berufliche Situation verändert „und erfordert nun meine volle Aufmerksamkeit“, wie sie mitteilt. Die Tätigkeit im Kreistag erfordere viel Zeit und Engagement – „beides möchte ich in Zukunft stärker in meine berufliche Entwicklung einbringen“. Deshalb habe sie sich entschieden, ihr Mandat in der neuen Wahlperiode nicht anzunehmen, teilt die 41-Jährige mit. Berufliche Neuorientierung Bislang war sie stellvertretende Geschäftsführerin beim gemeinnützigen Verein „Toleranz-Tunnel“, ein Projekt gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Doch diese Voraussetzungen hätten sich geändert, nun müsse sie sich beruflich neu orientieren, erklärt die promovierte Chemikerin. Sechs Jahre war Dr. Inga Loke Kreisvorsitzende für die Grünen, es folgten fünf Jahre in der Kreistagsfraktion, zunächst als stellvertretende Vorsitzende, zuletzt als Fraktions- und Ausschussvorsitzende. Sie blicke mit großer Zufriedenheit auf diese Zeit zurück. „Mein herzlicher Dank gilt allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern der letzten Jahre – für das Vertrauen, die Zusammenarbeit und das gemeinsame Ringen um gute Lösungen für unseren Kreis Lippe. Nach meinem politischen Verständnis bezog sich das nie nur auf die eigene Partei, sondern immer auch auf die Zusammenarbeit mit den demokratischen Parteien, mit der Verwaltung des Kreises und mit den vielen Engagierten in den Vereinen, Verbänden und gesellschaftlichen Institutionen, die unsere lippische Heimat auf ihre je eigene Weise lebenswert gestalten. Vielen Dank.“